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Römerkastell Welzheim
Ostkastell von Welzheim (Obergermanischer-Raetischer Limes)
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Ostkastell Welzheim, Denkmal, Rems-Murr-Kreis
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Die Rekonstruktion des Limes-Ostkastells soll einen Eindruck vermitteln, wie die römischen Wehranlagen im 2. Jh. n.Chr. auf der Gemarkung der heutigen Stadt Welzheim (Rems-Murr-Kreis) errichtet wurden. Für die Konstruktion und Funktion der Anlage gab es bereits damals genaue bauliche Vorgaben. Der Limes mit seinen Kastellen und Wachtürmen war zwar als Grenzsicherung gedacht, die Grenzübergänge waren jedoch für den Handel mit Kelten und Germanen offen.

Limes-Ostkastell, Welzheim:
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Limes-Ostkastell, Welzheim

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Welzheim, Archäologischer Park und Limes-Ostkastell

 
Bild: Limes-Ostkastells Welzheim (Rems-Murr-Kreis)
Rekonstruiertes Römerkastell, Zugang
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Römer, Staufer und Alemannen, Herzöge und Könige, alle haben in Baden-Württemberg ihre Spuren hinterlassen. Da gibt es noch Reste vom Limes, dem römischen Grenzwall oder die Burg Hohenzollern als Stammsitz des letzten deutschen Kaisergeschlechts. Viele große und kleine Burgen, Schlösser und Ruinen zeugen von der bewegten Geschichte.

 
Bild: Limes-Ostkastell
Limes-Ostkastell, römischer Holzbrunnen
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Rekonstruierter Holzbrunnen im Römerkastell bei Welzheim.

Die Stadt Welzheim im Rems-Murr-Kreis liegt am Ende des ca. 80 km langen, gradlinig verlaufenden Obergermanischen Limes. Unter der Regierung des Kaisers Antonius Pius erreichen römische Truppen den Welzheimer Wald und errichten um 150 n.Chr. mehrere militärische Anlagen und Handelsstraßen, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Nach dem Abzug der Römer, Mitte des 3. Jh., werden die Grenzbefestigungen bedeutungslos, sie verfallen und geraten in Vergessenheit. Die römischen Anlagen entdeckt man erst 1894 auf einer Hochfläche bei Welzheim über der Lein. Wissenschaftliche Ausgrabungen auf der Gemarkung fördern im Laufe der Zeit zwei Kastellruinen (Ost- und Westkastell) sowie zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Lebens zu Tage.

Das Ostkastell mit einer Grundfläche von ca. 1,6 ha wird 1894 nach seiner Erkundung durch die Reichslimeskommission in mehreren Schritten ausgegraben. Die Ausgrabungen der Jahre 1976/77 und 1981 durch das Landesdenkmalamt Baden-Württemberg gelten insbesondere den militärischen Befestigungsanlagen. Demnach besaß das Ostkastell einen nahezu quadratischen Schutzwall (123 m x 136 m) mit 4 Zugangsportalen. Der westliche Zugang (heute rekonstruiert) mit seinen beiden Türmen war vermutlich der Hauptzugang.

Im Kastellinneren entdeckt man im Oberboden vier holzverschalte Ziehbrunnen, die dank der anstehenden Bodenverhältnisse (toniger Mergelboden) ab 2 m Tiefe noch gut erhalten sind. Die Datierung der Holzbalken zeigt, dass die Brunnen um 190 n. Chr. angefertigt wurden. Sie enthalten Gegenstände aus dem Alltagsleben der römischen Besatzung. So finden sich im Brunnensediment Keramikscherben, kupferne Kesselteile sowie über 100 Lederschuhe verschiedenster Form und Größe. Daneben auch Überreste von Samen und Früchten aus damaligen Zeit. Nachgewiesen werden Haselnüsse sowie Kerne von Äpfeln, Feigen und Weintrauben. Die innere Bebauung der militärischen Anlage ruht noch weitgehend im Boden. So ist das übliche Stabsgebäude des Lagerkommandanten bislang nicht nachgewiesen. Außerhalb des Kastells, beiderseits der Pfaffenader, befand sich noch eine weitere, wohl zivile Ansiedelung der Römer.

Das Limes-Ostkastell in Welzheim und seine Anlagen zählen seit 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO. Sie sind ganzjährig für Besucher frei zugänglich. Führungen sind nach Vereinbarung mit dem Verkehrsamt der Stadt Welzheim möglich.

Übersicht:

1 Welzheim, Archäologischer Park und Limes-Ostkastell