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Klimafreundliche Ernährung
Bild: Kürbispyramide
Kürbispyramide
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Übersicht Tipps zur klimafreundlichen Ernährung / zum klimafreundlichen Konsum

 

  • Regionale, saisonal produzierte Lebensmittel bevorzugen
  • Effiziente Herstellungswege bevorzugen
  • Fleischkonsum reduzieren, fleischfreie Tage einlegen
  • Trockenreis statt Nassreis
  • Auf Plastik- und Einwegverpackungen verzichten
  • Auf Qualität achten
 

Verbrauchertipps für mehr Klimaschutz

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Ernährung / Konsum (Tipp 22-24)

 
Bild: Rindfleisch
Weniger gut fürs Klima - ein hoher Rindfleischkonsum
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Kühe produzieren in großen Mengen Methan, ein hoch wirksames Klimagas. Es entsteht im Darm von Wiederkäuern bei der Verdauung zellulosehaltiger Nahrungsmittel. Doch nicht nur die Verdauung produziert Klimagase, auch der Herstellungs- und Transportprozess von Rindfleisch erzeugt viel CO2. Essen Sie weniger Fleisch oder legen Sie hin und wieder mal einen fleischfreien Tag ein. Bevorzugen Sie statt Rindfleisch Geflügel oder Fisch.

 
Bild: Reisschale
Auf die Anbauweise kommt es an: lieber Trocken- als Nassreis
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: CO2-Emissionen Getränkeverpackungen
Mehrweg ist klimafreundlich
(© LUBW)

Tipp 22: Öfter mal fleischlos

Reduzieren Sie Ihren Fleischverbrauch oder legen Sie hin und wieder mal einen fleischfreien Tag ein. Geflügel und Fisch schneiden bei der Klimabilanz besser ab als Rindfleisch.

Rinder produzieren in großen Mengen Methan, das 25-mal klimawirksamer als CO2 ist. Es entsteht im Darm von Wiederkäuern bei der Verdauung zellulosehaltiger Nahrungsmittel.
Außerdem entstehen durch die Erzeugung und Verarbeitung von Fleischprodukten höhere Treibhausgasemissionen als durch die Bereitstellung pflanzlicher Lebensmittel. Frisches Gemüse und Kartoffeln liegen nur bei etwa 10% der durch Fleisch verursachten Emissionen.

Methanfreie Känguruhs

Kängurus fressen große Mengen Gras, ebenso wie Kühe und Schafe. Erstaunlich ist jedoch, dass beim Verdauungsprozess keine klimaschädlichen Gase entstehen. Diesem interessanten Phänomen sind Forscher auf der Spur. Sie haben herausgefunden, dass die Bakterien im Verdauungstrakt von Kängurus grundsätzlich von denen bei Rindern und Schafen unterscheiden. Statt Methan produzieren sie Acetat. Derzeit experimentieren die Wissenschaftler mit einer Bakterienmischung, die dem Wiederkäuerfutter beigemischt werden soll. Schafe werden gegen Gas erzeugende Bakterien „geimpft“. Dadurch soll auch bei Rindern und Schafen der Methanausstoß gesenkt werden. Erste Ergebnisse sind vielversprechend. Bei Schafen konnte die Methanproduktion in Versuchen um bis zu 20 Prozent gesenkt werden. Trotzdem scheint es noch ein weiter Weg zu sein, bis die Impfungen und Futterbeimischungen in der Praxis eingesetzt werden können.

Tipp 23: Trockenreis statt Nassreis

Bevorzugen Sie an Stelle von Nassreis Trocken- oder Bergreis (unter diesen Bezeichnungen im Handel erhältlich)!

Nicht nur Tiere produzieren klimaschädliche Gase. Auch beim Reisanbau aus Nasskultur werden große Mengen Methan abgegeben. Forscher vermuten, dass rund ein Fünftel der weltweiten Methanemissionen aus dem Reisanbau stammen1. Im Schlamm der Nassreisfelder leben Methan produzierende Bakterien, die sich von abgestorbenen Pflanzenteilen ernähren. Lange Überflutungszeiten steigern aufgrund des Sauerstoffmangels die Methan-Produktion der Bakterien. Trocken- oder Bergreis wird nicht auf nassen Wiesen angebaut, weshalb keine Emissionen entstehen.

Schon gewusst?

Reisanbau in Europa

Ein großer Teil des in Deutschland verkauften Reises stammt nicht aus Asien, sondern wird aus anderen europäischen Ländern importiert. Bedeutende Anbaugebiete liegen in Norditalien (Po-Ebene) und in Südfrankreich (Camargue). Ausschließlich Trockenreis wird in der Schweiz, in den nördlichsten Reisanbaugebieten der Welt, produziert.

Tipp 24: Bevorzugen Sie Mehrwegverpackungen!

1,25 Millionen Tonnen - das ist die Menge an CO2, die jährlich einspart werden könnte, wenn alle alkoholfreien Getränke in Mehrwegverpackungen abgefüllt würden.

Was ist zu beachten? Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und kaufen Sie möglichst viele Produkte in Mehrwegverpackungen! Achten Sie dabei darauf, dass Mehrweg-Glasflaschen aus der Region stammen. Wählen Sie ansonsten lieber Mehrweg-Kunststoffflaschen (PET). Durch das hohe Gewicht der Glasflaschen verschlechtert sich die CO2-Bilanz bei sehr langen Transportwegen gegenüber PET-Flaschen. Umgekehrt können Getränkekartons durch ressourceneffiziente Materialien und geringes Gewicht beim Klima punkten. Am schlechtesten schneiden Einweg-Glasflaschen und Metalldosen ab.

Ähnliches wie für Mehrwegverpackungen gilt übrigens auch für Einkaufstüten. Die Herstellung von Einwegtaschen bedeutet einen höheren Ressourcenverbrauch und mehr CO2-Emissionen. Benutzen Sie wieder verwendbare Taschen aus Baumwolle, Jute oder Kunstfaser.


lt. IPCC-Schätzungen 6 bis 29%