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Unterer Neckar bei Mannheim
Mannheim-Oststadt nach der Neckarkorrektion (Karte, 1875)
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Bild: Luisenpark Mannheim, Stadt Mannheim
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Anhand der Grünzüge sind die ehemaligen Neckarschlingen noch gut erkennbar.

Quelle: Historische Rheinkarte des Großherzogtums Baden, 1875. Karte ist nicht genordet!

Luisenpark Mannheim:
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Übersicht
 

Entstehung und Landschaftsgeschichte

 
Bild: Stadt Mannheim, Karte 1758
Residenzstadt Mannheim an Rhein und Neckar (Kupferstich J. Anton Baertels, 1758)
(© public domain)

Die ausgeprägte Flußschlinge des Neckars östlich der Festung Mannheim (Karte rechts oben) bringt der Stadt immer wieder heftige und folgenschwere Hochwässer. Die großen Schäden des Neckarhochwassers von 1784 führen zur entscheidenden Neckarkorrektion des Ingenieur Dyckerhoff. Mit Durchstichen des Neckars, an der Neuwiese (Rennwiese), am Weißen Sand und auf der Höhe des Rosengartens. Danach nimmt der Fluss ab Feudenheim einen geradlinigen Verlauf ein. Die Reste der alten Flussschlinge verlanden.

 
Bild: Karte, Luisenpark Mannheim,1905
Gelände des Unteren Luisenparks 1905
(© public domain)

Stadtplan Mannheim-Oststadt und Luisenpark aus dem Jahr 1905. Anhand des Grünzugs zwischen Kuhweide und Rennwiese (Rennplatz) wird der Verlauf der ehemaligen Neckarrinne erkennbar. Hier entsteht 1903 der Untere Luisenpark. Das geradlinig verlaufende Neckarbett ist zu dieser Zeit bereits befestigt.

Das Zentrum von Mannheim liegt einschließlich der Vorstädte im Bereich der ineinander übergehenden Flussniederungen von Rhein und Neckar. Über viele Jahrhunderte bedrohen beide Flüsse durch Hochwasser und Eisgang das Stadtgebiet. Besonders schwere Hochwasser treffen die Stadt 1670, 1674, 1732, 1740  und 1784. Immer wieder wird versucht die Neckarschleifen vor den Toren der Stadt abzuschneiden, um dem Fluss einen geraden und kürzeren Weg in den Rhein zu ermöglichen. Die bereits im 17. Jh. einsetzenden Hochwasserschutzmaßnahmen verändern das Landschaftsbild um die 1606 gegründete Stadt im Laufe der Zeit ganz wesentlich.

Durch die 1720 beschlossene Verlegung der Residenz von Heidelberg nach Mannheim erlebt die Stadt ihren größten Wandel. Die Bedeutung als Festung und Handelsplatz an Rhein und Neckar treten jetzt vor dem rasch aufblühenden kurfürstlichen Hof in den Hintergrund. Der geplante und alsbald beginnende Schloßbau führt dazu, dass innerhalb weniger Jahre das Stadtgebiet in Richtung Osten (hier: Richtung Heidelberg) in rasantem Tempo wächst.

Die großen Schäden des Neckarhochwassers von 1784 führen zur entscheidenden Hochwasserschutzmaßnahme durch den Bauingenieur J.A. Dyckerhoff *. Mit Durchstichen des Neckars, an der Neuwiese (Rennwiese), an der Neckarplatte und auf Höhe des Rosengartens, gelingt es den Neckar zu bändigen. Danach nimmt der Fluss ab Feudenheim einen geradlinigen Verlauf ein. Die Reste der alten Flussschlinge verlanden. Im Flussbett der ehemaligen Neckarschlinge entsteht von 1892 bis 1903 der Untere Luisenpark. Namenspatronin ist die amtierende Großherzogin Luise von Baden (1838–1923).

Im Juni 2013 werden Teile des Mannheimer Luisenparkes für Besucher gesperrt. Bedingt durch ein starkes Neckarhochwasser mit ansteigendem Grundwasser stehen im Park viele Wiesen unter Wasser. Eine 120 Jahre alte Eiche verliert ihren Halt und stürzt um. Die unterirdischen Kiesschichten der ehemaligen Neckarschlinge auf der der Luisenpark ruht, haben sich unterirdisch wieder mit Wasser gefüllt.


* Jacob Arnold Dyckerhoff (1725–1804), ab 1770 Baudirektor des Kurfürsten Carl Theodor von der Pfalz.