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Römerkastell Oberscheidental
Mauerreste des Südturms
(Element 1 von 6: Bild)
Bild: Kastell Oberscheidental, Mauerreste Südtor 1
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Kastell Oberscheidental:
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Übersicht

Kastell Oberscheidental

 

Römisches Kohortenkastell am Neckar-Odenwald-Limes

 
Bild: Kastell Oberscheidental, Neckar-Odenwald-Kreis
Mauerreste des Südportals, Außenansicht
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Im Hintergrund ist der Ortsrand von Oberscheidental erkennbar. Das moderne Wohnhaus an der Kastellstraße steht quasi auf der Fläche der westlichen Festungsmauer des ehemaligen Römerkastells.

 
Bild: Kastell Oberscheidental, Neckar-Odenwald-Kreis
Südportal, Innenansicht
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)
 
Bild: Kastell Oberscheidental, Schautafel 1
Infotafel zum Odenwaldlimes an der Kastellstraße
(© LUBW)

Der Odenwaldlimes, mit einer Länge von rund 80 km, hat seinen nördlichen Anfang am Main, im heutigen Landkreis Miltenberg. Er endet im Landkreis Heilbronn (Römerkastelle Wimpfen und HN-Böckingen).

In den Jahren 58 - 51 v. Chr. werden die nödlich der Alpen liegenden Regionen Gallien und Obergermanien Zug um Zug von Gajus Julius Caesar erobert. Caesar protokolliert die erfolgreiche Invasion in dem bekannten Buch: De bello gallico - Der Gallische Krieg.

Nach der militärischen Besetzung stellt sich für den römischen Staat das Problem, in den dünn besiedelten Gebieten eine straffe Infrastruktur zu etablieren. So wird im Laufe der Zeit durch die Römer sowohl ein differenziertes Siedlungsbild mit zahlreichen öffentlichen Einrichtungen unterschiedlicher Größe und Funktion als auch ein militärisches Grenzbefestigungssytem, der Limes, entwickelt.

Etwa 100 n. Chr. wird auf den Hochflächen des Odenwald die Lücke zwischen den bereits bestehenden Limeslinien, der Wetterau am Main und des Mittleren Neckars, durch die Römer geschlossen. Dazu entstehen eine ganze Reihe von Wachtürmen, die ab 119 n. Chr. zusätzlich durch Palisaden miteinander verbunden werden.

Nach umfangreichen Rodungen errichten römische Soldaten auch mehrere Kastelle, u.a. bei Neckarburken, Robern, Mudau-Schloßau und Mudau-Oberscheidental. Hier, am südöstlichen Rand der Ortschaft, entdeckt man 1833, auf einem 2,1 ha großen Areal, die Überreste eines Kohortenkastells. Das rechteckige Kastell war von einer Wehrmauer und einem Graben umgeben. In jeder Himmelsrichtung befand sich ein Tor, das von zwei Wachtürmen flankiert wurde. Erhalten geblieben sind davon nur Mauerreste am Südportal. Von der inneren Bebauung ist wenig bekannt. Lediglich Überreste einer Kommandantur sowie eines Speichergebäudes sind nachgewiesen. Südwestlich davon, stand eine Badehaus, heute von der L 524 überdeckt. Nur wenige Meter vor dem Haupttor an der Ostseite verliefen die Palisadenwände des Odenwaldlimes, etwa in Höhe der heutigen Kastellstraße (K 3921).

Auf der Hochfläche des Winterhauchs (ca. 510 müNN) hielt sich überwiegend nur militärisches Personal auf, der zivile römische Bevölkerungsanteil im Odenwald war (wohl klimabedingt) gering. Bereits 160 n.Chr. geben die Römer den Odenwaldlimes mit seinen Anlagen auf und ziehen eine neue Grenzlinie von Miltenberg über Walldürn, Osterburken und Jagsthausen. Zurück bleiben eine Fülle von Bodendenkmälern, die im 19. und 20 Jh. ausgegraben werden und nach Unterschutzstellung der Nachwelt erhalten bleiben sollen. Die Gemeinde Mudau-Scheidental zeigt dies in vorbildlicher Weise. Das römische Denkmal ist öffentlich zugänglich, gepflegt und gut begehbar.