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Der Untersee

Bild: Der Untersee,Luftbild
Bodensee-Untersee aus der Vogelperspektive
(© Grohe 2009, Autor: Grohe)

Den Untersee muss man als eigenes Gewässer betrachten. Nur durch den schmalen Schlauch des Seerheins bei Konstanz (links im Bild) steht er mit dem Obersee in Verbindung. Obwohl über den Seerhein recht sauberes Wasser zufließt, ist der Untersee eher ein Sorgenkind. Hier liegen die Phosphorwerte noch deutlich höher als im großen Obersee, im Zeller See sogar doppelt so hoch. Man fragt sich, wieso.

Ein Grund ist sicher die geringe Wassertiefe. Die verschiedenen Teile erreichen maximal 20 bis 45 m, sehr wenig gegen den "großen Bruder" mit seinen 254 m Tiefe. Die Wasserschichten sind damit nicht so eindeutig getrennt, Oberfläche und Tiefenwasser stehen in Verbindung und können gelöste Stoffe austauschen. Es gelangt viel mehr Sonnenlicht zum Seeboden als im tiefen Obersee. Auch mündet in den Zeller See die Radolfzeller Aach, die durch intensive Landwirtschaft in ihrem Einzugsgebiet eine erhöhte Nährstofffracht transportiert.

Der Nährstoff Phosphor wandert durch die Nahrungskette, angefangen bei den Algen nach deren Absterben auf den Seeboden, wo sich die Biomasse zersetzt und - besonders bei geringem Sauerstoffgehalt - wieder anorganische Phosphorverbindungen (Phosphate) freigesetzt werden, die für Algen als Dünger wirken. So beschleunigt sich das Algenwachstum erneut und besonders in warmen Sommern kann der See dann stark veralgen.

Den Untersee teilt die größte Bodenseeinsel Reichenau, auf der wegen des milden Klimas schon seit über hundert Jahren Wein- und Gemüsebau betrieben wird. Hier sind noch viele Familienbetriebe zu finden, deren Produkte auf den Gemüsemärkten im Land sehr beliebt sind.