Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Buntsandstein-Schwarzwald
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Grindenschwarzwald und Enzhöhen
Bändchen-Stagnogley auf dem Schliffkopf
(Element 1 von 13: Bild)
Bild: TP_BGL2_19 Bändchen-Stagnogley auf dem Schliffkopf
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element
Buntsandstein-Schwarzwald:
Weitere Informationen
 

Buntsandstein-Schwarzwald

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Böden der Hochlagen im Mittleren Buntsandstein (Grindenschwarzwald und Enzhöhen)

 
Bild: TP_BGL2_43_b Blick vom Schliffkopf (1055 m NN)
Blick vom Schliffkopf (1055 m NN) über den Nordschwarzwald nach Osten; im Hintergrund ist die Schwäbische Alb zu sehen
(© Autor: K. Rilling)
 
Bild: TP_BGL2_44 Heide-Vegetation auf dem Schliffkopf
Heidevegetation auf dem Schliffkopf
(© Autor: K. Rilling)

Wo der Schwarzwald am schwärzesten ist

 

Die Sandsteinschichten des Mittleren Buntsandsteins sind im höchstgelegensten Bereich des Buntsandstein-Schwarzwalds durch tiefe Täler stark zerschnitten und in Hochplateaus und schmale Bergrücken aufgelöst. Die Hochlagen westlich des Murgtals und zwischen Murg- und Enztal befinden sich in Höhen zwischen 700 und 1163 m NN (Hornisgrinde). Der Untergrund wird meist von verkieselten, harten Sandsteinen des Mittleren Buntsandsteins gebildet (Hauptkonglomerat). Charakteristisch für das Gestein sind die kleinen hellen Quarzkiesel, die sich nach der Verwitterung des Sandsteins im Boden wieder finden und von den Schwarzwäldern als „Gaggele“ bezeichnet werden.

Auf den Plateaus und Bergrücken sind sandige Böden aus steinigen, z. T. blockreichen Verwitterungsdecken des Mittleren Buntsandsteins vorherrschend. Bei niederschlagsreichem Klima, durchlässigem, basenarmem Substrat durchlaufen die Böden unter Nadelwald eine Entwicklung von der Braunerde zum Podsol. Entsprechend sind alle Übergangstypen auf den Buntsandsteinhöhen zu finden, von der podsoligen Braunerde bis zum Ortstein-Podsol. Bei der Podsolierung werden unter sehr stark sauren Bedingungen organische Stoffe, Eisen und Aluminium in den Unterboden verlagert, wo sie, bei voll entwickelten Podsolen wieder ausfallen und örtlich auch verfestigte Bodenhorizonte bilden können (Orterde, Ortstein). Das Ausmaß der Podsolierung hängt vom Ausgangssubstrat und von der (historischen) Nutzung ab. Auf den Enzhöhen sowie südwestlich und westlich von Freudenstadt, wo es örtlich auf den Plateaus noch Reste von Oberem Buntsandstein gibt, sind die Böden gelegentlich etwas lehmiger. Die Bodenentwicklung ging in diesen Bereichen bisher nicht über die podsolige Braunerde hinaus. Zusätzlich sind dort die für das Gebiet des Oberen Buntsandsteins typischen Staunässeböden (Stagnogleye und Pseudogleye) zu finden.

Während fast 84 % des Grindenschwarzwalds und der Enzhöhen von Wald eingenommen werden, sind die höchsten Lagen, die eigentlichen Grinden (schwäb. „Grind“ = Kopf) oft waldfrei (Hornisgrinde, Schliffkopf, Seekopf usw.). Die dort verbreitete Heide- und Moorvegetation ist eine Folge der Weidenutzung seit dem Mittelalter. Die Qualität der ohnehin armen, stark versauerten und zur Vernässung neigenden Grindenböden wurde durch Beweidung und später durch Mahd weiter verschlechtert. Verbreitet sind Podsolböden, die im Unterboden eine nur 1-2 cm dicke, massiv verfestigte, oft wellig verlaufende Eisenkruste besitzen. Sie werden daher als Bändchen-Podsol oder, wenn das Eisenband auch wasserstauend wirkt, auch als Bändchenstaupodsol bezeichnet. Sehr häufig ist die Bodenbildung noch weiter fortgeschritten, so dass verbreitet extrem staunasse und oft vermoorte Böden auftreten (Bändchenstagnogley und Moor-Bändchenstagnogley). Wo die Torfauflage über 30 cm mächtig ist, wird aus bodenkundlicher Sicht bereits von einem Hochmoor gesprochen. Aus Naturschutzgründen versucht man heute durch zeitweilige Beweidung mit Rindern die Grindenlandschaft zu erhalten.

Im Gegensatz zu den flachen Moorbildungen auf den Grinden sind die bekannten großen Hochmoore Wildseemoor, Holohmüß und Breitlohmüß bei Kaltenbronn natürliche Hochmoorbildungen mit einem Torfkörper von bis zu 8 m Mächtigkeit, der auf wasserstauendem Untergrund bei durchschnittlichen Jahresniederschlägen von 1600 mm/Jahr in den letzten 10 000 Jahren aufgewachsen ist.


Naturschutzgebiet Schliffkopf

Naturschutzgebiet Hornisgrinde-Biberkessel

Naturschutzgebiet Schurmsee

Übersicht:

2 Böden der Hochlagen im Mittleren Buntsandstein (Grindenschwarzwald und Enzhöhen)