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Erlebnisgebiet der Region
Römerkastell Welzheim
Ostkastell von Welzheim (Obergermanischer-Raetischer Limes)
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Bild: Ostkastell Welzheim, Denkmal, Rems-Murr-Kreis
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Die Rekonstruktion des Limes-Ostkastells soll einen Eindruck vermitteln, wie die römischen Wehranlagen im 2. Jh. n.Chr. auf der Gemarkung der heutigen Stadt Welzheim (Rems-Murr-Kreis) errichtet wurden. Für die Konstruktion und Funktion der Anlage gab es bereits damals genaue bauliche Vorgaben. Der Limes mit seinen Kastellen und Wachtürmen war zwar als Grenzsicherung gedacht, die Grenzübergänge waren jedoch für den Handel mit Kelten und Germanen offen.

Die Geschichte Welzheims reicht zurück bis in die Römerzeit. Hier am Ende des Obergermanisch-Raetischen Limes, erbauten römische Truppen um 150 n.Chr. zwei Kastelle. Während das Westkastell im Bereich der Schorndorfer Straße inzwischen überbaut ist, wird das Ostkastell durch den Kauf des Landes Baden-Württemberg langfristig gesichert. Seine rekonstruierten Anlagen, die öffentlich zugänglich sind, zählen seit 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

 
Übersicht

Rems-Murr-Kreis

 

Rems-Murr-Kreis

 
Bild: Wieslaufschlucht, Edenbachschlucht, Luftbild
Wieslaufschlucht und Edenbachschlucht (Rems-Murr-Kreis)
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Die tief eingeschnittenen Schluchtwälder der Wieslauf und des Edenbachs (Staatswald Welzheimer Wald) im Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald.

 
Bild: Ostkastell Welzheim, Denkmal, Rems-Murr-Kreis
Ostkastell von Welzheim (Obergermanischer-Raetischer Limes)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Die Rekonstruktion des Limes-Ostkastells soll einen Eindruck vermitteln, wie die römischen Wehranlagen im 2. Jh. n.Chr. auf der Gemarkung der heutigen Stadt Welzheim (Rems-Murr-Kreis) errichtet wurden. Für die Konstruktion und Funktion der Anlage gab es bereits damals genaue bauliche Vorgaben. Der Limes mit seinen Kastellen und Wachtürmen war zwar als Grenzsicherung gedacht, die Grenzübergänge waren jedoch für den Handel mit Kelten und Germanen offen.

 
Bild: Gipskeuper-Doline
Vernässte Senke (Erdfall) im Gipskeuper bei Backnang (Rems-Murr-Kreis)
(© LGRB, Autor: M. Weiß)
Durch Gipsauslaugung im Untergrund entstehen im Gipskeuperhügelland kleine abflusslose Senken. In ihnen finden sich meist stark vernässte Böden. Der nordwestlich von Backnang gelegene Erdfall ist im Laufe der Zeit sogar vermoort.

Der Rems-Murr-Kreis zählt zum schwäbisch-fränkischen Schichtstufenland, das sich in regelmäßiger Folge über den Muschelkalk im Neckarbecken (Backnanger Bucht), den Keuper in den Schwäbisch-Fränkischen Waldbergen, bis zum Jura (Lias-Abbruchkanten bei Langenberg und Großhöchberg) aufbaut.

Der Landkreis ist alter Siedlungsraum, mit großer Historie. Hier entsteht in der Mitte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts die nördlichste Grenzziehung des römischen Imperiums in Südwestdeutschland. Unter der Regierung des Kaisers Antonius Pius errichten römische Truppen im Welzheimer Wald Militäranlagen und Handelsstraßen, deren Spuren bis heute sichtbar sind. Die bedeutenden archäologischen Funde der Stadt Welzheim bezeugen dies eindrucksvoll.

Nach dem Abzug der Römer, Mitte des 3. Jh., werden die Grenzbefestigungen bedeutungslos, sie verfallen und geraten in Vergessenheit. Der Rückzug der Römer hat auch tiefgreifende Auswirkungen auf den Handel der Region. Import und Export, den die Römer intensiv bislang betrieben haben, kommen nahezu zum Erliegen. Erst in den Besiedelungsperioden des Mittelalters werden in den waldreichen Höhenlagen des Schwäbisch-Fränkischen Walds wieder Rodungsinseln geschaffen, die aber wegen des ungünstigen Klimas und den nährstoffarmen Böden teilweise wieder aufgegeben werden. Die Ortslage Welzheim hat offensichtlich Bestand. Sie wird 1266 erstmals urkundlich als Marktflecken erwähnt.

Die römischen Anlagen entdeckt man erst 1894 auf einer Hochfläche bei Welzheim über der Lein. Gezielte wissenschaftliche Ausgrabungen auf der Gemarkung fördern im Laufe der Zeit zwei Kastellruinen (Ost- und Westkastell) sowie zahlreiche Gegenstände des alltäglichen Lebens zu Tage. Das Westkastell im Bereich der Schorndorfer Straße ist inzwischen überbaut. Das Ostkastell dagegen wird durch den Kauf des Landes Baden-Württemberg gesichert. Seine rekonstruierten Anlagen zählen seit 2005 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Rems-Murr-Kreis ist nicht nur geschichtsträchtig sondern auch hinsichtlich seines landschaftlichen Inventars überaus abwechslungsreich. Böden, Geologie und Landschaft sind sehr vielgestaltig. Allein die geologischen Sehenswürdigkeiten (Grotten, Klingen, Dolinen) ziehen jährlich zahlreiche Besucher an. Auch die Böden zeigen große Varianz. Je nach Ausgangsmaterial handelt es um nährstoffarme Sandböden oder um nährstoffreiche Lehm- oder Tonböden, die zur Vernässung neigen. Dort wo Löß ansteht, werden die Flächen überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Wegen der wechselhaften Bodenverhältnisse mit häufiger Vernässung sind die Gefahren durch Windwurf, Erosion und Hangrutschung (z.B. Urbacher Bergsturz) besonders häufig.

Waiblingen ist sowohl die Kreisstadt als auch größte Stadt des Rems-Murr-Kreises. Zusammen mit der südlichen Nachbarstadt Fellbach bildet sie ein Mittelzentrum für die umliegenden Gemeinden. Mit dem Projekt „Touristische Radwegekonzeption“ hat der Rems-Murr-Kreis, in Zusammenarbeit mit den Rems-Murr-Kommunen, dem ADFC, der Tourismus-Marketing GmbH (TMBW) und dem Landesamt für Geoinformationen und Landentwicklung ein vielfäliges Angebot für Freizeitradler entwickelt und umgesetzt.