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NSG Hockenheimer Rheinbogen
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Hockenheimer Rheinbogen, Wiesen und Gräben
Silzwiesen am Insultheimer Hof
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Bild: NSG Hockenheimer Rheinbogen
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Der „Insultheimer Hof“, wurde etwa im 6. Jh. auf einer hohen Kiesbank angelegt. Sein Schicksal war entsprechend vom Rhein geprägt. Zeitweise lag der Weiler mal links oder rechts der Hauptrinne des Rheinstroms. Nach dem Rückgang des Rheins werden seit dem 13. Jh. die Wiesenflächen hier bewirtschaftet.

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NSG Hockenheimer Rheinbogen

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Naturschutzgebiet Silzgraben - Landschaft der Wiesen und Gräben

 
Bild: Hockenheimer Rheinniederung (Rhein-Neckar-Kreis)
Silzgraben mit Silberweiden und Röhricht
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Der hier künstlich verbreiterte Silzgraben in der Nähe des Insultheimer Hofs entstand aus einer ehemaligen Kiesgrube (Aufn. 2014).

 
Bild: NSG Hockenheimer Rheinbogen
Maximilianswiesen nördlich des Insultheimer Hofs
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Wiesen und Weiden prägen bis heute das Landschaftsbild im Hockenheimer Rheinbogen.

 
Bild: Hockenheimer Rheinbogen, Gießgraben
Kothlachgraben in den Leopoldswiesen
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Im Gegensatz zu den meisten anderen Gräben im Hockenheimer Rheinbogen führt der Kothlachgraben das ganze Jahr über Wasser, weil er stellenweise vom Grundwasser gespeist wird. Da der Graben eine direkte Verbindung zum Rhein besitzt, kommen auch Fische wie z. B. Hecht oder Aal hier vor.

Die Schutzgebietsfläche "Silzgraben" innerhalb des Landschaftschutzgebiets Hockenheimer Rheinbogen, verläuft bogenförmig vom Lußhof im Westen bis zur Stadtgrenze Hockenheims im Osten. Von dort erstreckt sich die Fläche in Richtung Norden bis zur Autobahn BAB 61. Entlang des Silzgrabens, in den Silzwiesen und am Ufer des westlichen Silzsees, finden sich viele naturraumtypische Biotope, die nach § 32 NatSchG als Sümpfe, Röhrichtbestände und Riede sowie Feldhecken und Feldgehölze besonders geschützt sind.

Die ausgedehnten Wiesengebiete (Silzwiesen, Leopoldswiesen, Maximilianswiesen) wurden früher durch den Gieß- und Silzgraben gewässert, der östliche, nicht bewaldete Teil auch mit Hilfe des Erlengrabens. Durch gezieltes Aufstauen der Gräben hat man die Wiesen im Frühjahr überflutet, um mit dem Nährstoffeintrag eine verbesserte Mahd zu erzielen. Diese über mehrere Jahrhunderte angewandte Bewirtschaftungsmethode, ging infolge großer Veränderungen in der landwirtschaftlichen Produktion um 1940 zu Ende. Heute dienen Teile der Silzwiesen u.a. als Viehweide.

Extensiv genutztes Grünland besitzt eine überaus hohe Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt sowie für den Gewässer-, Boden- und Klimaschutz. Auch für die meisten Wiesen im Hockenheimer Rheinbogen existieren seit der Unterschutzstellung im Jahr 1990 Einschränkungen der landwirtschaftlichen Nutzung. Sie beinhalten neben den bereits üblichen Festsetzungen wie das Verbot des Grünlandumbruches sowie der Verwendung von Pflanzenbehandlungsmitteln auf Grünland detaillierte Regelungen für die größeren Wiesenflächen, die heute durch ihre Ausdehnung und Struktur von besonderer Bedeutung für wiesenbrütende Vogelarten in der dicht besiedelten Nördlichen Oberrheinebene sind. Die Regelung wird ergänzt durch die Verordnung der Forstdirektion Karlsruhe über das "Wildschutzgebiet Hockenheimer Rheinbogen II".

Die Wiesenflächen um den Insultheimer Hof sind auch als Überwinterungsgebiet für Saatgänse (Anser fabalis) bekannt. Neben dem Eriskircher Ried am Bodensee, ist der Hockenheimer Rheinbogen der wichtigste Überwinterungsplatz für diese Vogelart, die sonst überwiegend im Norden Mitteleuropas beheimatet ist.

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