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NSG Felsenmeer, Russenstein, Michelsbrunnen
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Russenstein, Felsenmeer, Michelsbrunnen
Neckarklippen am Russenstein bei Heidelberg (um 1830)
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Bild: Granitklippen am Russenstein
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Zwischen der heutigen Orthopädischen Klinik in Heidelberg-Schlierbach und der Ortsmitte von Ziegelhausen durchschneidet der Neckar die Steinbach-Verwerfung und tritt in den Granit ein. Über 100 Klippen bildeten gefährliche Hindernisse. Besonders berüchtigt war der sog. „Hackteufel“ ca. 250 m oberhalb der jetzigen Staustufe Heidelberg-Karlstor. Stahlstich um 1830.

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Übersicht

NSG Felsenmeer, Russenstein, Michelsbrunnen

 

NSG Felsenmeer, Russenstein und Naturpark Michelsbrunnen bei Heidelberg

 
Bild: NSG Russenstein, Rhein-Neckar-Kreis
Der Russenstein, Granitschwelle am Neckar bei Heidelberg (Aufn. 2011)
(© S. Vesselinov Lalov)

Der Russenstein, eine eindrucksvolle Granitschwelle am Neckarufer oberhalb der Ziegelhäuser Landstraße (L 534). Im Jahr 2009 wurden durch intensive Pflegemassnahmen die anstehenden Felsflächen wieder freigelegt und gegen Steinschlag gesichert (Aufnahme: September 2011).

 
Bild: Felsenmeer (Heidelberg), Rhein-Neckar-Kreis
NSG Felsenmeer im Heidelberger Stadtwald
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Die Buntsandstein-Blockhalde liegt am nördlichen Steilhang des Königstuhls. Die Blöcke gehören stratigraphisch zum oberen Geröllhorizont des Mittleren Buntsandsteins.

 
Bild: Naturpark Michelsbrunnen, Odenwald, Kreis Heidelberg
Naturpark Michelsbrunnen, Hinweistafel
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Der 1,4 ha große Naturpark Michelsbrunnen liegt im Heidelberger Stadtwald östlich des Kohlhofs.

Das am 19.05.1956 verordnete Naturschutzgebiet (NSG) besteht aus drei räumlich getrennten Einheiten:

Die Gebiete rund um das Felsenmeer in Schlierbach und den Michelsbrunnen beim Kohlhof liegen südlich vom Neckar. Das Gebiet rund um den Russenstein befindet sich im nördlichen Steiluferbereich des Neckars. Das Naturschutzgebiet, das zu den ältesten Deutschlands zählt, gehört inzwischen zur Kulisse des europaweiten Schutzgebietssystems „Natura 2000" und ist Bestandteil des Flora, Fauna, Habitat-Gebietes (FFH) „Kleiner Odenwald".

NSG Russenstein

Bei der Teilfläche Russenstein handelt es sich um einen südostexponierten Steilhang am Fuß des Heiligenbergs. Prägend vorort ist eine in nordwestliche Richtung ziehende Verwerfung des Grundgebirges mit klippenartigen Granitfelsen des Neckars, die hier unter den mächtigen Buntsandsteinformationen des Vorderen Odenwalds hervortritt (Steinbach- bzw. Ziegelhausener Verwerfung ). Die scharfen Klüfte des anstehenden Granits am Russenstein, die heute durch die Kanalisierung des Neckars nicht mehr erkennbar sind, boten dem Urneckar lange heftigen Widerstand sich in den heutigen Mündungsfächer bei Ladenburg und Mannheim zu ergießen. So entstand die kolkartige Ausbuchtung im Bereich der Heidelberger Altstadt. Im Naturschutzgebiet Russenstein liegt auch das Naturdenkmal Wilckensfels*.

1956, zur Zeit der Unterschutzstellung, beherbergte die Felsenlandschaft am Neckar viele seltene Arten. Heute sind die meisten davon verschwunden. Grund war die über lange Zeit andauernde Beschattung der Felsflächen durch vordringende Gehölze (insbesondere Ahorn, Götterbaum, Brombeere). Im Rahmen von Felssicherungsarbeiten 2009/10 wurden große Bereiche der Granitfelsen wieder freigelegt. Nun besteht die Hoffnung, dass sich die Tier- und Pflanzenarten, die in den 1950-er Jahren hier vorkamen, wieder ansiedeln. Das Klettern an den freigelegten Felsen ist selbstverständlich untersagt. Ausgediente Kletterhaken zeugen noch von den sportlichen Aktivitäten.

Ebenfalls erwähnenswert ist die aufgelassene Lösswand im Bereich des Haarlassweges. Der durch Lufteintag sedimentierte Löss wurde 1824 durch den Heidelberger Mineralogen Karl-Caesar von Leonhard* erstmals wissenschaftlich beschrieben und als geologische Formation definiert.

Naturpark Michelsbrunnen

Der 1,4 ha große Naturpark liegt im Heidelberger Stadtwald östlich des Kohlhofs. Ökologisch besonders wertvoll ist der meist mehrstufige, artenreiche Laubwald (Schonwald) aus Buchen, Berg-Ahornen und Hainbuchen. An vielen Stellen finden sich Totholzansammlungen, die für viele Tierarten Lebensgrundlage und Unterschlupf bieten. Der Unterwuchs ist besonders reich an Farnen. Typische Arten sind der Wald-Frauenfarn und der Männliche Wurmfarn. Die Waldfläche wird von kleineren Fließgewässern durchzogen und beherbergt günstige Laichplätze für Feuersalamander und Grasfrosch. Höhlenbrüter wie Kleiber und Spechte profitieren von den alten Bäumen im Blockhaldenbereich.


* Karl-Cäsar von Leonhard (* 12. September 1779 in Rumpenheim - † 23. Januar 1862 in Heidelberg) deutscher Mineraloge, ab 1818 Lehrstuhlinhaber für Mineralogie der Universität Heidelberg.

* Karl Wilckens (* 23. November 1851 in Tauberbischofsheim; † 6. Januar 1914 in Heidelberg) war von 1885 bis 1913 Oberbürgermeister der Stadt Heidelberg. Ehrendoktor der naturwissenschaftlich-mathematischen Fakultät der Universität Heidelberg.