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NSG Altenbachtal, Galgenberg
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NSG Altenbachtal und Galgenberg
Blick vom Herrchenäcker auf den Galgenberg bei Rauenberg (Aufn. 2011)
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Bild: NSG Galgenberg (Rhein-Neckar-Kreis), Parabraunerde
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Die dicht bewaldete Bergkuppe des Galgenbergs überragt Wiesen, Weinberge und Ackerflächen (fruchtbare Parabraunerde aus Löß und Lößlem). In früherer Zeit waren die Berghänge aufgrund der intensiven Nutzung von Holz nahezu unbewaldet. Der weithin sichtbare, 243 m hohe Gipfel diente einst als Hinrichtungsstätte. Im deutschen Sprachraum tragen zahlreiche Hügel und Berge diese Bezeichnung.

NSG Altenbachtal, Galgenberg:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Altenbachtal und Galgenberg (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: NSG Altenbach, Galgenberg, Infotafel
Der Galgenberg zwischen Wiesen, Wein und Wald
(© M. Linnenbach)
 
Bild: NSG Altenbachtal, Rhein-Neckar-Kreis, Typha
Staunasse Wiese im NSG Altenbachtal unterhalb des Kutzenbergs
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Staunasse Wiese der Altenbachniederung mit Röhrichtbeständen (hier: Typha angustifolia, Schmalblättriger Rohrkolben).

 
Bild: Alter Parkwald Burg Rotenberg (Rhein-Neckar-Kreis)
Alter Parkwald Burg Rotenberg, Naturdenkmal
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Park existiert in der heutigen Form seit 1920. Er wurde ursprünglich von dem Burgherrn Freiherr Franz von Reichau angelegt. Im Mittelalter stand hier die Vorburg, früher auch als Vorwerk bezeichnet.

Das kombinierte Natur- und Landschaftsschutzgebiet am Rande des Kraichgau erstreckt sich über die Gemarkungen der Stadt Rauenberg mit den Stadtteilen Rotenberg und Malschenberg sowie den angrenzenden Gemeinden Mühlhausen und Malsch. Mit seiner abwechslungsreichen Landschaft aus Wiesen, Wald und Rebflur umfasst das NSG eine Fläche von ca. 122 ha. Der seit ca. 20 Jahren neu terrassierte Abschnitt der B 39 zwischen Wiesloch und Mühlhausen, durchtrennt das Schutzgebiet nahezu vollständig in Nord-Süd-Richtung (s. Karte des Gebiets).

Auf Grund der vielfältigen Lebensräume verfügt das Gebiet am Eingang der Rauenberger Bucht über ein großes Arteninventar. So bieten die offenen Wiesen und die dichten Waldflächen (Eichen-Hainbuchenwald) am Galgenberg vielen Vogelarten wie z.B. Spechte und Greifvögel (z.B. Turmfalke, Rotmilan) gute Lebensbedingungen. In den angrenzenden Heckenzügen brüten Zaunkönig, Neuntöter und Dorngrasmücke. Als Wiesenbrüter sind Schafstelze und Grauammer erwähnenswert. An den sonnenexponierten Hängen des Galgenbergs finden sich neben Rebflächen ausgedehnte Halbtrockenrasen. Hier wachsen Karthäuser-Nelke, Feld-Mannstreu, Kalk-Aster, Johanniskraut und Helm-Knabenkraut (s. Bildergalerie rechts).

Die historisch gewachsene Kulturlandschaft im Altenbachtal wird von den Talauen des Altenbachs und des Waldangelbachs durchzogen. Teichrohrsänger, Pirol und Eisvogel sind hier zu beobachten. Am Altenbach und Waldangelbach sind die Ufer stellenweise mit Eschen, Schwarz-Erlen, Schwarz-Pappeln und diversen Weidenarten bewachsen. Der auf dem Galgenberg stockende Gemeindewald wird zu einem hohen Anteil aus naturnahen Traubeneichenwäldern und Traubeneichen-Hainbuchenwäldern gebildet. Beide Waldtypen werden den natürlichen Gegebenheiten entsprechend hier auch als potentielle natürliche Vegetation angenommen. Der südwestlich des Waldverbandes gelegene Eichenwald geht aus einer ehemaligen Mittelwaldnutzung hervor. Erwähnenswert ist das Vorkommen der seltenen Elsbeere (Sorbus torminalis), des Speierlings (Sorbus domestica) und der Feld-Ulme (Ulmus minor).

Sehenswert ist auch die benachbarte Burg Rotenberg mit ihrer Parkanlage, einem Schluchtwald, der als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Der über einhundert Jahre alte Park mit seinen Quellbecken ist idealer Lebensraum für den Feuersalamander.

Seit 2005 zählt das NSG Altenbachtal und Galgenberg zum Natura 2000-Gebiet "Östringer Kraichgau" (Gebietsnr.: 671834).