Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Schwedenschanze
Karte
Kartenlegende
Wählen Sie aus:
Suche
Suche in …
Die Schwedenschanze am Ölberg
Blockhütte an der Schwedenschanze
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Schwedenschanze am Ölberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Erstes Element Vorheriges Element Bild vergrößern Nächstes Element Letztes Element

Sitzbänke sowie eine Schutzhütte des Odenwaldklubs machen den Rastplatz an der Schwedenschanze beliebt.

Schwedenschanze:
Weitere Informationen
Erlebnisorte in der Nähe:
 
Übersicht

Schwedenschanze

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Die Schwedenschanze am Schriesheimer Ölberg

 
Bild: Schwedenschanze, Schriesheim (Naturdenkmal)
Die Schwedenschanze am Ölberg (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: Linnenbach)

Das geschichtsträchtige Areal der Schwedenschanze, auf der Nordseite des Ölbergs, ist eine Felsnase aus permischem Quarzporphyr. Etwas unterhalb davon befindet sich ein Wallgrabensystem der Schweden aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs, das heute in Teilen noch erkennbar ist.

Die Schwedenschanze war bereits vor der Unterschutzstellung des Ölbergs als Flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesen. Heute zählt dieser Bereich zum Naturschutzgebiet am Ölberg.


* Das baden-württembergische Naturschutzgesetz (2005) definiert als Naturdenkmale Gebiete bis zu 5 ha (flächenhafte Naturdenkmale) oder Einzelbildungen der Natur, deren Schutz und Erhaltung aus wissenschaftlichen, ökologischen, naturgeschichtlichen, landeskundlichen oder kulturellen Gründen oder wegen ihrer Eigenart, Seltenheit oder landschaftstypischen Kennzeichnung erforderlich ist.

 
Bild: NSG Ölberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Überreste eines Ringwalls
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Überreste eines Ringwalls aus der Zeit des 30-jährigen Kriegs in Nähe der Schwedenschanze.

 
Bild: Blick über Schriesheim
Blick über Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Blick vom Kuhberg auf Schriesheim an der Bergstraße. Am rechten Bildrand sind Teile der Strahlenburgruine erkennbar.

 

Sowohl die Entstehung als auch die Historie der oberhalb von Schriesheim (Rhein-Neckar-Kreis) gelegenen Schwedenschanze sind noch nicht vollständig geklärt.

Geologisch betrachtet handelt es sich bei der Schwedenschanze um einen Felsensporn aus permischem Quarzporphyr, der im Nordwesten des Ölbergmassivs nahezu trapezförmig ausläuft. Vermutlich ist der Sporn ein Ausläufer eines Lavastroms, der unterhalb des Ölbergs durch Erkalten zum Stillstand kam. Auf der anderen Seite können ebenso Abtragungs- bzw. Erosionsvorgänge die Felsnase geschaffen haben. Denkbar wäre auch, dass Menschen an der Ausprägung mit beteiligt waren.

Nachweislich besetzten um 1632 schwedische Soldaten der Protestantischen Union den strategisch günstigen Felsen am Ölberg, um den Fortgang des Dreißigjährigen Kriegs abzuwarten. Zuvor war es den Schweden am 17. September 1631 gelungen, die kaiserlichen Truppen unter Tilly (Katholische Liga) in Sachsen vernichtend zu schlagen. Damit war der Weg in das überwiegend katholisch geprägte Süddeutschland am Nördlichen Oberrhein frei.

Wohl im zeitigen Frühjahr 1632 erreicht das Schwedische Heer (ca. 36.000 Mann) unter Führung von König Gustav II. Adolf die Bergstraße bei Schriesheim. Ein Teil der Truppen quartiert sich für längere Zeit hier ein, um den Rücken für die übrigen nach Bayern weiterziehenden schwedischen Einheiten zu sichern. Als Stütz- und Beobachtungspunkt wählen sie den markanten Felsensporn am Ölberg aus, der seinerzeit unbewaldet ist. Dort lassen die Schweden einen Befestigungswall aus Erde und Quarzporphyr errichten. Die Steine dafür beziehen sie aus den lockeren Schutt- und Blockhalden der Gipfelregion des angrenzenden Ölbergs. Für den Bau der Anlage wird die Bevölkerung aus den umliegenden Ortschaften unter Androhung von Repressalien herangezogen. Zur Verpflegung ist insbesondere die Bürgerschaft von Schriesheim verantwortlich, die in dieser Zeit viel ertragen muss. Im Mai 1632 dehnen die Schweden ihre territoriale Macht aus und erobern unter General Gustaf Graf Horn * die Stadt Wiesloch an der Südlichen Bergstraße. Die Nachbarorte Dielheim, Horrenberg und Balzfeld, die zum katholischen Hochstift Speyer gehören, werden ebenfalls niedergebrannt. Im Juni 1632 fällt dann auch Heidelberg.

Über den genauen Zeitpunkt des Abzugs der Schweden von Schriesheim ist nichts bekannt. Als Erinnerung finden sich noch heute Teile der Befestigungsanlagen an der Nordseite des Ölbergs, der sog. "Schwedenschanze". Der Felsensporn wird aufgrund seiner geschichtlichen Bedeutung bereits 1937 als Flächenhaftes Naturdenkmal (FND) ausgewiesen. Seit 1998 zählt die Schwedenschanze mit zum Naturschutzgebiet Ölberg.


* Gustaf Karlsson Horn, Graf von Björneborg (* 22. Oktober 1592 in Örbyhus bei Uppsala; † 10. Mai 1657 in Skara), schwedischer Feldherr im Dreißigjährigen Krieg (s. Bildergalerie).

Übersicht:

1 Die Schwedenschanze am Schriesheimer Ölberg