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Projekte für den Klimaschutz
Beispiele für Klimaschutz in Baden-Württemberg
Niedrigenergiehaussiedlung "Am Dorf" in Heidelberg-Kirchheim
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Bild: Niedrigenergiehaussiedlung Heidelberg Kirchheim
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Mit Niedrigenergie zum Klimaschutz

Für das Beheizen von Wohngebäuden wird sehr viel Energie benötigt. Dementsprechend hoch sind nicht nur die finanziellen Aufwendungen, sondern auch die Treibhausgas-Emissionen, zumal die meisten Häuser mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas beheizt werden.

Dem hohen Energieverbrauch wollte die Heidelberger Gesellschaft für Grund- und Hausbesitz mbH (GGH) vorbeugen und konzipierte 1996 die Wohnanlage "Kirchheim am Dorf" nach dem Niedrigenergiehaus-Standard. Neben einer guten Wärmedämmung gehören dichte Fenster und Türen sowie die Vermeidung von Wärmebrücken zu den wichtigsten Maßnahmen. 

Projekte für den Klimaschutz

Projekte und Maßnahmen, die direkt oder indirekt zum Klimaschutz beitragen, können vielfältig ausgestaltet sein. Die Aktivitäten in Baden-Württemberg reichen von einfachen Energieeffizienzoptimierungen im privaten oder öffentlichen Bereich bis hin zu ökologischen Bauprojekten. Hier finden Sie einige Beispiele.

 

Klimaschutz und Klimaanpassung

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Klimaschutz und Klimaanpassung in Baden-Württemberg

 
Bild: Neckar-Hochwasser 2010
Bei der Planung von Brückenbauwerken werden Klimaänderungsfaktoren einbezogen
(© privat, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Screenshot Hochwasservorhersagezentrale
Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg
(© Autor: HVZ Baden-Württemberg)

Im Voraus Bescheid wissen - Die Hochwasservorhersagezentrale

Die Hochwasser-Vorhersage-Zentrale Baden-Württemberg wurde 1991 bei der Landesanstalt für Umweltschutz eingerichtet. Wichtigste Aufgaben sind die Bereitstellung von aktuellen Hoch- und Niedrigwasserinformationen sowie die Beratung bei der Steuerung der Hochwasserrückhalteräume am Oberrhein. Bei Hochwasser kann die HVZ personell verstärkt werden.

Link: www.hvz.baden-wuerttemberg.de

 

 
Bild: Windkraft- und Solaranlage IGH
Windgenerator und Solaranlage der Internationalen Gesamtschule Heidelberg (IGH)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)

Viele Schulen in Baden-Württemberg haben eine Solaranlage installiert. Einige beschäftigen sich auch mit dem Thema Windenergie und haben eigene Windgeneratoren aufgebaut, so z.B. die Staudinger Gesamtschule in Freiburg, das Remstalgymnasium in Weinstadt oder die Integrierte Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH). Seit 1996 engagiert sich die Internationale Gesamtschule Heidelberg auch mit Hilfe des Öko-Audit-Verfahrens aktiv im Umweltschutz.

 
Bild: Energiespiegel IGH
Anzeigepanel zur Darstellung des Energieverbrauchs (Internationale Gesamtschule Heidelberg)
(© LUBW, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Klimaänderungsfaktoren Hochwasser BW
Klimaänderungsfaktoren für Flussgebiete Baden-Württembergs
(© LUBW)

Politische Rahmenbedingungen

Ziel der Landesregierung ist es, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Sie sollen bis 2020 um mindestens 25 % und im Jahr 2050 um 90 % niedriger liegen als 1990. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die Landesregierung unter Bürger- und Öffentlichkeitsbeteiligung ein integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept mit konkreten Strategien und Maßnahmen entwickelt. Einen zentralen Beitrag soll die Energiewende durch einen gesteigerten Einsatz erneuerbarer Energien leisten.

Seit Juli 2013 regelt ein Klimaschutzgesetz die Förderung des Klimaschutzes in Baden-Württemberg. Darin wird die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand betont und eine allgemeine Verpflichtung zum Klimaschutz festgeschrieben. Jeder soll nach seinen Möglichkeiten zur Verwirklichung der Klimaschutzziele beitragen.

Ein von der Landesregierung eingesetzter Beirat für nachhaltige Entwicklung berät sie bei der Umsetzung der Klimaschutzziele und entwickelt Vorschläge zur Weiterentwicklung von Klimaschutzmaßnahmen. Das Erreichen der Ziele wird regelmäßig überprüft (Monitoring).

Zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Gebäudebestand trat im Januar 2010 das baden-württembergische Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) in Kraft. Die Landesregierung hat die Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes am 11.3.2015 verabschiedet. Das neue EWärmeG trat am 1. Juli 2015 in Kraft.

Förderprogramme

Zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen hat das Land Baden-Württemberg eine Reihe von Förderprogrammen wie „Klimaschutz-Plus" und „Klimaschutz mit System" aufgelegt.
„Klimaschutz-Plus" richtet sich an kleine und mittelständische Unternehmen sowie Vereine und Kommunen. Das Programm bezuschusst Investitionen in die energetische Sanierung der Gebäudehülle und technische Gebäudeausstattung, in die Wärmegewinnung aus erneuerbaren Energien und die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung.

Mit dem Programm „Klimaschutz mit System", das aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) finanziert wird, unterstützt das Umweltministerium Gemeinden und Landkreise, die einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen.

Neben der direkten Bezuschussung von Projekten fördert das Land außerdem die Teilnahme am European Energy Award®. Der European Energy Award® ist ein Zertifizierungs- und Qualitätsmanagementsystem, das es ermöglicht, den Energieeinsatz in Kommunen systematisch zu erfassen, zu bewerten und regelmäßig zu überprüfen sowie Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz zu identifizieren und zu nutzen.

Information und Beratung

Seit 1994 existiert mit der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (KEA) eine zentrale Beratungseinrichtung für Kommunen und Unternehmen, aber auch für private Eigenheimbesitzer. Wichtige Arbeitsfelder sind neben der Öffentlichkeitsarbeit u. a. das betriebliche Energiemanagement, die Altbausanierung und die Betreuung von Förderprogrammen.

Da eine frühzeitige Sensibilisierung für das Thema Klimaschutz sehr wichtig ist, koordiniert die KEA eine Reihe von Schulprojekten. Durch Verhaltensänderungen und technische Maßnahmen konnte die Energieeffizienz an vielen Schulen verbessert werden. Die KEA unterstützt die Visualisierung des Energieverbrauchs an Schulen im Rahmen eines Modellprojekts. Einen großen pädagogischen Wert hat auch die Realisierung von Projekten zum Thema Erneuerbare Energien. So haben einige Schulen beispielsweise eine Solar- oder Windkraftanlage installiert.

Forschung

Seit vielen Jahren initiiert das Umweltministerium Baden-Württemberg Forschungsprojekte und Studien, die sich mit der Entwicklung und den Auswirkungen des Klimawandels beschäftigen.

2010 löst das Programm "Klimawandel und modellhafte Anpassung in Baden-Württemberg (KLIMOPASS)" das Programm „Herausforderung Klimawandel Baden-Württemberg" ab. Während sich das Vorgängerprogramm mehr mit den Folgen des Klimawandels beschäftigte, legt KLIMOPASS den Fokus auf die Erforschung möglicher Anpassungsmaßnahmen. Seit 2015 ist die Förderung modellhafter Anpassungsmaßnahmen in Kommunen und sowie kleineren und mittleren Unternehmen über KLIMOPASS möglich.

Die zukünftige Entwicklung des Klimas in Baden-Württemberg ist Gegenstand der aktuellen Studie "Zukünftige Klimaentwicklung in Baden-Württemberg" der LUBW.

Mit den Forschungsprojekten KLARA (Klimawandel, Auswirkungen, Risiken, Anpassung) und KLIWA („Klimawandel und Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft") wurden die Auswirkungen des Klimawandels auf Baden-Württemberg untersucht.

Unter der Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung e. V. wurde im Projekt KLARA ein umfassender Katalog der für Baden-Württemberg in Betracht kommenden Klimafolgen für Gesundheitsschutz, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz und andere Sektoren erstellt. Der Ergebnisbericht schlägt beispielhaft Anpassungsmaßnahmen vor und formuliert Fragen zum weiteren Forschungsbedarf.

Das Projekt KLIWA wurde in Kooperation mit den Ländern Bayern und Rheinland-Pfalz sowie dem Deutschen Wetterdienst (DWD) durchgeführt. Im Mittelpunkt stand die Bewertung der künftigen Entwicklungen des Wasserhaushaltes in den drei Bundesländern. Mögliche Gefahren und Risiken für die Wasserwirtschaft sowie wasserwirtschaftliche Handlungsstrategien und -konzepte wurden aufgezeigt.

