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Klimawandel und extreme Wetterereignisse (1/6)
Extreme Wetterereignisse
Haßmersheim, Jahrhunderthochwasser am Neckar 1993
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Haßmersheim Hochwasser 1993
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Neckar-Hochwasser in Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) im Jahr 1993.

Ursachen von Hochwasser sind hohe Niederschlagsmengen, die im Sommer vorwiegend in kurzer Zeit oder im Winter meist über längere Zeiträume fallen und über die Gewässer des betroffenen Einzugsgebietes zum Abfluss gelangen. Die Form der Hochwasserwelle (zeitlicher Verlauf und Höhe des Abflusses) hängt dabei von ereignisspezifischen und gebietsspezifischen Faktoren (z.B. Landnutzung) ab.

Zur Bereitstellung von Hochwassergefahrenkarten für eine größere Nutzergemeinschaft, stellt das Land Baden-Württemberg einen interaktiven Kartendienst zur Verfügung. Als wesentliche Informationen werden darin Überflutungsflächen und -Tiefen dargestellt.

Klimawandel und extreme Wetterereignisse

Einzelne Unwetterereignisse können nicht auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Erst die Betrachtung der Häufigkeit und Stärke von Unwetterereignissen über einen längeren Zeitraum lässt Aussagen darüber machen, ob Veränderungen im Gange sind. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass durch den Klimawandel im Winterhalbjahr mit mehr Starkregen zu rechnen ist. Folge davon sind mehr Überschwemmungen sowie zunehmende Bodenerosion.

 

Folgen des Klimawandels

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Weltweite Folgen des Klimawandels

 
Bild: Oberaletschgletscher in den Berner Alpen
Oberaletschgletscher in den Berner Alpen, 1971
(© LMZ, Autor: A. Brugger)
 
Bild: Grönland (Ostküste, Tasiilaq-Kommune), 1991
Ostküste Grönland, Tasiilaq-Kommune
(© LMZ, Autor: P. Stumpp)
 
Bild: Hurrikan Katrina
Hurrikan Katrina (29.08.2005)
(© public domain, Autor: National Oceanic and Atmospheric Administra)
Mit Windspitzen von 300 km/h nähert sich der Hurrikan "Katrina" der US-Küste am Golf von Mexiko. Der Regen, den der Hurrikan mit sich bringt, überflutet die Straßen von New Orleans in wenigen Sekunden. Katrina war der dritte große Hurrikan des Jahres 2005 im Atlantischen Ozean. Durch den Sturm und seine Folgen kamen bisher mindestens 257 Menschen ums Leben. Nachdem zwei Deiche bei New Orleans gebrochen waren, stehen zurzeit etwa 80 Prozent des Stadtgebietes bis zu 7 Meter tief unter Wasser. Laut der Gouverneurin von Louisiana ist die öffentliche Ordnung in New Orleans zusammengebrochen.

Fachleute weisen seit Jahren auf die gefährliche Situation in New Orleans hin, zumal die Stadt in den vergangenen Jahrzehnten hunderttausende Hektar Feuchtgebiet an der Küste verloren hat.

Klimaforscher halten es für praktisch sicher, dass sich Hitze-Extreme und Hitzewellen bis 2100 über den meisten Landflächen häufen werden. Sehr wahrscheinlich ist auch, dass die Häufigkeit, Intensität und/oder Niederschlagsmenge von Starkniederschlägen über einem Großteil der Landmassen der mittleren Breiten und über nassen tropischen Regionen zunehmen wird. Auch mit einer Zunahme der Intensität und Dauer von Dürren sowie der Intensität von tropischen Wirbelstürmen wird gerechnet1. Seit einigen Jahren ist ein Rückgang vieler Gletscher in Hochgebirgsregionen zu beobachten. Der Zugspitz-Gletscher Schneeferner ist mittlerweile auf rund ein Zehntel seiner ursprünglichen Größe zusammengeschmolzen2.

