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Mittleres Oberrheinisches Tiefland
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Landschaften Mittleres Oberrheinisches Tiefland
Altrheinarm in den Rastatter Rheinauen
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Bild: Altarm in den Rastatter Rheinauen, Ldkr. Rastatt
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland:
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland: Beschreibung der Bodentypen

 

Beschreibung der Bodentypen

Terrestrische Böden

Syrosem

Anfangsstadium der Bodenbildung in überwiegend unverwittertem Löss. Ein humoser Oberboden ist nur schwach ausgebildet.

Pararendzina

Junger, kalkhaltiger Boden mit basenreichem, humosem Oberboden aus karbonat- und silikathaltigem Lockergestein (Ah/eC-Profil). Durch Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung bildet sich in der weiteren Bodenentwicklung eine Parabraunerde. Die rezenten Pararendzinen sind durch Erosion entstanden.

Parabraunerde

Boden mit einem an Ton verarmten Oberboden über einem mit Ton angereicherten Unterboden (Ah/Al/Bt/Bv/lC). Die Bodenbildung verläuft über Entkalkung, Verwitterung und Tonverlagerung. Ausgangsmaterial der Bodenbildung sind kalkreicher Löss, Terrassen- und Hochflutsedimente. Der schluffreiche Oberboden ist gegenüber Erosion besonders anfällig. Ohne Schutz durch Vegetation wird oft der Oberboden bis auf den beständigeren Tonanreicherungshorizont abgetragen. Es bildet sich eine erodierte Parabraunerde (Ah/(Al)/Bt/Bv/lC-Profil).

Kolluvium

Kolluvium (aH/M-Profil) entsteht aus umgelagertem humosem Bodenmaterial. Durch Niederschläge werden Bodenteilchen schon bei geringem Gefälle hangabwärts verfrachtet und sammeln sich in Tälern und Tiefenlinien an. Kolluvien sind in der Regel tiefgründige und fruchtbare Böden mit meist dunklen, deutlich humosen Unterböden.

Rigosol

Durch anthropogene Durchmischung von Ober- und Unterboden entstandener Boden (RAp/R/C-Profil). Ist der ursprüngliche Bodentyp noch erkennbar, wird er mit wie z. B. Parabraunerde-Rigosol im Namen aufgeführt. Typische Vertreter sind die Weinbergsböden, die als Meliorationsmaßnahme über Jahrhunderte rigolt wurden.

 

Semiterestrische Böden

Auenkarbonatrohboden (Rambla)

Anfangsstadium der Bodenbildung in jüngsten, kalkreichen Flusssedimenten. Der humose Oberbodenhorizont ist lückenhaft und bedeckt nur filmartig die weitgehend unverwitterten Sedimente (aAi/alC/aG-Profil). Grundwassermerkmale erst unterhalb 4 dm u. Fl.

Auenpararendzina (Kalkpaternia)

Boden aus karbonat- und silikathaltigen, jungen Auensedimenten mit deutlich entwickelten humosem Oberboden (aAh/aelC/aG-Profil). Nach Abschluss der Auensedimentation kann sich aus der Auenpararendzina durch Entkalkung, Verbraunung und Tonverlagerung eine Parabraunerde entwickeln.

Brauner Auenboden (Vega)

Boden in der regelmäßig überschwemmten Aue aus Flusssedimenten. Die braunen Sedimente bestehen überwiegend aus andernorts abgetragenem Bodenmaterial, daher der relativ hohe Humusgehalt im Unterboden (M-Horizont).

Auengley-Brauner Auenboden

Semiterrestrischer Übergangsbodentyp, der im Oberboden die Eigenschaften des Braunen Auenbodens hat, im Unterboden aber bereits den oxidativen Grundwasserhorizont eines Gleys aufweist. Traditionell werden sie als Grünland oder Wald genutzt. Beide Nutzungsformen sind grundsätzlich bodenschonend.

Auenbraunerde und Auenparabraunerde

Böden in Auenlage, die durch eine Bodenentwicklung nach der Sedimentation der Hochwasserablagerungen entstanden sind. Durch Freisetzung von Eisenoxiden kommt es zu einer Verbraunung des Bodens. Die Auenbraunerde (aAh/aBv/aC/aG-Profil) entspricht der autochthonen Vega. Im Laufe der weiteren Bodenentwicklung kann es zur Tonverlagerung und zur Entwicklung einer Auenparabraunerde (aAh/aAl/aBt/aC/aG-Profil) kommen.

Auengley

Semiterrestrischer Boden in Auenlage, der durch Grundwasser beeinflusst ist (aAh/aGo/aGr-Profil). Der Grundwasserspiegel steigt nur ganz kurzfristig höher als 4 dm unter Flur. Unter einem Oberbodenhorizont folgt ein periodisch durchlüfteter und deshalb rostfleckiger Grundwasserhorizont (Go). Im ständig wassererfüllten Unterboden ist das feinverteilte Eisen blaugrau gefärbt und bildet den nassen und sauerstoffarmen Gr-Horizont. Steht das Grundwasser dauerhaft höher an, bilden sich Nassgley und Anmoorgley.

Niedermoor

Durch ständig bis an die Geländeoberfläche anstehendes, sauerstoffarmes  Grundwasser wird die Zersetzung organischer Substanz verhindert und es kommt zu einer Anreicherung von abgestorbenen, wenig bis stark zersetzten Pflanzenresten, den Niedermoortorf. Die Torfschicht kann mehrere Meter mächtig sein (nHw/nHr-Profil). Moore sind nur da zu finden, wo kein schnell fließendes Wasser die Torfbildung verhindert oder wegspült. Die Niedermoore sind größtenteils entwässert und bilden so gute Grünlandflächen.