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Projekte für den Klimaschutz
Beispiele für Klimaschutz in Baden-Württemberg
Niedrigenergiehaussiedlung "Am Dorf" in Heidelberg-Kirchheim
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Bild: Niedrigenergiehaussiedlung Heidelberg Kirchheim
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Mit Niedrigenergie zum Klimaschutz

Für das Beheizen von Wohngebäuden wird sehr viel Energie benötigt. Dementsprechend hoch sind nicht nur die finanziellen Aufwendungen, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen, zumal die meisten Häuser mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas beheizt werden.

Dem hohen Energieverbrauch wollte die Heidelberger Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH (GGH) vorbeugen und konzipierte 1996 die Wohnanlage "Kirchheim am Dorf" nach dem Niedrigenergiehaus-Standard. Neben einer guten Wärmedämmung gehören dichte Fenster und Türen sowie die Vermeidung von Wärmebrücken zu den wichtigsten Maßnahmen. 

Projekte für den Klimaschutz

Projekte und Maßnahmen, die direkt oder indirekt zum Klimaschutz beitragen, können vielfältig ausgestaltet sein. Die Aktivitäten in Baden-Württemberg reichen von einfachen Energieeffizienzoptimierungen im privaten oder öffentlichen Bereich bis hin zu ökologischen Bauprojekten. Hier finden Sie einige Beispiele.

 

Klimaschutz und Klimaanpassung

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Europäische Klimaschutzpolitik

 
Bild: Europäisches Parlament
Europäisches Parlament in Strasbourg
(© privat, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Minderungsziele EU-Länder
Minderungsziele für EU-Mitgliedsstaaten (zum Vergrößern anklicken)
(© Autor: LUBW)

Europäische Klimaschutzpolitik

Die Europäische Union verursacht weltweit etwa 11–13% der Treibhausgasemissionen und gehört damit neben China und den USA zu den größten Emittenten. Die EU hat die Bekämpfung des Klimawandels zu einem Schwerpunkt ihrer Politik erklärt. Im Jahr 2000 startete das Europäische Programm zur Klimaänderung (ECCP). In diesem Rahmen wurden gemeinsam mit Industrie, Umweltschutzorganisationen und anderen Interessengruppen Maßnahmen zur Emissionsverringerung erarbeitet. Ein entscheidender Schritt der EU-Klimapolitik war es, 2005 ein Systems für den Handel mit Emissionen einzuführen, das europaweit knapp 50% des Ausstoßes von Treibhausgasen erfasst. 2021 startet der Emissionshandel in die vierte Handelsperiode. Der Klimawandel bleibt auf Ebene der EU auf der Tagesordnung.

Auf internationaler Ebene unterstützt die EU Partnerländer dabei, den Klimawandel zu bekämpfen. Dazu vereinbarte die EU beispielsweise 2005 neue Klimaschutz-Partnerschaften, u. a. mit China und Indien. Mit Blick auf die Weltklimakonferenzen spricht die EU mit gewichtiger Stimme für die Europäische Union.

Emissionshandelssystem

Das Emissionshandelssystem basiert auf einem einfachen Prinzip. Anlagen, die weniger Treibhausgase freisetzen als ihnen zustehen, können ungenutzte Emissionsrechte an andere Unternehmen verkaufen, deren Emissionen die festgelegten Grenzwerte überschreiten. Dadurch wird ein finanzieller Anreiz geschaffen, die CO2-Emissionen zu verringern.

Das Europäische Emissionshandelssystem berücksichtigt derzeit CO2-Emissionen aus fünf Industriebranchen (u.a. Eisen- und Stahlverhüttung, Raffinerien, Papier- und Zelluloseproduktion) und aus der Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken ab 20 MW Leistung. Seit 2012 werden auch Emissionen aus dem innereuropäischen Luftverkehr berücksichtigt. Andere Bereiche wie der übrige Transportsektor, die Landwirtschaft oder Privathaushalte sind ausgenommen. Außerdem werden Treibhausgase wie Methan oder Lachgas bislang nicht berücksichtigt. Kritische Stimmen bemängeln, dass dadurch nur etwa 50% der europäischen Treibhausgas-Emissionen erfasst werden.

Klimaziele 2020 bis 2050

2008 verabschiedeten die europäischen Staats- und Regierungschefs ein Klima- und Energiepaket. In diesem verpflichtet sich Europa, die gesamten Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 20 % unter die Werte von 1990 zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, soll bis 2020 der Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch auf 20% erhöht und die Energieeffizienz um 20% gesteigert werden.

In der Fortführung der EU-Klimapolitik beschloss die EU-Kommission Anfang 2015 bis zum Zieljahr 2030 die Treibhausgas-Emissionen um mindestens 40 % gegenüber den Werten von 1990 zu senken. Der Anteil der erneuerbaren Energien soll gleichzeitig auf mindestens 27 % ausgebaut und die Energieeffizienz um 27% gesteigert werden.
Darüber hinaus veröffentlichte die EU-Kommission einen Fahrplan zur Errichtung einer kohlenstoffarmen Wirtschaft in Europa. Dadurch sollen bis 2050 Emissionssenkungen von 80–95 % im Vergleich zu 1990 realisiert werden.

EU und der Kyoto-Prozess

Mit der Entscheidung 2002/358/EG genehmigte der Europäische Rat das Kyoto-Protokoll und verpflichtete die EU-Mitgliedsstaaten, gemeinsam dazu beizutragen, die darin enthaltenen Ziele zu erfüllen („EU burden-sharing"). Im Anhang II wurden die für jedes Land verbindlichen Treibhausgas-Emissionsziele bis 2012 festgelegt. Deutschland musste seine CO2-, Methan und Lachgas-Emissionen demnach im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2012 um mindestens 21% gegenüber dem Basisjahr 1990 senken1. Bei der Klimakonferenz 2012 in Doha sollte die Staatengemeinschaft unter anderem über eine Nachfolgeregelung für das „Kyoto-Protokoll" beraten. Im Ergebnis wurde eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis 2020 beschlossen. Damit geht die EU neben einigen anderen Industrieländern weitere Minderungsverpflichtungen ein. Bei der Weltklimakonferenz in Paris 2015 wird es neben Hilfen für besonders vom Klimawandel betroffene Länder und Regionen um eine mögliche Weiterentwicklung des Kyoto-Protokolls für die Zeit nach 2020 gehen.


1 Für Kohlendioxid, Methan und Lachgas 1990, für fluorierte Verbindungen 1995.