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Mülbener See
Schwarzerlen (Alnus glutinosa) und Seerosen (Nymphaea alba)
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Bild: Mülbener See bei Waldbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis)
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Mülbener See:
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Der Mülbener See, idyllisches Kleinod im Odenwald

 
Bild: Mülbener Seeufer, Neckar-Odenwald-Kreis
Mülbener See bei Waldbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis)
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Der Mülbener See bei Waldbrunn-Mülben wurde einst als Stausee zum Betrieb von Wassermühlen angelegt. Mit Ausnahme der Dammseite im Westen finden sich rundum dicht bewachsene Uferzonen, geformt durch ausgedehnte Schnabelseggenriede im Südosten sowie im Norden. Stellenweise, v.a. im Süden finden sich Röhrichte aus Wasser-Schwaden und Rohrkolben.

 
Bild: Flatter-Binse, Schnabel-Segge (Carex rostrata)
Verlandungszone mit Binsen und Seggen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Ausgeprägte Verlandungszone mit Flatter-Binse (Juncus effusus) und Schnabel-Segge (Carex rostrata), nach § 32 NatSchG geschützt als natürliche und naturnahe Bereiche stehender Binnengewässer.

 
Bild: Mülbener See bei Waldbrunn (Neckar-Odenwald-Kreis)
See-Auslauf in den Oberen Höllbach
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Auslauf des Mülbener Sees in den Oberen Höllbach in Richtung Mülben, geschützt als naturnaher Abschnitt eines Mittelgebirgsbachs.

Der Mülbener See liegt am Fuße des Katzenbuckels im Naturpark Neckartal-Odenwald, nahe der Ortschaft Waldbrunn-Mülben. Das Gewässer wird bereits im 19. Jh. in der Quellmulde des Höllbachs aufgestaut und mit einem Wehr versehen. Die Anlage am Wagenschwender Weg soll die Wasserversorgung sowie den Mühlenbetrieb der Gemeinde Mülben auch in trockenen Jahreszeiten garantieren. Eigentlich ist die Landschaft des westlichen Odenwalds reich an Quellen, doch besteht aufgrund der Topografie das Problem, stets über genügend Wasser zu verfügen. Im Frühjahr und Herbst fließt zuviel den Berg hinab, im Sommer und Winter dagegen nur wenig oder (fast) gar nichts.

Mit dem Ende der Wassermühlen in der Nachkriegszeit und dem Ausbau der öffentlichen Trinkwasserversorgung, verliert der Mülbener See seine ursprüngliche Funktion. Daraufhin legt das Markgräflich Badische Forstamt Zwingenberg den Stausee trocken und bepflanzt die Fläche mit Fichten. Vermutlich war der verschlammte und wasserundurchlässige Rötmergelboden des anstehenden Buntsandsteins für die Waldwirtschaft ungeeignet. Somit erfolgt die Wiederbespannung des Gewässers vor etwa 40 Jahren. Vor dem Wassereinstau wird die gesamte Fläche gerodet.

Inzwischen macht das Gewässer wieder einen naturnahen, nahezu idyllischen Eindruck. Mit Ausnahme der Dammseite im Westen, finden sich rundum dicht bewachsene Uferzonen, geprägt durch ausgedehnte Schnabelseggenriede im Südosten sowie am Nordufer. Am Südufer finden sich Röhrichte aus Wasser-Schwaden und Rohrkolben. Im Westen hat sich ein dichter Bestand Seerosen ausgebreitet. Ihre wohlriechenden, weißen Blüten erscheinen im Sommer von Juli bis September. Die Stümpfe der vor 40 Jahren abgesägten Baüme ragen bei Niedrigwasser noch heute aus dem Wasser. Sie dienen Wasservögeln sowie den ausgesetzten Schmuckschildkröten als Sitzwarte. Auf dem Wasser tummeln sich zahlreiche Stock- und Reiherenten, die hier ungestört brüten. Über dem Wasser segelt die Torf-Mosaikjungfer (Aeshna juncea).

Stille und Abgeschiedenheit am Mülbener See laden den Besucher zum längeren Verweilen ein. Auf zwei Ruhebänken unmittelbar am Gewässer lässt sich gut rasten. Bei der Betrachtung der idyllischen Fläche mit ihren Tieren und Pflanzen kann man die Seele baumeln und frische Kräfte für die Fortsetzung der Wanderung durch die einzigartige Landschaft des Odenwalds sammeln.

Übersicht:

1 Der Mülbener See, idyllisches Kleinod im Odenwald