Von 2006 bis 2010 existierte das Forschungsprogramm „Herausforderung Klimawandel Baden-Württemberg" des Umweltministeriums Baden-Württemberg. Es umfasste 6 Teilvorhaben, die sich mit unterschiedlichen Aspekten der Folgen des Klimawandels auseinandersetzen. So wurden regionale Klimaänderungen abgeschätzt und untersucht, wie sich Häufigkeit und Intensität von Starkniederschlägen in Zukunft verändern werden. In einem weiteren Teilprojekt wurden Strategien zur Reduzierung des Sturmschadensrisikos für Wälder entwickelt. Andere Teilprojekte beschäftigten sich mit den Auswirkungen auf die Gesundheit durch Krankheitserreger aus dem mediterranen Raum und Ambrosia-Pollen.

Anpassungsstrategie für Baden-Württemberg

Ende Juli 2015 hat die Landesregierung eine eigene Anpassungsstrategie verabschiedet. Darin werden die Leitlinien für Anpassungsmaßnahmen speziell für baden-württembergische Erfordernisse abgestimmt. Ziel ist es, nicht nur die negativen Folgen zu vermeiden, sondern auch sich ergebende Chancen z.B. im Tourismus und in der Landwirtschaft zu nutzen. Grundlage für die Anpassungsstrategie ist der aktuelle wissenschaftliche Kenntnisstand. Fachliche und konzeptionelle Unterstützung leistet dabei die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) mit der Auswertung verschiedener Klimamodelle. So können Richtung und Bandbreite der zukünftigen klimatischen Entwicklung ermittelt und abgestimmte Maßnahmenpakete entwickelt werden.

Anpassungsstrategie Baden-Württemberg [07/15; PDF-Datei, 5,6 MB]

Unabhängig von der Anpassungsstrategie wurden besonders dringende Anpassungsmaßnahmen bereits umgesetzt. So wurde ein Hitzewarndienst eingerichtet, Maßnahmen im Hochwasserschutz umgesetzt und ein Niedrigwassermanagement eingeführt.

Anpassungsmaßnahmen im Hochwasserschutz: Klimaänderungsfaktoren

Hochwasserschutzanlagen sind in der Regel so dimensioniert, dass sie ein Jahrhunderthochwasser aufhalten können, also ein Hochwasserereignis, das im statistischen Mittel alle 100 Jahre auftritt. Die Simulationen der Wasserhaushaltsmodelle für die Flussgebiete in Baden-Württemberg und Bayern zeigen, dass die Hochwasserabflüsse besonders im Winter an fast allem Pegeln zunehmen werden (KLIWA 2008). Deshalb wurden für alle Flussgebiete Baden-Württembergs so genannte Klimaänderungsfaktoren berechnet. Beispielsweise wurde für den Bereich der Oberen Donau ein Klimaänderungsfaktor von 1,25 ermittelt. Das bedeutet, dass ein Jahrhunderthochwasser voraussichtlich 25% höher ausfallen wird. In der Praxis wird das schon heute bei der Planung von Hochwasserdämmen, Brücken und Ufermauern berücksichtigt. Entweder werden die Bauwerke höher gebaut oder für eine spätere Erhöhung vorbereitet.
Informationen zu aktuellen Pegelständen und Hochwasserwarnungen finden Sie unter: www.hvz.baden-wuerttemberg.de

Einrichtung eines Hitzewarndienstes

Hitzebedingte Sterbefälle treten auch unter aktuellen klimatischen Bedingungen in Baden-Württemberg auf. Im Sommer 2003 waren deutlich mehr Sterbefälle auch als Folge der Hitzewell im Juli und August zu verzeichnen. Gefährdet waren insbesondere ältere und pflegebedürftige Personen.

Um hohe Mortalitätsraten zu vermeiden, wurde im Jahr 2005 beim Deutschen Wetterdienst (DWD) ein Hitzewarnsystem eingerichtet. Als Grundlage für die Warnstufen dienen im Rahmen der KLARA-Studie entwickelte Grenzwerte für die gefühlte Temperatur. Die allgemeine Bevölkerung sowie Pflegekräfte, Heimleitungen und Hausärzte in ganz Deutschland erhalten bei Überschreitung zielgruppenspezifisch aufbereitete Informationen. Darüber hinaus werden regelmäßig Schulungen für professionelle Fachkräfte angeboten, damit Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser optimal vorbereitet sind und im Ernstfall umgehend Maßnahmen ergreifen können.

Als Präventivmaßnahmen werden empfohlen

  • den Aufenthalts in überhitzten oder nicht schattierten Räumen zu vermeiden,
  • regelmäßig zu trinken, auch wenn man keinen Durst verspürt (ausreichende Kochsalzzufuhr!),
  • sich adäquat zu kleiden
  • und auf körperliche Anstrengung zu verzichten.