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Bodenerosion
Bodenerosion und Klima
Bodenerosion auf landwirtschaftlicher Fläche nach Starkregen
(Element 1 von 10: Bild)
Bild: Bodenverlust durch Erosion
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Akkumulation von abgeschwemmten Bodenmaterial und Überschüttung des Hangfußbereichs nach einem Starkregen.

Die Grenzen zwischen Wald und offenem Gelände treffen im Kraichgau häufig nahezu ohne Pufferzonen und Übergänge auf. Die meist höher liegenden Waldrandstufen bewirken zu den tiefer liegenden Ackerflächen noch eine zusätzlich erhöhte Ablussrate des Regenwassers - insbesondere bei Äckern in Hanglage.

Um zu verhindern, dass das Wasser in den Falllinien abfließt, sollten Pflege und Bewirtschaftung quer zum Hang erfolgen.

Vermehrte Bodenerosion und deren Folgen

Ein wesentliches Merkmal der Bodenerosion ist seine Irreversibilität, da der jährliche Bodenabtrag wesentlich größer als die Bodenneubildung ist. Aus diesem Grund sollte Bodenerosion soweit wie möglich vermieden werden.

So wurden z.B. für die Bodenlandschaft Kraichgau mittels Schadenskartierungen Bodenverluste von 50 bis 300 t/pro ha und Jahr in Mais- und Zuckerrübenkulturen ermittelt. Für den Bodenschutz ergibt sich bereits ein Handlungsbedarf, wenn die häufig geforderten tolerierbaren Grenzwerte von jährlich 1 t/ha bzw. 10 t/ha zugrunde gelegt werden.

Folgende irreversiblen Schäden zeigen sich durch Bodenerosion:

  • Veränderung von Bodenstruktur und Bodenfunktion
  • Verlust der oberen, fruchtbaren Bodenschicht
  • Verringerung der Bodenfruchtbarkeit
  • Verminderung des Wasserspeicher-, Filter- und Puffervermögens.
  • Entwurzelung und Überdeckung von Kulturpflanzen
  • Eintrag von Bodenmaterial, Nährstoffen und Schadstoffen in andere Ökosysteme

 

 

Boden und Klimawandel

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Klimafreundliche Moore

 
Bild: Landwirtschaftlich überdeckte Moorfläche
Landwirtschaftlich genutzte Niedermoorfläche bei Bad-Schönborn (Ldkr. Karlsruhe)
(© LUBW , Autor: M. Linnenbach)
 
Bild: Wildseemoor, Wildsee und Hornsee
Wildseemoor bei Bad Wildbad-Kaltenbronn (Ldkr. Calw und Rastatt)
(© LUBW)

Naturnahe Hochmoorflächen über Buntsandstein mit unbeeinflussten Moorwäldern im Naturraum Grindenschwarzwald und Enzhöhen. Die Moorlandschaft von Wildsee und Hornsee gilt als größtes naturbelassenes Hochmoor Deutschlands. Auf sog. Knüppeldämmen (Eisenbahnschwellen), die 1957 durch den Schwarzwaldverein verlegt wurden, sind die sensiblen Flächen sowohl vor Trittschäden geschützt als auch für die Besucher gut zugänglich.

Auf das Naturschutzgebiet entfallen rd. 183 ha Bannwald und rd. 216 ha Schonwald.

In Baden-Württemberg haben sich Moore nach Ende der letzten Eiszeit vor ca. 10.000 Jahren gebildet. Über diesen Zeitraum haben sich in den Moorflächen große Kohlenstoffvorräte angesammelt. Der in den Moorböden gespeicherte Kohlenstoff stammt aus der Photosynthese, d.h. aus der Aufnahme von CO2 aus der Atmosphäre durch Pflanzen. Nach dem Absterben der Vegetation oder von Pflanzenteilen z.B. im Herbst oder im Winter geraten die meisten Pflanzen unter Wasser. Es bildet sich Torf, der stellenweise bis zu über 10 Meter mächtigen Lagen heranwachsen kann. Mit der Torfbildung wird automatisch das Klimagas CO2 dauerhaft im Moorboden gebunden und der Atmosphäre entzogen.

In Folge einer Entwässerung von Moorflächen durch den Menschen zur Gewinnung von Torf oder für die landwirtschaftliche Nutzung, wird der im Torf gespeicherte Kohlenstoff mit hohen Mineralisationsraten wieder freigesetzt. Grund hierfür ist die Änderung des Sauerstoffgehalts in den entwässerten Torfschichten und des daran anschließenden aeroben Abbaus der Torfe durch Mikroorganismen. Hierdurch gelangt das klimarelevante Treibhausgas CO2 in die Atmosphäre.

Demgegenüber sind naturnahe Moore klimaneutral bis leichte Treibhausgasemittenten, so jedenfalls die Experten. Klimaneutral heißt dabei, dass die Aufnahme von Treibhausgasen sich mit der Ausgasung von Treibhausgasen die Waage hält. D.h. der Festlegung von CO2 in Form von Torf stehen Methanemissionen gegenüber, die die positive Klimawirkung wieder kompensieren oder überkompensieren. Methan entsteht dabei in naturnahen Mooren unter Sauerstoffmangel aus der Reduktion von Kohlenstoff. Zwar sind die als Methan emittierten C-Mengen nicht mit den als CO2 gebundenen C-Mengen vergleichbar, Methan ist jedoch circa 25-mal klimawirksamer als CO2.

Ein weiterer Spieler in der Treibhausgasbilanz von Mooren ist das Lachgas (N2O), welches durch die unvollständige Reduktion von Stickstoffverbindungen in Sauerstoff armen Bereichen in Böden entsteht. Erwartet werden Ausgasungen von Lachgas in allen Mooren, wobei bei Mooren unter Acker oder Grünland höhere Raten erwartet werden. Lachgas ist ca. 298-mal klimawirksamer als CO2.