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Klimawandel am Bodensee (6/6)
Klimawandel am Bodensee
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Die globale Heizung wirkt auch am Bodensee.

Klimawandel am Bodensee

Die globale Erwärmung des Klimas geht auch an der ohnehin warmen Bodenseeregion nicht vorbei. Wie in den Tropensommern 2003 und 2006, den wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, machen immer wärmere Sommertemperaturen auch dem See zu schaffen.

 

Folgen des Klimawandels

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Klimawandel in Baden-Württemberg - Es wird wärmer

 
Bild: Klimakarte Baden-Württemberg
Klimakarte Baden-Württemberg
(© LUBW, Autor: JENDRITZKY, G. et al. (1990))
Regionale Temperaturverteilung in Baden-Württemberg:

Sehr warme Bereiche (rot) befinden sich in der Oberrheinebene, in Teilen des Hochrheins und im Neckarbecken. Kühlere Bereiche (blau) in den Hochlagen von Nord- und Südschwarzwald sowie auf der Schwäbischen Alb und im Allgäu. Eine Kälteinsel stellt die Hochebene am Katzenbuckel im Odenwald dar. Die Oberen Gäue nehmen klimatisch eine Mittelstellung ein (gelbe bis weißliche Flächen).

Im Jahr 2003 ergaben sich neue Rekorde für die Anzahl klimatologischer „Sommertage“ (Temperaturmaximum mindestens 25 °C) und klimatologisch „Heißer Tage“ (Temperaturmaximum mindestens 30 °C). Im Oberrheingebiet registrierte man bis zu 53 solcher heißen Tage und bis zu 83 Sommertage in Freiburg i. Br. , d.h. nur an 9 der 92 Tage des Sommers wurde kein Sommertag verzeichnet.

 


JENDRITZKY, G. et al. (1990) : Methodik zur räumlichen Bewertung der thermischen Komponente im Bioklima des Menschen - das fortgeschriebene Klima-Michel-Modell. - Beiträge 114, Akademie für Raumforschung und Landesplanung.
 
Bild: Entwicklung der Starkniederschläge BW
Auswertung der Klimaprojektionen für die Anzahl der Sommertage in naher (2021-2050, oben) und ferner Zukunft (2071-2100, unten)
(© LUBW 2013)

Höhere Durchschnittstemperaturen und früherer Vegetationsbeginn

Das Land Baden-Württemberg ist bereits heute vom Klimawandel betroffen. In der Vergangenheit wurde es bereits deutlich wärmer im Land. In Umwelt und Natur zeigen sich erste Veränderungen. Dies belegt die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz, die regionale Klimaprojektionen ausgewertet und mögliche Entwicklungen klimatischer Kennzahlen, wie Jahresmitteltemperatur, Niederschlagssumme oder mittlere Windgeschwindigkeit, analysiert hat.

Mit großer Sicherheit kann von einer weiteren Zunahme der Jahresmitteltemperatur ausgegangen werden. In naher Zukunft (2021–2050) wird mit einem Anstieg auf rund 9,5 °C gerechnet. Das sind 1,1 °C mehr als in der Referenzperiode 1971–2000. Für die ferne Zukunft (2071–2100) sagen die ausgewerteten Klimamodelle einen Anstieg von 3,0 °C, im schlechtesten Fall („worst-case-Szenario") sogar von 3,6 °C voraus. Damit läge die Jahresmitteltemperatur in Baden-Württemberg bei 12 °C.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Anzahl der Sommertage mit Temperaturen von über 25 °C zunehmen werden. Heiße Tage mit Maximaltemperaturen von mindestens 30 °C („Tropentage") wird es voraussichtlich in Zukunft häufiger geben und damit die Hitzebelastung zunehmen.

Im Gegenzug wird mit einer starken Abnahme von Eistagen (Tageshöchsttemperatur 0 °C) gerechnet. Einhergehend mit höheren Durchschnittstemperaturen simulieren die Klimaprojektionen auch eine weitere Vorverlegung des Vegetationsbeginns um rund 5 Tage in naher und rund 13 Tage in ferner Zukunft.

Wenige Änderungen dürfte es hingegen bei der Niederschlagssumme im Gesamtjahr und der mittleren Windgeschwindigkeit geben. Diese Projektionen sind jedoch mit größerer Unsicherheit behaftet als die Projektionen zur Entwicklung der Jahresmitteltemperaturen.

Extremereignisse

Im Zusammenhang mit dem Klimawandel wird die Zunahme von Extremereignissen diskutiert. Leider sind auch die Aussagen zur Entwicklung der Häufigkeit und Stärke von Extremereignissen mit größeren Unsicherheiten behaftet.

Viele Modellergebnisse zeigen eine Zunahme der Anzahl von Starkwindtagen (>8 m/s Windgeschwindigkeit). Bei der mittleren maximalen Windgeschwindigkeit werden in naher und ferner Zukunft hingegen kaum Änderungen erwartet. Das Risiko für Sturmereignisse wird sich in Baden-Württemberg voraussichtlich nicht signifikant ändern. Bei den Tagen mit Starkniederschlag deuten die Analysen ebenfalls nur auf eine leichte Zunahme hin.

Mögliche Entwicklung ausgewählter klimatischer Kennzahlen (Median der Modellergebnisse)
Quelle: LUBW-Studie, 2013

Beobachtungswert
(IST-Wert)
Nahe Zukunft
(2021–2050)
Ferne Zukunft
(2071–2100)
Jahresmitteltemperatur 8,4 °C +1,1 °C +3,0 °C
Heiztage pro Jahr 287 Tage -16 Tage -50 Tage
Vegetationsbeginn 1. April -5,2 Tage -13,3 Tage
Sommertage pro Jahr 30 Tage +10,1 Tage +32,3 Tage
Eistage pro Jahr 23,4 Tage -8,9 Tage -17,9 Tage
Starkwindtage pro Jahr 1,7 Tage +0,5 Tage +0,4 Tage
Starkniederschlagstage pro Jahr 3,6 Tage +0,7 Tage +0,9 Tage