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Bauland, Tauberland und Hohenloher Ebene
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Gipskeuperlandschaft
Gipsbruch bei Crailsheim
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Bild: Gipsbruch bei Crailsheim TP_BGL9_10_156
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Durch Auslaugung des Gipssteins im unteren Bereich des Gipskeupers (Grundgipsschichten) entstehen Hohlräume, in die das darüberliegende Material allmählich nachsackt. An der Oberfläche entstehen so die meist rundlichen Hohlformen (Dolinen).

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Gipskeuper-Landschaft

 
Bild: Gipsbruch bei Vellberg TP_BGL_9_10_167, Hohenlohe
Gipsbruch am Äulesberg nördlich von Vellberg (Gipskeuper)
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Über dem hellen Gipsstein lagern viele Meter graue und rötliche Ton- und Mergelgesteine, die von dünnen Gipsstein- und Steinmergelbänken unterbrochen werden.

 
Bild: Naturschutzgebiet Reußenberg TP_BGL9_10_120
Naturschutzgebiet Reußenberg nordwestlich von Crailsheim - "Neue Lache"
(© LGRB, Autor: K.Rilling)

Durch Auslaugung der Gipsschichten im unteren Gipskeuper hat sich eine charakteristische flachkuppige Landschaft mit zahlreichen Einsenkungen gebildet. Die Hohlformen sind von unterschiedlicher Form und Größe. Teils sind sie durch Einbrüche, teils durch allmähliches Nachsacken entstanden. Wo sie durch das nachgesackte Material abgedichtet wurden sind kleine Gewässer, die sog. "Lachen", entstanden. Die teilweise darin stehenden abgestorbenen Bäume weisen auf die anhaltende Senkung hin. In anderen Hohlformen finden sich Pseudogleye, Anmoorgleye, Moorgleye oder Niedermoore.

Untergrund mit Auflösungserscheinungen

Die Gesteine des Gipskeupers (Grabfeld-Formation) bilden einen nur schmalen Hügellandstreifen und den Hangfuß der südlich angrenzenden Bodenlandschaft „Keuperbergland“. Inselhaft kommt der Gipskeuper aber auch im Süden der Hohenloher-Haller-Ebene vor. Größere Ausdehnung besitzt er beiderseits der Flüsse Jagst und Bühler bei Crailsheim und Vellberg. Lösungserscheinungen in den gipsführenden unteren Schichten haben zu einem typischen Subrosionsrelief geführt, einer kleinreliefierten, flachkuppigen Landschaft mit zahlreichen Dolinen und unregelmäßig geformten, oft abflusslosen Senken. Neben tonig-mergeligen Böden von dunkelviolettroter oder grauer Farbe auf den flachen Kuppen (Pelosol, Pararendzina) finden sich von Stau- und Grundwasser überprägte schwere Tonböden in den Senken und Bachauen (Pseudogley, tonreicher Auengley). In einzelnen abflusslosen Gipskarstsenken treten auch Anmoorgleye, Moorgleye und Niedermoore auf (z. B. „Kupfermoor“ nordwestlich von Schwäbisch Hall, Naturschutzgebiet „Reußenberg“ westlich von Crailsheim).

 

Örtlich bildet der untere Gipskeuper auch breite, von Lösslehm bedeckte Ebenen und flache Hügel. Vorherrschende Böden sind dann Pseudogley-Parabraunerden. Wo der Lösslehm nur sehr geringmächtig ist oder sich mit dem tonigen Verwitterungsmaterial des Gipskeupers vermischt hat, sind auch Pelosol-Parabraunerden verbreitet.