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Solefeld im Taschenwald
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Solefeld im Taschenwald
Naturdenkmal Feuchtgebiet 'Raintal' im Taschenwald, Hinweis
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Bild: Solefeld im Taschenwald, Info, Ldkr. Heilbronn
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Das Naturdenkmal Feuchtgebiet "Raintal" am Grenzweg ist durch den Salzabbau enstanden. Die wassergefüllten Dolinen sind stark zugewachsen und verlandet.

Solefeld im Taschenwald:
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Solefeld im Taschenwald

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Steinsalz und Dolinen im Taschenwald

 
Bild: Solefeld im Taschenwald
Wassergefüllte Doline im Taschenwald
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)
 
Bild: Solefeld im Taschenwald
Solefeld nahe der Kreuzung Grenzweg / Rotweg
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Hinweis auf die ehem. Abbaustätte der Kali Chemie AG

Im Taschenwald, südlich von Heilbronn-Kirchhausen, befindet sich eine Salzlagerstätte, aus der von 1957- 1993 Kalisalze des anstehenden Mittleren Muschelkalks gewonnen wurden. Die Salzader liegt auf der Gemarkung Leingarten zwischen 190 bis 230 m unter Flur. Um die Sole zu nutzen, werden in den 1960er Jahren insgesamt 40 Tiefbohrungen mit zwei je ca. 1.000 m lange Strecken im Salz angelegt. In den angebohrten Salzstock leitet man vorgereinigtes Neckarwasser ein. Dieses reichert sich während der Passage durch die salzführenden Schichten stark an. Am Ende der Bohrstrecke liegt konzentrierte Sole vor, die anschließend an die Oberfläche gepumpt wird. Als höchste Förderrate erreicht man eine Leistung von etwa 150 m³/h.

Die hochkonzentriete Salzlauge gelangt über eine eigene Rohrleitung direkt nach Heilbronn, wo sie in der Alkali- und Soda-Fabrikation weiterverarbeitet wird. Den größten wirtschaftlichen Nutzen bringen die in der Sole gelösten Mineralsalze Kaliumchlorid (KCl) und Magnesiumsulfat (MgSO4). Sie werden u.a. zur Herstellung von Dünger verwendet (Kalidünger, Bittersalze, etc.).

Bereits 1964 brechen im Taschenwald infolge größerer Auslaugungen die Deckschichten des Oberbodens ein. So entsteht u.a. am Grenzweg ein 14 m breiter und bis 6 m tiefer Geländeeinbruch, der sich infolge weiterer Erdfälle rasch auf 40 m ausdehnt.

1993 wird der Abbau vollständig eingestellt. Das abgesackte Gelände erreicht mittlerweile eine max. Breite von ca. 100 m. Es wird infolge der randlichen Rutschungen mit Lösslehm abgedichtet. Dadurch kann sich in den Senken Oberflächenwasser über längere Zeit halten. Die wassergefüllten Dolinen inmitten der Waldflächen sind aus ökologischer Sicht sehr wertvoll und stehen daher unter Schutz, z.B. das Naturdenkmal, Feuchtgebiet "Raintal" am Grenzweg.

Hinweis für Besucher: Das o.g. Naturdenkmal und die Bergbauspuren des Soleabbaus sind über Wanderwege gut erreichbar (s. Karte des Gebiets, weiterführender Link).

Übersicht:

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