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Bruch am Walldorfer Kreuz
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Bruch am Walldorfer Kreuz
Niedermoorflächen am Walldorfer Kreuz
(Element 1 von 13: Bild)
Bild: Niedermoor Walldorfer Kreuz (Rhein-Neckar-Kreis)
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Anmoor- und Niedermoorflächen am Walldorfer Kreuz (HÖLZER 1995).

Die Bruchlandschaft mit ihren dunkelbraunen Böden ist Teil eines weitläufigen Niedermoors, das in den 1930er Jahren durch den Bau der Reichsautobahn Heidelberg - Karlsruhe in der Mitte zerschnitten wurde.


Legende:

Anmoorige Flächen = dunkelbraun

Niedermoorflächen = hellbraun

Überdeckte Moorflächen = grün

Zerstörte Moorflächen = grauer Kreis

 

Bruch am Walldorfer Kreuz:
Weitere Informationen
Erlebnisort in der Nähe:
 
Übersicht

Bruch am Walldorfer Kreuz

 

Bruch am Walldorfer Kreuz (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Bruch am Walldorfer Kreuz (Rhein-Neckar-Kreis)
Bruchlandschaft am Walldorfer Kreuz
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der wenig beachtete Bruch am Autobahnkreuz Walldorf ist ein typisches Niedermoor, das aus einer ehemaligen Verlandungsschlinge der Kinzig-Murg-Rinne hervorgegangen ist. Schutzwürdig.

 
Bild: Erlenbruch am Autobahnkreuz Walldorf
Ehemaliger Torfstich im Kernbereich
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Schutzwürdiger staunasser Erlenbruch am Autobahnkreuz Walldorf.

 
Bild: Bruch am Walldorfer Kreuz, Schwarzerle
Erlenbruchwald am Walldorfer Kreuz, Schwarzerle mit Stelzwurzeln
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Stelzwurzeln (hier: Schwarzerle) entstehen aufgrund der Torfabsackung bzw. -mineralisation des anstehenden Moorbodens

Der wenig beachtete Bruch am Autobahnkreuz Walldorf liegt südöstlich von Reilingen in der Kraichbachniederung. Die Bruchlandschaft mit ihren dunkelbraunen Böden ist Teil eines weitläufigen Niedermoors, das in den 1930er Jahren durch den Bau der Reichsautobahn Heidelberg - Karlsruhe in der Mitte zerschnitten wurde. Die Baumaßnahme sowie die damit verbundene Entwässerung zerstörten dabei weite Teile der damals noch intakten Moorflächen. Weitere Eingriffe erfolgten 1975 durch den Bau der BAB 6, die bei Walldorf und St. Leon die BAB 5 kreuzt.

Wissenschaftliche Untersuchungen in den 1990er Jahren belegen, dass die Bruchlandschaft aus einer ehemaligen Verlandungsschlinge der  Kinzig-Murg-Rinne hervorgegangen ist. Demnach beträgt die Torfmächtigkeit im Untergrund noch heute bis zu 2 m. Wie beim benachbarten Kapellenbruch folgt in den Rinnen aus Kies und Sand zunächst Tonmudde (hier: ca 30-80 cm mächtig), darüber liegt eine Schicht Seekreide, die als marines Sediment vor ca. 20 Mio Jahren im Rheingraben abgelagert wurde. Über der Seekreide folgen torfige Ablagerungen aus Seggen und Schilf (s. Fachliche Details).

Nach den Erläuterungen zur Geologischen Karte des Großherzogtums Baden (1899) wurde im östlichen Teil des Niedermoors Torf gestochen. Heute dominiert auf den Flächen landwirtschaftliche Nutzung, vor allem Mais- und Kartoffelanbau, in Richtung Reilingen-Wersauer Hof auch Beweidung.

Niedermoore gehören bei uns zu den besonders gefährdeten Lebensräumen, da sie selbst heute noch durch Trockenlegung zerstört werden. Durch den Rückgang der Moore sind zahlreiche moorbewohnende Organismen gefährdet. Dies gilt auch für den Bruch am Walldorfer Kreuz. Die Fläche ist ein wahres Paradies für Libellen und Fledermäuse. Hier lebt die seltene Braune Mosaikjungfer, die sich den  Lebensraum mit Heidelibelle, Kleiner Mosaikjungfer und Blaugrüner Mosaikjungfer teilt. 1971 wurde vorort das Gefärbte Laichkraut (Rote Liste BW, Status 1) an mehreren Stellen im Gebiet nachgewiesen. An warmen Sommerabenden überfliegen zahlreiche Fledermäuse die Bruchniederung, um Insekten zu jagen.Trotz seltenem Arteninventar und interessanter Geomorphologie verfügt das kleine Niedermoor am Walldorfer Autobahnkreuz über keinen rechtlich verordneten Schutzstatus.

Der Bruchwald sowie die angrenzende Feldflur von St. Leon sind auch bevorzugter Lebensraum des Wildschweins. Die Erkundung des schwer zugänglichen Erlenbruchs ist nur im Spätsommer zu empfehlen, wenn die Schweine keine Frischlinge mehr führen. Wildschweine sind in der Kernzone des Niedermoors häufig, vor allem tagsüber. Lautes Reden sowie sichere und ruhige Fortbewegung halten die Tiere fern. Das Mitführen von Hunden ist nicht zu empfehlen.