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NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge
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Neckarufer, Seitelsgrund-Moosklinge
Buntsandsteinblockhalde bei der Moosklinge (Neckar-Odenwald-Kreis)
(Element 1 von 8: Bild)
Bild: NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge - Buntsandstein
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Unterhalb einer dünnen Humusschicht treten mächtige Buntsandsteinblöcke (Unterer Buntsandstein) zutage. Sie zeigen die typische Wollsackverwitterung.

NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge:
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NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge

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Urwüchsiges Neckartal an der Landesgrenze

 
Bild: NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge
Blick von der Moosklinge auf den Neckar zwischen Ersheim und Pleutersbach.
(© M. Linnenbach)

Blick von der Moosklinge (Moosbrunn, Neckar-Odenwald-Kreis) auf den Neckar zwischen Ersheim und Pleutersbach. Im Hintergrund verläuft die Bahntrasse der Odenwaldbahn.

 
Bild: NSG Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge - B 37
Blick vom Tunnelausgang auf die B37 in Fahrtrichtung Eberbach
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Bei Hirschhorn kürzt die Bundesstraße 37 über zwei Brücken und einen Tunnel die große Flussschleife des Neckars ab. Auf dem Bild wird der Hirschhorner Hals vom Tunnel der Bundesstraße 37 unterquert. Der Straßentunnel wurde am 17.09.1982 für den Verkehr freigegeben.

 
Bild: Westportal, Strassentunnel B 37, Neckar-Odenwald
Geologischer Aufschluss an der B 37, Westportal
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Am Westportal des Strassentunnels bei Hirschorn (Neckar-Odenwald) sind Schichten aus Unterem Buntsandstein (su) aufgeschlossen. Es handelt sich hier um kompakte, dickbankige Sandsteinbänke, die nur durch dünne Mergelzwischenlagen voneinander getrennt sind. Die Formationen geben einen guten Einblick in den geologischen Aufbau des Sandstein-Odenwalds. Über dem Tunnelportal ist die Felswand gesichert.

Das 1996 ausgewiesene Naturschutzgebiet „Neckarufer, Seitelsgrund, Moosklinge" ist eine weitläufige Mittelgebirgsschaft im Sandstein-Odenwald mit mehreren tief eingeschnittenen Klingen und Schluchten.Tief in den Buntsandstein hat sich hier der Neckar eingegraben und eine weite Schleife zwischen den Ortschaften Eberbach-Pleutersbach und Hirschhorn-Ersheim geschaffen. So entstanden auf baden-württembergischer Seite steile Prallhänge (Oberer Neckarberg) sowie ein sanft ansteigendes wiesenbewachsenes Gleitufer unterhalb des Feuerbergs auf hessischer Seite. Die dicht bewaldeten Prallhänge reichen im Bereich des Schutzgebiets bis an den Fluss heran. In dessen Mitte verläuft die Landesgrenze (s. Karte des Gebiets).

Geologie

An den Prallhängen tritt lokal der sog. Pseudomorphosensandstein zu Tage. Dabei handelt es sich um eine Gesteinsschicht des Unteren bis Mittleren Buntsandsteins. Diese Gesteinsformation ist charakteristisch für den unteren Bereich der Steilhänge im Neckartal. Wegen ihrer guten Eignung als Werkstein wurde der anstehende Buntsandstein in der Region an mehreren Stellen abgebaut. Dies belegen die stillgelegten Steinbrüche im Schutzgebiet in Nähe der Seitelsklinge und der Moosklinge. Anhand der Fassaden älterer Gebäude der Verbandsgemeinde Schönbrunn ist die Nutzung des Sandsteins heute noch sichtbar.

Die Moosklinge, nördlich von Moosbrunn, wird bedeckt von einem Blockfeld (Felsenmeer), das die Klinge hinabzieht. Die Felsblöcke entstammen dem Mittleren Buntsandstein. Der Blockstrom entstand in der letzten Eiszeit, als die durch Frost gesprengten Felsen während der kurzen sommerlichen Auftauphase durch Schmelzwasser und rutschendem Hangschutt nach unten verlagert wurden. Manche Sandsteine enthalten hier Tongallen; das sind dunkle, rundliche Einschlüsse aus Tonsedimenten, die bis handtellergroß sein können.

Geschichte

Die Landschaft an der Hirschhorner Neckarschleife ist geschichtsträchtig. Funde belegen, dass das Gebiet bereits vor 6.000 Jahren besiedelt war. Die erste Erwähnung der von der Neckarschleife umflossenen Landzunge mit dem Ortsteil Ersheim ist  für das Jahr 773 im Lorscher Codex vermerkt. Somit ist Ersheim nicht nur Ursprung der späteren Stadt Hirschhorn sondern auch eines der ältesten Siedlungen im Neckartal. Kriegerische Auseinandersetzungen sowie immer wiederkehrende schwere Hochwässer und Eisgänge führten im Laufe der Zeit zur Entvölkerung der Ortslage. Erst nach Fertigstellung der Neckarstaustufe bei Hirschhorn mit Schleuse und Brücke im Jahr 1933, existierte eine Straßenverbindung nach Ersheim. Dadurch begünstigt, stieg die Einwohnerzahl der nahezu verlassenen Ortschaft wieder an.

Übersicht:

1 Urwüchsiges Neckartal an der Landesgrenze