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Kapellenbruch
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Der Kapellenbruch am Rand des Kraichgaus
Kapellenbruch, Gemarkung Rauenberg - Blick über die geschützten Bruchwiesen
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Bild: Kapellenbruch, Bruchwiesen, Rhein-Neckar-Kreis
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Der Kapellenbruch mit mageren Flachland-Mähwiesen auf der Gemarkung Rauenberg. Der Unterboden dieser Flächen enthält u.a. fossile Ablagerungen von Seekreide des Molassemeeres, das vor 20 Mio. Jahren in den Oberrheingraben eindrang (s. Karte des Gebiets).

Kapellenbruch:
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Übersicht
 

Niedermoor Kapellenbruch am Kraichgaurand (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Kapellenbruch, Gemarkung Rauenberg
Niedermoor Kapellenbruch, Landschaft der Wiesen und Gräben
(© M. Linnenbach)

Typisches Verlandungsmoor der ehemaligen Kinzig-Murg-Rinne zwischen Rauenberg und Malsch.

 
Bild: NSG Hochholz-Kapellenbruch, Malsch
Anmoorige Senke
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Anmooriger Bereich im Kapellenbruch, Teilfläche Watzenbruch, Gemarkung Malsch. Charakteristisch für Moorgewässer ist ihr hoher Gehalt an Huminstoffen sowie die sauren pH-Werte, die sich in Niedermooren bei pH 5 bis 6 bewegen.

 
Bild: Hochholz-Kapellenbruch (Rhein-Neckar-Kreis)
Erlensumpfwald am Grenzweg zu St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Ursprünglich waren Sumpf- und Bruchwälder in der Nördlichen Oberrheinebene weit verbreitet. Im 7. Jh. n.Chr. floss hier noch die Kinzig-Murg-Rinne, auch Ost-Rhein genannt.

Der Kapellenbruch ist ein typisches Versumpfungsmoor. Es umfasst die feuchten Flächen der ehemaligen Kinzig-Murg-Rinne bei Rauenberg und Malsch, zwischen der Bahntrasse (Heidelberg - Bruchsal -Karlsruhe) im Westen und dem Tonwerk Creaton (ehemals Ziegelwerk Trost) an der B 3 im Osten. Unterhalb der Sondermülldeponie Malsch beginnen weitläufige Wiesen, die sich durch schmale Gräben (Kehrgrabensystem) und extensiv bewirtschafteten Flächen bis auf die Gemarkung St. Leon-Rot fortsetzen (s. Karte des Gebiets, Moorkataster BW). Die Moorflächen sind in diesen Bereichen durch angeschwemmtes Bodenmaterial aus dem Kraichgau bis zu 1 m überdeckt. Erkennbar wird dies anhand älterer Silberweiden, deren Wurzelstöcke unterhalb der heutigen Bodenhorizontlinie fußen.

Größere Torflagen (Schilf- und Seggentorf) haben sich aufgrund der realtiv kurzen Entwicklungszeit des Moors (ca. 2.000 Jahre) nur an wenigen Stellen gebildet. Ansonsten finden sich im Untergrund neben den mineralischen Deckschichten auch kalkhaltige Tonschichten, die zwischen Wiesloch-Frauenweiler und Malsch über Jahrzente durch verschiedene Ziegeleiunternehmen abgebaut wurden.

Stellenweise stößt man im Unterboden auch auf Seekreide, die als marines Sediment des urzeitlichen Molassemeeres, das vor 20 Mio. Jahren in den Oberrheingraben eindrang, abgelagert wurde. Die Geologie des Gebiets ist aufgrund seiner Lage (Ostrand der Oberrheinebene) mit den unterschiedlich tief abgesunkenen Bruchschollen des Oberrheingrabens äußerst komplex.

Auf den Feucht- und Nassböden westlich der Bahnlinie, zwischen Bruch- und Grenzweg, finden sich geschlossene, naturnahe Erlensumpfwälder. Sie stehen oft unter Wasser. Hier sind die anmoorigen Böden noch vom Grundwasser beeinflußt. Sie werden insbesondere nach Schneeschmelze oder  Starkregen überstaut. Dies führt zu Sauerstoffmangel im Oberboden, der den Abbau organischer Substanz verhindert. Die aufgestauten Wasserflächen färben sich dadurch milchig-grau. Auch die Vegetation der Gräben ist den wechselnden Standortbedingungen entsprechend vielfältig. Allerdings kann sich das Schilf-Röhricht (Phragmitetum australis) stellenweise durch angrenzende Wege, Äcker oder durch die Pflegemaßnahmen der Gräben und Böschungen nur linienhaft ausbreiten.

Der gesamte Moorkomplex ist eingebettet in das 2011 erweiterte Naturschutzgebiet Hochholz-Kapellenbruch, das wiederum zur FFH-Gebietskulisse Kinzig-Murg-Rinne Kapellenbruch (Nr. 6717342) zählt.

Weitere anmoorige Restflächen existieren südwestlich des Bahnhofs Rot-Malsch innerhalb der Waldflächen Dornhecke - Bruchhöfe, die vom Hengstbach durchzogen werden. Sie liegen bereits außerhalb des Schutzgebiets.