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Niedermoor Marlach
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Bruchwald Marlach
Erlengraben im Gewann Marlach
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Bild: Hockenheimer Rheinbogen (Rhein-Neckar-Kreis)
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Bruchwald (Kalkflachmoor, selten) am Erlengraben im Osten der Schutzgebietsfläche "Silz", (Gewann Marlach). Zur Zeit der Römischen Besatzung (200 n. Chr.) verlief hier noch ein breiter Rheinseitenarm.

Niedermoor Marlach:
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Übersicht
 

Niedermoor Marlach, das Moorloch im Hockenheimer Rheinbogen

 
Bild: Hockenheimer Rheinbogen, Niedermoor
Bruchwald über Niedermoor, Gewann Marlach
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Erlenbruchwald im Gewann "Marlach" im Hockenheimer Rheinbogen. Die Niedermoorflächen wurden bis nach dem 2. Weltkrieg abgetorft.

 
Bild: Hockenheimer Rheinbogen, Bruchwald, Niedermoor
Ehemaliger Torfstich im Gewann Marlach
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der Aufbau des im Gewann Marlach anstehenden Niedermoors (hier: Kalkflachmoor) entspricht einem typischen Verlandungsmoor. Auf den Moorflächen wurde früher Torf gestochen (Torfgrube). Die noch vorhanden Torflagen sind inzwischen stark zersetzt und an der Oberfläche stellenweise vererdet. Ihre Mächtigkeit liegt im Süden der Fläche bei etwa 200 cm und geht gegen Norden auf unter 100 cm zurück.


Literatur:

Landesanstalt für Umweltschutz (Hrsg.) (1997): Moore und Anmoore in der Oberrheinebene - Handbuch Boden, Materialien zum Bodenschutz (Bd. 6), 116 S.

Das Niedermoor (Kalkflachmoor) im Gewann Marlach bei Hockenheim, im Volksmund auch "Moorloch" genannt, geht auf einen verlandeten Rheinseitenarm zurück. Bis nach dem 2. Weltkrieg wurde hier durch die Anwohner der Stadt Hockenheim Torf gestochen. Zeitweise war die Moorfläche unbewaldet und nur von Schilf und Kleinseggenrieden bedeckt. Heute steht hier ein dichter Erlenbruchwald, der nach 1950 angepflanzt wurde. Die noch vorhandenen Torfschichten sind stellenweise zersetzt und an der Oberfläche durch Humusauflagen vererdet. Die im Jahr 1990 durch die LfU in Auftrag gegebenen Profilaufnahmen belegen, dass die Mächtikeit der Torfschichten im Süden der Marlach bei etwa 200 cm liegt (s. Fachliche Details). Gegen Norden gehen die Torflagen aus zersetztem Schilf und Seggen auf unter 100 cm zurück. Torfmoose (Sphagnum), die bekanntlich kalkhaltige Böden meiden, fehlen in der Marlach. Anmoorige Randbereiche erstrecken sich im Untergrund bis zu den Leopolds- und Bachwiesen (s. Karte des Gebiets).

Das Niedermoor durchzieht der Erlengraben in Richtung Rhein. Er sorgt in regenarmen Zeiten für eine gewisse Entwässerung. Hochwasserperioden am Rhein dagegen führen zu einem Wassereinstau im gesamten Hockenheimer Rheinbogen sowie an den Gräben, die sich dann in Höhe der Marlach als temporär stehende Gewässer zeigen. Der Rückstau der Fließgewässer hat ökologische Auswirkungen. Die stehenden Gräben werden zu einer idealen Brutstätte für Amphibien, aber auch für Stechmücken und andere Insekten, die ihre Larvalentwicklung im Wasser durchlaufen (z.B. Libellen, Köcherfliegen). Nicht zuletzt bewirkt der Wassereinstau im Gewann Marlach für eine leichte, zeitweise Wiedervernässung der noch intakten Moorflächen. Dadurch bleibt uns dieses landschaftliche Kleinod in der dicht besiedelten Rhein-Neckar-Region für eine Weile noch erhalten.

Kalkflachmoore entsprechen dem FFH-Lebensraumtyp 7230 der EU und stehen unter Schutz. Intakte Kalkreiche Niedermoore finden sich in Baden-Württemberg schwerpunktmäßig in den Naturräumen Hegau, Bodenseebecken sowie im Westallgäuer Hügelland. In der Oberrheinebene sind sie eher die Ausnahme.