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Bauland, Tauberland und Hohenloher Ebene
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Bauland, Tauberland, Hohenlohe
Bauland-Landschaft bei Hardheim-Erfeld
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Bild: Bauland bei Hardheim-Erfeld TP_BGL9_10_5
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Blick über das obere Erfatal nach Westen auf die Muschelkalk-Landschaft bei Hardheim-Erfeld. Die höchsten Lagen werden vom Lettenkeuper gebildet.

Bauland, Tauberland und Hohenloher Ebene:
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Bauland, Tauberland und Hohenloher Ebene

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Bauland, Tauberland, Kocher-Jagst-Ebenen, Hohenloher und Haller Ebene

 
Bild: Bauland bei Adelsheim TP_BGL9_10_1
Landschaft im Oberen Muschelkalk des Baulands bei Adelsheim
(© LGRB, Autor: K. Rilling)

Der Blick geht über das hier 100 m tief eingeschnittene Seckachtal hinweg auf die hügelige, zertalte Hochfläche im Oberen Muschelkalk nördlich von Adelsheim. Steinige Tonböden, wie im Bildvordergrund zu sehen, sind weit verbreitet. Als Bodentypen treten Pelosole, Pararendzinen, Terra fuscen und Rendzinen auf. Im Verbreitungsgebiet geringmächtiger Lösslehmdecken sind steinfreie Lehmböden zu finden (Parabraunerden). Die Trockentalmulden werden von lehmigen Abschwemmmassen eingenommen (Kolluvisole).

 
Bild: Rebhänge bei Beckstein TP_BGL9_10_2
Rebhänge im Unteren Muschelkalk bei Beckstein im Tauberland
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

An den Rebhängen im Muschelkalk des Tauberlands finden sich i. d. R. mehr oder weniger humose, kalkhaltige, lehmig-tonige Böden mit hohem bis sehr hohem Steingehalt (Rigosole). Der Weinbau, wie hier bei Lauda-Königshofen-Beckstein, in einem kleinen Nebental der Tauber, ist auf wenige Gebiete beschränkt. Er war aber bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts viel ausgedehnter und nahm einen Großteil der Muschelkalkhänge ein. Starke Bodenerosion infolge des damaligen Weinbaus führte zu sehr flachgründigen, steinigen, degradierten Böden, die heute oft von Kiefernwäldern bestanden sind.

 
Bild: Hohenloher Ebene bei Wolpertshausen TP_BGL9_10_3
Hohenloher Ebene bei Wolpertshausen
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Typische Böden auf den ebenen Scheitelbereichen sind hier Pseudogley-Parabraunerden aus Lösslehm. Aufgrund des schwerdurchlässigen Lettenkeupertons unter dem meist nur 0,5–2 m mächtigen Lösslehm weisen die Böden deutliche Staunässemerkmale auf. In den hängigen Randbereichen sind meist tonige, z. T. auch sandige Böden aus verwittertem Lettenkeupergestein verbreitet (Pelosole, Pararendzinen, Braunerden). In dem Muldental finden sich Böden aus abgeschwemmtem Bodenmaterial (Kolluvisole) Sie weisen an dieser Stelle kaum Vernässungsmerkmale auf, da der in der Mulde einsetzende Obere Muschelkalk durch die Verkarstung eine natürliche Drainagewirkung besitzt. Eindrucksvolle Zeichen der Verkarstung sind hier auch die beiden Dolinen im Gebüsch und rechts neben dem Weg im Acker.

Hügelländer, Ebenen und tiefe Täler im Nordosten

Die Region zwischen Mosbach, Tauberbischofsheim und Crailsheim bildet den nördlichsten Teil der baden-württembergischen Gäulandschaften, mit fruchtbaren Böden aus Lösslehm und Löss, aber auch mit steinigen Muschelkalkböden und schweren Tonböden aus Lettenkeupergestein. Die Hügellandschaften und Ebenen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt und sind von vielen Waldgebieten durchsetzt. Die südlichen Landschaftsteile werden über die tief eingeschnittenen Täler von Kocher und Jagst zum Neckar hin entwässert, während Tauber und Erfa im Norden Nebentäler des Mains sind. Im Südwesten wird die Region vom Neckartal und im Westen und Norden von den Buntsandsteinplatten des Odenwalds und Spessarts begrenzt. Den Südrand bildet die von den höheren Lagen der Hohenloher Ebene aus überall sichtbare Keuper-Schichtstufe der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge. An der Landesgrenze im Nordosten erfolgt der Übergang zu der südlich von Würzburg gelegenen Lösslandschaft des Ochsenfurter Gaus.

Besonders im Norden des Gebiets bilden größtenteils Kalksteine des Oberen Muschelkalks den Untergrund. Sie sind reichlich mit mehr oder weniger dicken Tonmergelsteinlagen durchsetzt. Im Süden, im Hohenloher Land, wird der Obere Muschelkalk großflächig von den nur max. 25 m mächtigen Gesteinsschichten des Unterkeupers (Lettenkeuper) überlagert. Es handelt sich dabei um eine Wechselfolge von Ton-, Mergel-, Sand- und Karbonatgesteinen. Die zentralen Hochflächen sind dort zudem häufig von Lösslehm bedeckt.


Ganz im Süden der Bodenlandschaft sind in einem schmalen Gürtel Ton-, Gips- und Mergelsteine des Gipskeupers verbreitet. In einem breiten Streifen, im Übergang zum Odenwald, kommen Kalk-, Dolomit- und Mergelsteine des Unteren und Mittleren Muschelkalks vor. Im übrigen Gebiet treten diese vor allem an den unteren Talhängen in Erscheinung. An einzelnen Stellen, im Bereich von Schichtaufwölbungen, haben sich die Täler bis in den Oberen Buntsandstein eingeschnitten. An den Hängen des unteren Taubertals und auf dem östlich von Wertheim gelegenen Teil der Marktheidenfelder Platte treten ebenfalls die roten Sand- und Tonsteine des Buntsandsteins in Erscheinung.

 

Die Gäulandschaften gehören zu den am frühesten besiedelten Gebieten des Landes. Im Vergleich zum benachbarten Neckarbecken und Kraichgau erfolgte aber im Nordosten eine flächenbedeutsame frühmittelalterliche Besiedlung erst mit einiger Verzögerung. Auch heute gehören die Landschaften dort zu den dünn besiedelten Regionen Baden-Württembergs.

 

Übersicht:

1 Bauland, Tauberland, Kocher-Jagst-Ebenen, Hohenloher und Haller Ebene