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NSG Aalkistensee
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NSG Aalkistensee
Naturschutzgebiet Aalkistensee (Enzkreis)
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Bild: NSG Aalkistensee Tal
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NSG Aalkistensee bei Maulbronn. Blick vom Westufer auf die Seefläche (Aufn. 2014).

Der Aalkistensee wurde ursprünglich von Zisterziensermönchen des Klosters Maulbronn mit Hilfe der angestauten Salzach als Fischteich angelegt. Die Wasserqualität des Sees verschlechterte sich in den 1960er Jahren erheblich, da die noch ungeklärten Abwässer der Stadt Maulbronn über die Salzach in das Stillgewässer eingeleitet wurden.

Seit 1980 steht der See mit seinen angrenzenden Ufern unter Schutz. Mit dem Bau von Kläranlagen sind die Beeinträchtigungen der Wasserqualität inzwischen behoben.

NSG Aalkistensee:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Aalkistensee (Enzkreis)

 
Bild: Aalkistensee
Aalkistensee bei Maulbronn (Enzkreis)
(© LUBW, Autor: R. Steinmetz)

Der Aalkistensee bei Maulbronn ist von überregionaler Bedeutung als Brut- und Rastplatz für zahlreiche gefährdete Vogelarten. - Naturschutzgebiet seit 1979.

Der See wurde einst von Zisterziensermönchen des Klosters Maulbronn mittels der angestauten Salzach als Fischteich angelegt. Der Name des Gewässers leitet sich von der mittelalterlichen Begrifflichkeit der heutigen Aalreuse ab. Seinerzeit wurden Aale in schmalen, länglichen Holzkisten gefangen und über kurze Zeit auch gehältert. Der See liegt in einer Senke des vorort anstehenden Gipskeupers, die von Lößlehm überdeckt ist. Er stellt das größte Stillgewässer des Kraichgaus dar.

 

 
Bild: Aalkistensee, Wasserflächen (Enzkreis)
Aalkistensee, offene Wasserflächen und Ufergürtel
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Am Aalkistensee ist die Anlage eines Tümpels am Ostende und die Nachgestaltung früherer kleiner Pflegegewässer entlang des Nordufers vorgesehen.

 
Bild: Aalkistensee (Enzkreis)
Aalkistenmühle am Auslauf des Aalkistensees
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die historische Aalkistenmühle mit Schutzgebietstafel am Auslassbauwerk des Sees (Aufn. 2014). Die Mühle wird bereits 1870 in der Oberamtsbeschreibung von Maulbronn erwähnt. Heute besitzt sie keine Funktion mehr.

Das größte Stillgewässer des Kraichgau, der Aalkistensee, wurde bereits im 12. Jahrhundert durch die Zisterzienserabtei Maulbronn als Klosterweiher zur Fischzucht angelegt. Er entstand durch Aufstauung der Salzach am Fuß des Aschbergs. Nach dem erfolgreichen Einstau erbauten die findigen Mönche unterhalb zwei Mühlen, die Aalkisten- und die Lerchenmühle, um die Kraft des abfließenden Wassers zu nutzen. An der Einmündung der Salzach befindet sich heute ein größere Schilffläche, in der sich ein kleiner Bruchwald gebildet hat.

Der Name Aalkistensee leitet sich von den Aalreusen (seinerzeit auch "Aalkisten" genannt) ab, die die Zisterzienser sowohl zum Fang von Fischen als auch zur Vorratshaltung an bestimmte Stellen im Gewässer einsetzten. Mit einer Fläche von etwa 12 ha und einer Wassertiefe von maximal 3 m war der See von Anfang an relativ flach. Im Laufe der Zeit hat sich das Stillgewässer zu einem ökologisch überregional bedeutsamen Feuchtgebiet entwickelt.

Im überwiegend gewässerarmen Kraichgau besitzt der Aalkistensee vor allem für Brut- und Zugvögel hohe Bedeutung. Mit entscheidend dafür waren die um den See extensiv bewirtschafteten Feuchtwiesen. Insbesondere die ausgedehnten Schilfbestände im Überschwemmungsbereich am Ostufer, um die Einmündung der Salzach. Die dichten Röhrichtbestände der Flachwasserzonen bilden die Basis für das heutige Brutvorkommen zahlreicher, meist bestandsgefährdeter Vogelarten. Sie sind auf derartige Vegetationsbestände als Brutplatz angewiesen. Der Aalkistensee hat seine besondere Bedeutung als avifaunistischer Standort für Wasservögel wie Reiher, Enten, Rohrsänger, Flußuferläufer aber auch für andere Arten wie Pirol, Buntspecht, Kuckuck. Während der Zugzeiten finden sich zusammen mit Tauchern, Schwänen und Bläßhühnern oft mehrere hundert Enten verschiedener Art zur Rast und Nahrungsaufnahme auf den Wasserflächen. Als seltener Gast zeigt sich manchmal auch der Fischadler (Pandion haliaetus).

Mit den naturnahen Landschaftsteilen der geschützten Umgebung, den leider durch Umbrüche reduzierten Wiesen und dem „Elfinger Wald", bildet der Aalkistensee eine pflanzensoziologisch und floristisch herausragende Funktionseinheit, deren Bedeutung u. a. als unverzichtbarer Bestandteil der Reviere von Greifvögeln über das Schutzgebiet hinausreicht. Die reizvolle und harmonisch gegliederte Landschaft des Aalkistensees hat sich zu einem der meistbesuchten Erholungsschwerpunkte des Enzkreises entwickelt. Durch die Anlage eines Rundwanderweges und entsprechender Abgrenzung der Ruhezonen wird der Besucherstrom gelenkt und Konfliktsituationen entscheidend herabgesetzt.