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NSG Goldshöfer Sande
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Naturschutzgebiet Goldshöfer Sande (Ostalbkreis)
Goldshöfer Sande - im Pleistozän abgelagerte Sand- und Schotterreste
(Element 1 von 15: Bild)
Bild: Goldshöfer Sande, Sandkörner
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Die Goldshöfer Sande, ein einzigartiges landschafts- und erdgeschichtliches Dokument im Albvorland..

NSG Goldshöfer Sande:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Goldshöfer Sande - Geotop und Schutzgebiet

 
Bild: NSG Goldshöfer Sande
Naturschutzgebiet "Goldshöfer Sande" bei Aalen-Hofen (Ostalbkreis)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Eine Besonderheit des Naturschutzgebiets ist das weitgehend intakte Vorkommen der rötlich-gelb gefärbten Goldshöfer Sande, die hier im Pleistozän abgelagert wurden.

 
Bild: NSG Goldshöfer Sande, Ostalbkreis,
Ausgedehnte Streuobstwiesen unterhalb des Naturschutzgebiets
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: NSG Goldshöfer Sande (Ostalbkreis)
Goldshöfer Sande sind an ihrer gelben bis rötlich braunen Färbung gut zu erkennen
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

In ihrem heutigen Stadium erscheinen die Goldshöfer Sande als entkalkte, gelbliche bis bräunliche und mittel- bis grobkörnige Quarzsande mit typischen Sedimentstrukturen.

Das 46,5 Hektar große Naturschutzgebiet „Goldshöfer Sande" liegt auf einer Hügelkuppe zwischen dem Ortsteil Hofen und der Gemeinde Hüttlingen nördlich von Aalen (Ostalbkreis). Im Süden schließt sich das Landschaftsschutzgebiet „Hügelland um Hofen" an. Es dient als Biotopergänzungsraum und sichert die die vielfältigen Landschaftsfunktionen des Naturschutzgebiets ab.

Eine Besonderheit des Naturschutzgebiets ist das weitgehend intakte Vorkommen der rötlich-gelb gefärbten Goldshöfer Sande. Definiert sind sie als Sand- und Schotterreste im Albvorland, die im Pleistozän abgelagert wurden, als das Gewässernetz der Ur-Brenz von Norden kommend noch in die Donau entwässerte. Erkennbar wird das an der Schüttungsrichtung, der Hügelkuppe, die radial nach Süden in Richtung Albpforte südlich von Aalen hinweist. Transportiert wurden vor allem Kiese und Sande aus eisenreichen Keuper- und Juragesteinen.

Heute liegen die Sande häufig in Reliefumkehr auf den Höhen ("Goldhöfer Terrassen"). In der Nähe des Albtraufs bei Aalen werden die Goldshöfer Sande von schützenden Kalkschottern überlagert. Hier wurden in den 1920er Jahren unter der Leitung des Geologen Dr. H. Pahl bedeutende Fossilfunde von Großsäugern gemacht. U. a. fand man einen Unterkiefer der ausgestorbenen Elefantenart Mammuthus meridionalis, Geweihe des Urelchs (Alces latifrons) sowie Kiefer des Urpferdes (Allohippus suessenbornensis). Die bedeutendsten Funde wurden im Museum der Universität Tübingen konserviert und bis heute dort aufbewahrt.

Im Schutzgebiet treten die goldgelb bis rötlich braun gefärbten Sande visuell nur wenig in Erscheinung. Sie liegen meist unter einer Pflanzendecke verborgen, kommen aber an Fuchs- oder Kaninchenbauten zum Vorschein. Insbesondere die Vogelwelt profitiert von vielfältigen Habitatstrukturen und einer relativ extensiven Nutzung der offenen Landschaftsteile.  Als Bewohner der Obstbäume und Hecken leben Dorngrasmücke, Gartenrotschwanz, Neuntöter und Kleinspecht im Schutzgebiet. Baumfalke (Falco subbuteo) und Wespenbussard (Pernis apivorus) bevorzugen als Bruthabitat die mit Wald bestandenen Bereiche.

Im oberen Teil der Hügelkuppe gibt es einen strukturreichen Schwarzerlen-Eschen-Feuchtwald mit einer Sickerquelle sowie mit einer gering schüttenden Fließquelle mit rinnsalartigem Quellbach, der in nördlicher Richtung entwässert. Im Nordöstlichen Bereich im Gewann Haldenfeld finden sich bei den Feldhecken u. a. vereinzelt Adonisröschen (Adonis aestivalis) und der seltene Wiesen-Kerbel (Anthriscus sylvestris).  Auf den mit Kalkschotter durchsetzten Sanden wachsen seltene Ackerwildkräuter wie Acker-Ochsenzunge (Anchusa arvensis) oder Dreiblättriger Ehrenpreis (Veronica triphyllos).