Auf regionaler Ebene spielen die Schneedecken der Gebirge, Gletscher und kleine Eiskappen eine entscheidende Rolle für die Verfügbarkeit des Süßwassers. Mehr als ein Sechstel der Weltbevölkerung lebt in Gebieten, die mit Schmelzwasser aus großen Gebirgsketten versorgt wird. Der IPCC erwartet, dass der Klimawandel die aktuellen Belastungen der Wasserressourcen durch Bevölkerungswachstum verschlimmert. Die weitverbreiteten Massenverluste von Gletschern und Rückgänge der Schneebedeckung über die letzten Jahrzehnte werden laut Projektionen über das 21. Jahrhundert an Geschwindigkeit zunehmen, wodurch die Wasserverfügbarkeit und das Wasserkraftpotenzial verringert würden.

Nach Erkenntnissen des IPCC nimmt die Schneebedeckung weltweit ab. In den meisten Permafrostregionen steigt die Auftautiefe. Die Meereisausdehnung ist rückläufig; bis zum Ende des 21. Jahrhunderts werden ganzjährige Rückgänge projiziert. Unter pessimistischen Annahmen (RCP8.5-Szenario, vgl. Kapitel zu Klimamodellen) könnte das arktische Meereis im Spätsommer sogar fast vollständig verschwinden.

Menschliche Einflüsse haben laut IPCC wahrscheinlich zum Meeresspiegelanstieg beigetragen. Im Zeitraum 1901 bis 2010 ist der mittlere globale Meeresspiegel um etwa 19 cm gestiegen. Die Geschwindigkeit des Anstiegs war seit Mitte des 19. Jahrhunderts größer als die mittlere Geschwindigkeit in den vorangegangenen zwei Jahrtausenden. Das IPCC geht im ungünstigsten Fall bis Ende des Jahrhunderts von einem Anstieg von rund 0,82 Metern gegenüber der Referenzperiode 1986-2005 aus. Durch den Klimawandel werden wahrscheinlich tiefliegende Küstengebiete besonders betroffen sein.

Steigende atmosphärische CO2-Konzentrationen führen zu einer zunehmenden Versauerung der Meere, wie IPCC-Projektionen über das 21. Jahrhundert zeigen. Da Säure die Kalkneubildung behindert, könnte diese Entwicklung negative Auswirkungen auf kalkschalenbildende Meeresorganismen (z.B. Korallen) und auf Arten haben, die von ihnen abhängen. Zusätzlich machen die höheren Wassertemperaturen den Korallenriffen zu schaffen. Die meisten Forscher machen die Erwärmung der Meere für die in bestimmten Bereichen zu beobachtende Korallenbleiche verantwortlich.

Die Ursachen des Meeresspiegelanstiegs

Der Meeresspiegelanstieg hat im Wesentlichen zwei Ursachen. Einerseits dehnt sich erwärmtes Wasser stärker aus, so dass es mehr Raum in Anspruch nimmt. Andererseits gelangt zunehmend mehr Schmelzwasser aus Gletschern und polaren Eisschilden ins Meer. Die schmelzenden im Meerwasser treibenden Eisberge tragen nicht zum Meeresspiegelanstieg bei.
Seit 1993 waren 57% der gesamten geschätzten Einzelbeiträge zum Meeresspiegelanstieg auf die thermische Ausdehnung der Ozeane zurückzuführen, schmelzende Gletscher und Eiskappen steuerten etwa 28% bei und die Verluste polarer Eisschilde den Rest.

 


1 IPCC AR5, 2013, Im IPCC-Bericht werden definierte Begriffe für die Eintrittswahrscheinlichkeit verwendet (z.B. „Praktisch sicher", „Sehr wahrscheinlich", „Eher wahrscheinlich als nicht"), die die Unsicherheitsspanne der Modellrechnungen reflektieren.

2 vgl. Kernaussagen des Verbundprojekts GLOWA-Danube, Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften