Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
NSG Steinbruchterrassen, Egautal
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Steinbruchterrassen im Egautal
Mücken-Händelwurz (Gymnadenia conopsea)
(Element 1 von 7: Bild)
Bild: Mücken-Händelwurz
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Die mehrjährige, krautige Orchideenart (Orchidaceae) kann Wuchshöhen bis zu 80 cm erreichen.

NSG Steinbruchterrassen, Egautal:
Weitere Informationen
 
Übersicht

NSG Steinbruchterrassen, Egautal

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Steinbruchterrassen im Egautal ( Ldkr. Heidenheim, Ostalbkreis)

 
Bild: Steinbruchterrassen im Egautal
Steinbruchterrassen im Egautal (Ldkr. Heidenheim / Ostalbkreis)
(© RP Stuttgart, Autor: R. Wolf)

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von insgesamt 10,7 ha. Es umfaßt auf dem Gebiet der Gemeinde Dischingen 2,2 ha und auf der Gemarkung Neresheim 3,2 ha. Zur Sicherung schutzbedürftiger Arten von Trockenbiotopen ist die Offenhaltung der Felsflächen erforderlich.

 
Bild: Kloster Neresheim,  Benediktiner-Abtei
Wachholderheiden und Kloster Neresheim (Ostalbkreis)
(© RP Stuttgart, Autor: Klotz)

Das Kloster Neresheim (heute: Benediktiner-Abtei) im Hintergrund. Im Vordergrund die Wacholderheiden des Naturschutzgebiets "Zwing".


In den Naturräumen Albuch und Härtsfeld bildet die Schwäbische Alb im Nordosten eine alte Landoberfläche, die sich im Süden bis zum Rand der Flächenalb erstreckt. Den geologischen Untergrund formen hier vor allem verkarstete Massenkalke des Oberen Weißjura. Auch die Steinbruchterrassen im Egautal, auf der Landkreisgrenze zwischen Heidenheim und Ostalbkreis, befinden sich im Niveau dieser Massenkalke.

Zwischen 1904 und 1960 bauen hier die Härtsfeldwerke intensiv das anstehende Kalkgestein ab, das mittels Loren- und Feldbahnen zum 250 Meter entfernten Brennofen transportiert wird. Der gebrannte Kalk rollt anschließend mit der Härtsfeldbahn entweder in Richtung Aalen oder Dillingen. Um 1961 wird der Abbau eingestellt und der Steinbruch sich selbst überlassen. Eine Rekultivierung findet nicht statt. 1978 entfernt man noch die Werksgebäude mit Ausnahme einer Steinbrecherhütte.

1982 weist das Regierungspräsidium Stuttgart den stillgelegten Steinbruch als Naturschutzgebiet aus, der sich nun 30 Jahre später zu einem wertvollen Lebensraum entwickelt hat. Auf den insgesamt fünf Steinbruchterrassen (Bermen) finden sich Mager- und Trockenrasen mit zahlreichen Orchideenarten. Von den seltenen, schutzwürdigen Arten ist besonders die Pyramiden-Hundswurz (Anacamptis pyramidalis) hervorzuheben, die hier in großer Zahl vorhanden ist. Weitere Besonderheiten sind Bienen-Ragwurz, Echte Mondraute, Fransen-Enzian und Krainer Thymian.

Obwohl in das 10 ha große Naturschutzgebiet auch der umgebende Wald einbezogen wurde, überwiegt dennoch der heideartige Charakter der Kalkmagerrasen mit ihren Wacholder- und Schlehenbüschen. Bemerkenswert ist auch die Vogelwelt, mit mehr als 60 Arten. Darunter der vom Aussterben bedrohte Uhu, dessen Bestand sich dank landesweiter Schutzmaßnahmen wieder erholt hat. Er findet im Steinbruch ideale Brutplätze. Zu den seltenen Vogelarten im Gebiet zählt auch die Heidelerche.

Hinweise für Besucher: Besucher können vom Rad- und Wanderweg im Egautal einen Blick in das Naturschutzgebiet werfen. Von Neresheim oder dem Wanderparkplatz Steinmühle folgt man dem Wander- und Radweg talabwärts. Nach dem Lehrbienenstand und Kräutergarten öffnet sich rechter Hand das Steinbruchgelände. 200 Meter weiter, außerhalb des Naturschutzgebiets, befindet sich ein Rastplatz mit Feuerstelle. Im Schutzgebiet ist Klettern nicht erlaubt. Auch das Härtsfeldbahnmuseum in Neresheim, mit der historischen Schmalspurbahn sind ebenso wie die Schauköhlerei ein reizvolles Ausflugsziel.

Quelle: Regierungspräsidium Stuttgart

Übersicht:

1 Steinbruchterrassen im Egautal ( Ldkr. Heidenheim, Ostalbkreis)