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NSG Alter Flugplatz Karlsruhe
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Alter Flugplatz Karlsruhe, Flora
Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) im Vordergrund
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Bild: Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), AFP
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Der Rote Hartriegel (Cornus sanguinea) bildet in Mitteleuropa 3 bis 4 Meter hohe, breite und dicht stehende Sträucher. Die Rotfärbung wird durch Anreicherung von Anthocyan verursacht und ist kennzeichnend für die Art.

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Flora

 
Bild: NSG Alter Flugplatz, Stadt Karlsruhe
Alter Flugplatz Karlsruhe mit Borstgrasflächen (Nardus stricta) im Vordergrund
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Borstgras (Nardus stricta), das nur in den Hochlagen des Schwarzwaldes noch größere Vorkommen besitzt, war früher auch in der Rheinebene auf sandigen, mageren Wiesen und Weiden weit verbreitet, heute ist es eine Rarität. Das Gras ist empfindlich gegenüber Kalkung und Düngung.

 
Bild: Alter Flugplatz Karlsruhe
Alter Flugplatz Karlsruhe 2015, Sommeraspekt mit Natternkopf und Johanniskraut
(© H. Martin)

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) und Johanniskraut (Hypericum perforatum) sind auf den Flächen des Alten Flugplatzes weit verbreitet.

Die trockenen, lockeren Flugsande auf dem stillgelegten Flugplatz sowie die durch extensive Nutzung entstandenen offenen Flächen sind ideale Voraussetzungen für die Entwicklung von Sandrasen-Gesellschaften. Der kleinräumige Wechsel innerhalb der Bodenbeschaffenheit läßt die Sandrasen in einem Mosaik verschiedener Entwicklungsstufen und damit wechselnder Artenzusammensetzung auftreten.

Als typische Vertreter der Sandrasen sind Silbergras (Corynephorus canescens), Bauernsenf (Teesdalia nudicaulis), Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre), Sand-Wicke (Vicia lathyroides) sowie die Nelken-Haferschmiele (Aira cariophyllea) zu nennen. Als floristische Besonderheit sind insbesondere die Borstgrasflächen im nordöstlichen Areal des Flugplatzs erwähnenswert. Borstgras (Nardus stricta) war früher in der Rheinebene auf sandigen, mageren Wiesen und Weiden weit verbreitet, heute ist es eine Rarität *.

Im Norden und in der Mitte des Alten Flugplatzes haben sich zahlreiche Bäume und Sträucher angesiedelt. Häufig beginnt die Gehölzansiedlung mit der Brombeere. Sie breitet sich mit ihren langen Trieben rasch aus und bildet ein dichtes, undurchdringliches Gestrüpp, in dessen Schutz Bäume und Sträucher aufwachsen können. Meist gelingt es einigen von ihnen, die Brombeeren zu überwachsen, es entwickeln sich dann Baum- und Strauchgruppen sowie kleine Feldgehölze. Eine größere Ausbreitung der Gehölze ist aber nicht erwünscht, weil dadurch Sand- und Magerrasen gefährdet werden. Gelegentlich werden deshalb Bäume und Sträucher gerodet, vorrangig Robinie und Traubenkirsche, weil diese Baumarten zu besonders starker Ausbreitung neigen.

Ruderalvegetation auf dem Alten Flugplatz entwickelt sich dort, wo Boden oder Pflanzendecke gestört wurden, zum Beispiel nach Bodenverdichtung durch Tritt, Aufschüttung oder Ablagerung. Hochwüchsige Gräser wie Glatthafer, Land-Reitgras aber auch das Johanniskraut, die Großblütige Königskerze, Gewöhnlicher Natternkopf und die seltene Weg-Distel nehmen an solchen Stellen zu. Die Ruderalgesellschaften sind im Schutzgebiet außerordentlich artenreich. Insbesondere wegen ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Magerasen und Sandfluren, bieten sie zahlreichen Wildbienen und Heuschrecken optimale Lebensbedingungen.


*) Die erste amtliche Erfassung der Vegetation erfolgte 1984 im Rahmen der Stadtbiotopkartierung (Kunick & Kleyer).