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Nutzung Erneuerbarer Energiequellen in Baden-Württemberg
Erneuerbare Energiequellen
Mit Biodiesel betriebener Stadtbus in Lahr (Ortenaukreis)
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: Bus SWEG Biodiesel
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Erneuerbare Energiequellen vor Ort - Tue Gutes und Rede darüber

Falls Sie selbst Erneuerbare Energien nutzen, haben Sie unter "Erneuerbare Energien vor Ort" die Möglichkeit, Ihre Anlage in eine interaktive Karte einzutragen. Die von Ihnen erzielte CO2-Einsparung wird automatisch berechnet. Alle eingetragenen Anlagen können über einen Suchmechanismus gefunden werden.

 

Klimafreundliche Technologien

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Biomasse - am nachhaltigsten bei Reststoffnutzung

 
Bild: Biomasse BHKW Lahr
Strom und Wärme aus Abfall - Biomasse BHKW Verbandsklärwerk Lahr
(© IFEU-Institut, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Biodieseltank SWEG Lahr
Biodiesel-Tank
(© IFEU-Institut, Autor: B. Grießmann)

In einem Biomassekraftwerk (BMKW) wird durch die Verbrennung von Biomasse Strom erzeugt. Ein Biomasseheizkraftwerk (BMHKW) stellt zusätzlich Wärme bereit. Rohstoffe sind feste Brennstoffe wie Holzreste (Holzpellets, Holzhackschnitzel) oder Stroh. Bedeutende Anlagentypen sind Biomasse-Dampfkraftwerke, ORC-Anlagen und thermische Biomassevergaseranlagen.

Eine bewährte Technologie ist die Umsetzung von Biomasse in Biogas. Biogas ist sehr vielseitig und kann über Kraft-Wärme-Kopplung sowohl in Strom als auch in Wärme umgewandelt oder als Brenn- und Treibstoff eingesetzt werden. In Baden-Württemberg sind aktuell (Stand: 2013) knapp 850 Biogasanlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von circa 300 Megawatt in Betrieb. Sie produzieren über drei Prozent des insgesamt im Land erzeugten Stroms.

Außer Reststoffen können bei der Biomassenutzung auch Energiepflanzen als Rohstoffe dienen. So werden beispielsweise Biokraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen wie Getreide, Ölpflanzen oder Holz gewonnen.

Grundsätzlich ist die Biomassenutzung klimaneutral. Bei der Umsetzung werden nur die Mengen CO2 wieder abgegeben, die zuvor bei Wachstumsprozessen in die Pflanzen eingelagert wurden.

Die Verwendung von Biomasse ist trotzdem nicht unumstritten. Bei der Entnahme von Reststoffen aus land- oder forstwirtschaftlichen Ökosystemen ist darauf zu achten, dass dem Boden nicht zu viel organische Substanz entzogen wird.

In der Kritik steht aber vor allem die Verwendung nachwachsender Rohstoffe für die energetische Nutzung. Der Anbau von Energiepflanzen kann in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion treten und Preisanstiege auslösen. Außerdem werden beim intensiven Pflanzenanbau Stickstoffdünger eingesetzt, wodurch sich die Treibhausgas-Bilanz erheblich verschlechtert. Sie wird sogar negativ, wenn Landnutzungsänderungen wie z.B. die Rodung von Urwaldflächen berücksichtigt werden. Deshalb fordert der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) einen Anbau von Energiepflanzen ausschließlich auf Flächen, die nicht für die Nahrungsmittelproduktion geeignet sind. Die Produktion von Biokraftstoffen für den Straßenverkehr in Industrieländern sei grundsätzlich keine geeignete Klimaschutzoption. Viel mehr sollte den Nutzungspfaden, die aus Bioenergie Strom und Wärme erzeugen, der Vorzug gegenüber der Nutzung von Biokraftstoffen im Mobilitätssektor gegeben werden.

Die Landesregierung Baden-Württemberg fördert die Biomassenutzung unter Beachtung der genannten Umwelt- und Naturschutzkriterien. Ziel ist die Entspannung von Flächenkonkurrenz und Verhinderung von Monokulturen. Die klimagerechte Verwertung von Gülle soll vorangetrieben werden.