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NSG Erlachsee
Erlachsee und BAB 5, Luftbild von 1989
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Bild: NSG Erlachsee, Luftbild 1989
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Naturschutzgebiet Erlachsee, Stadt Karlsruhe

 
Bild: NSG Erlachsee, Luftbild 1996, Stadt Karlsruhe
Erlachsee, Ostufer (Aufn. 1996)
(© LUBW)

Ostufer des Erlachsees mit den künstlich aufgehäuften Kiesinseln (Aufn. 1996).

 
Bild: NSG Erlachsee
Gerodete Waldfläche zur Bergung der gesunkenen Brutinsel (Mai 2012)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)
 
Bild: Erlachsee im Oberwald bei Karlsruhe
Bombentrichter im Oberwald
(© LUBW, Autor: C. Antesberger)

Während des 2. Weltkriegs schlagen am Erlachsee und Umgebung mehrere Fliegerbomben (Streubomben) ein. Vermutlich galten die Sprengkörper der Reichsautobahn oder dem Stadteil Karlsuhe-Weiherfeld. Die Bombentrichter sieht man noch heute.

Das 1983 ausgewiesene Naturschutzgebiet Erlachsee * bei Karlsruhe, liegt wie der Federbachbruch und das Weingartener Moor im Einzugsbereich der vor ca. 4.000 Jahren verlandeten Kinzig-Murg-Rinne. An den Rändern sind vereinzelt noch Reste dieser ehemaligen Flußlandschaft zu finden. Im Gegensatz zu den genannten Niedermooren geht die Entstehung des Sees auf Ausbaggerungen in 1930er Jahren zurück. In diesem Zeitraum werden für den Bau der Reichsautobahn (heutige BAB 5) große Mengen Kies und Sand benötigt, die man der Einfachheit wegen, aus der unmittelbaren Umgebung des Karlsruher Stadtwalds (District 11, Oberwald) entnimmt. Nach Beendigung der Arbeiten füllt sich das ausgeräumte und entwaldete Areal mit Grundwasser und bildet eine Seenlandschaft. Nach fehlgeschlagener Wiederaufforstung der Uferzonen beschließt die Karlsruher Forstbehörde 1939, das versumpfte Gelände sich selbst zu überlassen. Auf die forstwirtschaftliche Nutzung der Fläche kann man getrost verzichten, da Karlsruhe zu den waldreichsten Großstädten Deutschlands zählt.

Während des 2. Weltkriegs gehen am Erlachsee und Umgebung mehrere Fliegerbomben (Streubomben) der Alliierten nieder. Vermutlich sollen die Sprengkörper die Autobahn oder den Stadteil Karlsruhe-Weiherfeld treffen. Durch den fehlgeleiteten Bombenabwurf entstehen auf dem Gelände des Oberwalds mehrere Trichter, die heute noch als kreisförmige Kleingewässer erkennbar sind.

Eine erneute Kiesentnahme im Oberwald erfolgt 1969/70, diesmal zum Bau der Karlsruher Südtangente. Noch während des Abbaus erhält der Baggersee eine durch die Naturschutzverwaltung konzipierte Gestalt mit Flachwasserzonen und neuer Uferlinie. Zudem installiert man eine künstliche, kiesbeschichtete Schwimminsel, die als Brutplatz für den Flußregenpfeifer (Charadrius dubuis) dienen soll. Die Insel wird noch vor der Schutzgebietsweisung (1983) von den Vögeln angenommen. Im Jahr 2006 versinkt die künstliche Brutinsel aufgrund von Leckagen in den Pontons. Das innwändige Material (Styroporkugeln), das zusätzlich für Auftrieb sorgen soll, droht unter Wasser auszutreten. Um eine folgenreiche Umweltverschmutzung zu verhindern, erhält das Technische Hilfswerk (THW) im Jahr 2011 den Auftrag, die gesunkene Plattform zu bergen und aus dem Erlachsee zu entfernen (s. weiterführende Links). Mit einer schwimmenden Arbeitsbühne und einem Spezialkran an Land wird die Insel im Oktober 2011 aus 11m Tiefe geborgen. Die Pontons werden entleert und anschließend zur Entsorgung des Styropors auf das THW-Gelände in Knielingen abtransportiert.

Inzwischen ist wieder Ruhe in das Naturschutzgebiet eingekehrt. Die für die Bergung der Schwimminsel erforderliche Rodungsfläche am Südufer zeigt wieder Aufwuchs. Die Vegetationslücke neben der Aussichtshütte hat auch ihr Gutes, ermöglicht sie doch einen freien Blick auf den Erlachsee bereits vom Rundweg aus. Naturbeobachtung, Wandern und Joggen ergänzen sich somit in idealer Weise.

Das Naturschutzgebiet „Erlachsee“ mit seinen 14 ha sowie der benachbarte Bannwald „Rißnert“ liegen innerhalb des FFH-Gebiets Oberwald und Alb in Karlsruhe (Nr. 7016343).


* In Baden-Württemberg existiert ein zweites Naturschutzgebiet mit dem Namen Erlachsee. Es liegt zwischen Denkendorf und Neuhausen (Landkreis Esslingen) und gehört zu den wenigen Stillgewässern auf der wasserarmen Filderebene. Der ca. 4 ha große See geht auf die Mönche des Klosters Denkendorf zurück, die dort Fische züchteten.

Übersicht:

1 Naturschutzgebiet Erlachsee, Stadt Karlsruhe