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Klimawandel und extreme Wetterereignisse (1/6)
Extreme Wetterereignisse
Haßmersheim, Jahrhunderthochwasser am Neckar 1993
(Element 1 von 9: Bild)
Bild: Haßmersheim Hochwasser 1993
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Neckar-Hochwasser in Haßmersheim (Neckar-Odenwald-Kreis) im Jahr 1993.

Ursachen von Hochwasser sind hohe Niederschlagsmengen, die im Sommer vorwiegend in kurzer Zeit oder im Winter meist über längere Zeiträume fallen und über die Gewässer des betroffenen Einzugsgebietes zum Abfluss gelangen. Die Form der Hochwasserwelle (zeitlicher Verlauf und Höhe des Abflusses) hängt dabei von ereignisspezifischen und gebietsspezifischen Faktoren (z.B. Landnutzung) ab.

Zur Bereitstellung von Hochwassergefahrenkarten für eine größere Nutzergemeinschaft, stellt das Land Baden-Württemberg einen interaktiven Kartendienst zur Verfügung. Als wesentliche Informationen werden darin Überflutungsflächen und -Tiefen dargestellt.

Klimawandel und extreme Wetterereignisse

Einzelne Unwetterereignisse können nicht auf den Klimawandel zurückgeführt werden. Erst die Betrachtung der Häufigkeit und Stärke von Unwetterereignissen über einen längeren Zeitraum lässt Aussagen darüber machen, ob Veränderungen im Gange sind. Wissenschaftliche Untersuchungen deuten darauf hin, dass durch den Klimawandel im Winterhalbjahr mit mehr Starkregen zu rechnen ist. Folge davon sind mehr Überschwemmungen sowie zunehmende Bodenerosion.

 

Folgen des Klimawandels

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Folgen für die Gesundheit

 
Bild: Asiatischer Tigermoskito, Tigermücke
Asiatischer Tigermoskito (Aedes albopictus) beim Einstich
(© LUBW, Autor: J. Gathany)

In Europa trat die Tigermücke syn. Tigermoskito (Aedes albopictus) das erste Mal 1979 in Albanien auf. Im Jahr 1990 gelangten Eier über Wasseransammlungen in Altreifen per Schifffracht aus den USA nach Italien in die Hafenstadt Genua. Je nach Dauer der Larvenentwicklung und dem vorhandenen Nahrungsangebot variert die Körpergröße (ohne Beine und Stechrüssel) zwischen 0,4 - 0,9 cm, wobei die maximale Größe nur sehr selten erreicht wird.

Innerhalb weniger Jahre breitete sich die Mücke rasch in weiteren Regionen Italiens aus und besiedelt mittlerweile auch Frankreich, die Schweiz, Niederlande, Griechenland, Slowenien, Kroatien und Spanien. Im September 2007 wurde die Tigermücke erstmals auch in Baden-Württemberg (Ldkr. Rastatt) nachgewiesen. Untersuchungen zeigten, dass eine dauerhafte Etablierung von Aedes albopictus innerhalb der Oberrheinischen Tiefebene aufgrund der dort herrschenden günstigen Klimabedingungen möglich sein kann. 2014 wurden insgesamt 14 Tigermoskitos entlang des Oberrheins offiziel nachgewiesen.

Die Tigermücke überträgt hauptsächlich das Dengue- bzw. Chikungunya-Fieber. "Chikungunya" bedeutet auf Swahili "gekrümmter Mann". Der Name rührt daher, dass der Krankheitsverlauf sehr schmerzhaft für Muskeln und Gelenke ist, sodass infizierte Menschen im Endstadium der Krankheit kaum noch in der Lage sind, aufrecht zu gehen.  Im Jahr 2012 wurden 114 Denguevirus-Fälle bei Reiserückkehrern aus tropischen und subtropischen Ländern an das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart übermittelt, das sind fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2008 mit 58 Fällen.

 
Bild: Schildzecke, Milbe
Vollgesaugte Schildzecke (Ixodes ricinus)
(© privat, Autor: M. Linnenbach)

Zecken sind bis 0,5 cm kleine blutsaugende Parasiten aus der Familie der Spinnentiere mit 4 Beinpaaren. Am Kopf besitzen sie einen Stechrüssel mit Widerhaken. Im vollgesaugten Zustand können sie bis zu 1 cm groß werden. Meist halten sie sich in Hecken, in hohen Gräsern und Farnen oder im Unterholz (bis ca. 1,5 m Höhe) auf. Sie lassen sich von ihren potenziellen Wirten, die sie an Erschütterungen, Körperwärme und Duftstoffen erkennen, im Vorübergehen von der Pflanze abstreifen und krabbeln dann mehrere Stunden lang am Körper umher, bis sie eine passende Einstichstelle gefunden haben. Besonders die Kniekehlen, der Haaransatz, die Leistenbeuge und die feine Haut hinter den Ohren sind ein beliebtes Ziel.

Zecken, darunter insbesonders die Schildzecken (Ixodiden), sind Überträger von gefährlichen Viren und Bakterien. Sie können unter anderem durch ihren Biss die Infektionskrankheiten Borreliose (Lyme-Desease) und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Die Art Ixodes ricinus, landläufig als „Gemeiner Holzbock“ bekannt, fühlt sich auf den unterschiedlichsten Wirten wohl:  Reptilien, Vögel, Säugetiere - auch der Mensch. Der Holzbock ist in Baden-Württemberg weit verbreitet.

Um Zecken möglichst fernzuhalten, sollte man lange, geschlossene Kleidung und feste Schuhe tragen.

 
Bild: Ambrosia - Blüten
Blüten der Beifuß-Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia)
(© public domain, Autor: USDA)

Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia)- syn. Hohe Abrosia - ist ein Neophyt, der ursprünglich aus Nordamerika stammt. Beim Menschen können durch den Pollen, aber auch bei Hautkontakt mit den Blüten heftige Allergien ausgelöst werden. Die einjährige Pflanze blüht von Juni bis Oktober. Bislang ist sie vor allem in Süddeutschland verbreitet.

 

Erhöhte Wärmebelastung

Die Klimaprojektionen der Forscher deuten auf häufigere Hitzeperioden mit ganztägigen Temperaturen von über 20°C und Spitzenwerten von über 35°C hin. Die zunehmende Hitze und Schwüle macht vor allem älteren Menschen zu schaffen. Gefährlich kann es werden, wenn zusätzlich Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, der Nieren, der Atemwege oder Stoffwechselstörungen vorliegen. Die Anfälligkeit der Bevölkerung erhöht sich zusätzlich dadurch, dass der Anteil älterer Menschen in Zukunft immer größer wird (demografischer Wandel).

Infektionskrankheiten auf dem Vormarsch?

Höhere Durchschnittstemperaturen begünstigten offensichtlich das Auftreten von Infektionskrankheiten, die bisher in unseren Breiten kaum bekannt waren. Von besonderer Bedeutung sind hierbei Infektionen, die u.a. von Insekten und Milben weiterverbreitet werden (vektorübertragene Krankheiten).

In der Rheinebene wurden 2007 erstmals Tigermoskitos (Aedes albopictus) nachgewiesen, die Krankheiten wie Chikungunya oder Dengue-Fieber übertragen können. Ursprünglich stammen Tigermoskitos aus Asien, wurden aber über den Handel mit Altreifen zunächst nach Frankreich und Italien eingeschleppt. Bisher gibt es keine Krankheitsmeldungen, da die Überträger bisher nicht in ausreichender Anzahl aufgetreten sind. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich das in Zukunft ändern könnte. Eine potentielle Gefährdung besteht vor allem für die Einwohner der Oberrheinischen Tiefebene. Diese Region weist über die Burgundische Pforte eine Verbindung nach Frankreich auf, die als Invasionspfad für die Stechmücke geeignet ist. Im Jahr 2012 wurden bisher 114 Denguevirus-Fälle bei Reiserückkehrern aus tropischen und subtropischen Ländern an das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart übermittelt, das sind fast doppelt so viele wie noch im Jahr 2008 mit 58 Fällen.

Eine andere Überträgerin von Krankheiten ist die Sandmücke (Phlebotominae). 2008 wurden neue Standorte in Baden-Württemberg nachgewiesen. Sandmücken sind Hauptüberträger für Leishmanien, die schwere Infektionskrankheiten auslösen können. Wichtige Reservoire für die Krankheitserreger sind Hunde, die aus südlichen Ländern eingeführt werden.

Milde Winter lassen hohe Zeckenpopulationen für die Frühjahrs- und Sommermonate erwarten. Die häufigste einheimische Art ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), der Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) überträgt. Es wird allgemein angenommen, dass im Rheintal auch Schafzecken (Dermacentor marginatus) zunehmen, die eigentlich aus dem Mittelmeerraum stammen. Schafzecken sind an der Verbreitung des Q-Fiebers beteiligt.

Neue Allergien

Mit den eingewanderten Organismen gelangen auch Allergie auslösende Arten nach Baden-Württemberg. So steigt beispielsweise die Gefahr, dass sich das aus Nordamerika eingeschleppte hoch allergene Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) weiter ausbreitet. Bisher gibt es vor allem Vorkommen im Oberrheingebiet und im Stuttgarter Raum. Die Pflanze verbreitet sich überwiegend durch den internationalen Handel mit Saatgut sowie durch den Transport von Grünschnitt und Bodenaushub in der Bau- und Landwirtschaft. Ambrosiasamen finden sich gelegentlich im Vogelfutter. Dadurch gelangt die Pflanze häufig auch in private Gärten und Parkanlagen. Bisher ist die allergene Belastung durch Ambrosia-Pollen niedrig. Durch die weitere Ausbreitung und den Ferntransport von Pollen aus Frankreich ist mit weiteren Belastungen für Allergiker zu rechnen.

Ambrosia entfernen und melden

Aufgefundene Ambrosia-Pflanzen sollten mit der Wurzel ausgerissen und über die Restmülltonne und nicht über den Kompost oder Biomüll entsorgt werden. Größere Vorkommen des Gewächses sollen der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (LUBW, Postfach 10 01 63, 76231 Karlsruhe,Telefon: 0721/5600-0, Telefax 0721/5600-1456, E-Mail: poststelle@lubw.bwl.de) gemeldet werden.