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Waldlehrpfad im Reilinger Eck (2/6)
Schonwald Reilinger Eck
Waldlehrpfad Reilinger Ecke, Hinweistafel
(Element 1 von 16: Bild)
Bild: Waldlehrpfad im Reilinger Eck, Infotafel
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Gut begehbarer Rundwanderweg mit einer Länge von ca. 3 km, auch für Radfahrer sehr gegeignet.

Waldlehrpfad im Reilinger Eck

Der 3,2 km lange Waldlehrpfad, der hier gemeinsam von Walldorf und Reilingen installiert wurde, soll den Besuchern die kulturhistorische Bedeutung und Schutzwürdigkeit des Gebiets mit seinen Tier- und Pflanzenarten näherbringen. Anhand zahlreicher Hinweistafeln wird der Wanderer umfassend über Natur und Landschaft informiert. Ruhebänke und Schutzhütten laden zum Verweilen ein. Der Lehrpfad unterstützt auch die waldpädagogische Arbeit des Staatlichen Forstamts Schwetzingen. In Zusammenarbeit mit Reilinger und Walldorfer Schulen werden im Schonwald arterhaltende Pflegemaßnahmen durchgeführt.

 

Umweltbildung durch Lehrpfade

 

Lehrpfade als ein Mittel der Umweltbildung

 
Bild: Wernauer Baggerseen
Naturlehrpfad Wernauer Baggerseen
(© Autor: S. Hollmann)

Naturlehrpfad Wernauer Baggerseen, hier mit Infotafeln vor dem Großen See.

Der 1993 installierte Lehrpfad ist ca. 1000 m lang und zeigt insgesamt 19 Info-Tafeln. Finanziert wurde das Vorhaben durch das Umweltministerium Baden-Württemberg, dem Landkreis Esslingen sowie durch die Gemeinden Köngen, Wendlingen und Wernau.

 
Bild: Hopfenlehrpfad Sandhausen
Hopfenlehrpfad Sandhausen (Rhein-Neckar-Kreis)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurden bei Sandhausen ca. 200 Tonnen Hopfen geerntet. Danach ging es stetig bergab, bis hin zum Jahre 1997, als dem Hopfen gerade noch eine Fläche von 9,8 Hektar gegönnt war. Im Angedenken an die regionale Bedeutung des Hopfenanbaus in Nordbaden, wurde die Einrichtung 2004 als Informationsstätte für die Öffentlichtkeit installiert. Die Besichtigung ist kostenlos.

 
Bild: NatZKa - Waldlehrpfad (Stadt Karlsruhe)
Waldlehrpfad am Naturschutzzentrum Karlsruhe - Rappenwört
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Waldlehrpfad mit dem Beispiel Sommerlinde (Tilia platyphyllos) hier: Blätter und Stamm.

Deutschlands erster Naturlehrpfad entstand 1930 im Bredower Forst bei Nauen (Ldkr. Havelland, Brandenburg). Er sollte bei der Bevölkerung das Interesse für Umwelt und Natur wecken. Nauen liegt zwischen dem eiszeitlich geprägten Landschaftsschutzgebiet Nauen-Brieselang-Krämer und den überwiegend landwirtschaftlich genutzten Flächen im Südwesten Brandenburgs.

In Baden-Württemberg wurde 1957 durch den Lehrer Rupprecht Bayer im Odenwald der erste Lehrpfad angelegt. Auch R. Bayer wies insbesondere Wanderer und Spaziergänger auf die im Wald lebenden Pflanzen und Tiere hin, um bei den Menschen ein besseres Natur- und Umweltbewusstsein zu fördern.

In den darauffolgenden Jahren entwickelt sich in ein wahrer Boom an Lehrpfaden. Bei dieser klassischen Form der Umweltinformation erfolgt die Wissensvermittlung fast ausschließlich auf beschreibende Art und Weise. Als Medien dienen dabei Informationstafeln mit steckbriefartigen Beschreibungen seltener Tiere und Pflanzen. Somit hat der Besucher die Möglichkeit selbst die Information auszuwählen, die vorort für ihn von Interesse ist. Mit der Erkenntnis, dass diese rein rezeptive - also die passiv aufnehmende - Wissensvermittlung nur zu einem geringen Lernerfolg führt und die gewünschte Vermittlung einer Wertschätzung für die Natur und Umwelt so kaum gelang, entwickelten sich neue, mehr handlungs- und erlebnisorientierte Konzepte.

Auch das Land Baden-Württemberg hat über das LUBW Agenda-Büro mit dem Wettbewerb „Konkrete Projekte der Lokalen Agenda" und anderen Förderprogrammen die Errichtung zahlreicher Lehrpfade und Lehrgärten gefördert. Sie stellen einen Beitrag sowohl zur Umwelterziehung als auch zur Förderung der Region im Rahmen einer Entwicklung eines sanften, nachhaltigen Tourismus dar.

Inzwischen existieren neben der klassischen Lehrpfadsgestaltung weitere, sehr unterschiedliche Formen der Wissenvermittlung:

  • Lehrgärten (z.B. Kräutergarten, Streuobst, Weinbau)
  • Waldlehrpfade (Waldbäume, Wildtiere)
  • Bodenlehrpfade (Aufschlüsse, Bodenprofile)
  • Sinnespfade (Barfußpfad, Duftgarten, Vogelstimmen)
  • Mobile Pfade (Wanderrouten mit GPS-gestütztem, digitalem Führer)
  • Freilichtmuseen (historischer Bergbau und Landwirtschaft, Mühlen)

Mit der Konzeption der sogenannten Erlebnispfade statt der traditionellen Lehrpfade will man nicht nur den Menschen in den engeren Kontakt mit der Natur und der Landschaft bringen sondern auch touristische Angebote für Gemeinden und Tourismusverbände schaffen. Die Erzeugung einer regionalen Identität und die Entwicklung eines Regionalbewusstseins spielen hierbei eine große Rolle.