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Nutzung Erneuerbarer Energiequellen in Baden-Württemberg
Erneuerbare Energiequellen
Mit Biodiesel betriebener Stadtbus in Lahr (Ortenaukreis)
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Bus SWEG Biodiesel
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Erneuerbare Energiequellen vor Ort - Tue Gutes und Rede darüber

Falls Sie selbst Erneuerbare Energien nutzen, haben Sie unter "Erneuerbare Energien vor Ort" die Möglichkeit, Ihre Anlage in eine interaktive Karte einzutragen. Die von Ihnen erzielte CO2-Einsparung wird automatisch berechnet. Alle eingetragenen Anlagen können über einen Suchmechanismus gefunden werden.

 

Klimafreundliche Technologien

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Geothermie - Energiequelle aus dem Erdinneren

Bild: Exkursion 2006 (Ldkr. Breisgau-Hochschwarzwald)
Blick auf die Stadt Staufen im Breisgau (Aufn. 2006)
(© KIT, Autor: C. Greceanu)

Im September 2007 wurden vor Ort mehrere Bohrungen zur Erkundung einer möglichen Erdwärmegewinnung für das historische Rathaus bis in 140 m Tiefe vollzogen. Dies führte dazu, dass sich seit 2007 der historische Stadtkern von Staufen monatlich um rund einen Zentimeter anhob. Die Sondierungsbohrungen hatten eine Verbindung zwischen dem Grundwasser und einer darüber liegenden ca. 40 m mächtigen Gipskeuperschicht geschaffen. Durch die Wasseraufnahme wandelt sich nun der Anhydrit zu Gips um, was das Bodenvolumen beim Aufquellen nahezu verdoppelt. An ca  270 Häusern zeigen sich inzwischen Risse. Ein Gebäude wurde 2013 bereits abgerissen. Der Schaden wird insgesamt auf mehr als 50 Mio Euro geschätzt.

 

Je tiefer man in die Erde vordringt, desto wärmer wird es. Das war schon den Bergleuten vor Jahrhunderten bekannt. Quelle der Wärme ist der 4000-5000 °C heiße Erdkern. Erdgekoppelte Wärmepumpen und Erdsonden nutzen die oberflächennahe Wärme bis in einigen hundert Metern Tiefe. Mit dem Hot-Dry-Rock-Verfahren kann Wärme auch aus größeren Tiefen genutzt werden. Wirtschaftlich besonders attraktiv sind vulkanisch aktive Gebiete, in denen die Wärme bereits in geringen Tiefen auf einem relativ hohen Niveau vorliegt.
In Baden-Württemberg werden mit Hilfe von Wärmepumpen bereits tausende von Haushalten mit Erdwärme versorgt. Damit die Nutzung von Wärmepumpen wirtschaftlich ist, müssen die beheizten Häuser ausreichend gedämmt und die Heizungsanlage sorgfältig geplant sein.

Die Geothermie lässt sich auch für die Stromerzeugung nutzen. Die erforderlichen Wärmereservoirs sind in Deutschland nur in sehr großer Tiefe vorhanden. Für das erste deutsche Geothermiekraftwerk in Neustadt-Glewe (Mecklenburg-Vorpommern) mussten Wärmequellen in über 2000 Metern Tiefe angezapft werden. Beim heutigen Stand der Technik stellen Bohrungen in diese Tiefen zwar kein Problem mehr dar, sie sind aber sehr teuer. Weitere Forschung und Pilotprojekte werden zeigen, wie die Wirtschaftlichkeit verbessert werden kann.

Schäden an Häusern durch Erdwärmebohrungen

In einigen Gemeinden Baden-Württembergs (u.a. im südbadischen Staufen) sind nach Erdwärmebohrungen massive Schäden an Gebäuden aufgetreten. Grundwasser war in eine gipshaltige Schicht gelaufen, die sich aufblähte und den Boden anhob.

Als Konsequenz veröffentlichte das Umweltministerium Baden-Württemberg Leitlinien zur Qualitätssicherung bei oberflächennaher Geothermie. Bohrunternehmen, die stockwerksübergreifende Bohrungen durchführen wollen, werden darin zu einem Versicherungsschutz verpflichtet. Außerdem verlangt das Ministerium die Einhaltung höherer Qualitätsstandards wie z.B. die einwandfreie Abdichtung des Bohrlochs.