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Mittleres Oberrheinisches Tiefland
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Landschaften Mittleres Oberrheinisches Tiefland
Altrheinarm in den Rastatter Rheinauen
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Bild: Altarm in den Rastatter Rheinauen, Ldkr. Rastatt
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland:
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland: Geologie

 

Geologie und Landschaftsgeschichte

Das Mittlere Oberrheinische Tiefland ist Teil des Oberrheingrabens, der sich von Basel bis Frankfurt über eine Distanz von 300 km erstreckt. Das Absinken der Grabenscholle fing vor ca. 40 Millionen Jahre im südlichen Bereich an und setzte sich nach Norden fort. In den einzelnen Bereichen und Zeiträumen verlief das Einsinken der Schollen recht unterschiedlich und dauert bis heute an.

Überdeckt ist das eingesunkene Bruchschollenmosaik von Kilometer mächtigen tertiären Meeres- und Flussablagerungen. Den Abschluss der Grabenfüllung bilden eiszeitliche Schotter des Rheins und seiner Nebenflüsse. Kies, Sand und Feinmaterial wurden über ein Netz von flachen Rinnen in der gesamten Ebene gleichmäßig abgelagert. Durch das tektonische Einsinken parallel zur Schwarzwaldhauptverwerfung hat sich am Rand zu den Vorbergen eine Senke gebildet, die sich in ihrem weiteren Verlauf zur Kinzig-Murg-Rinne verbreitert. Tektonische Senken und tiefere Rinnen wurden durch vermehrte Aufschotterung nivelliert, so dass die Niederterrasse eine fast ebene Fläche bildet. Erst am Ende der letzten Eiszeit begannen sich der Rhein und seine Zuflüsse in die eigenen Aufschüttungen einzutiefen.

Dieser großtektonische Aufbau wird oberflächlich einerseits durch späteiszeitliche Hochflut- und holozäne Auensedimente der Flüsse, andererseits durch eiszeitliche Windsedimente weiter abgewandelt. Hochflutlehme und -sande wurden in der ausgehenden Eiszeit in mehreren Meter mächtigen Schichten abgelagert. Große Wassermengen haben besonders in der östlichen Randsenke tiefe Rinnen in die Niederterrasse gegraben. Als die Wassermassen weniger wurden, hörten die Flüsse auf zu erodieren und lagerten bei Hochwasser sandige und lehmige Sedimenten ab, bis das Niveau der Niederterrasse erreicht war. Auf den größeren Niederterrassenflächen konnte sich Löss ablagern, feiner Gesteinsstaub, der am Ende der Eiszeit auf vegetationsfreien Schotterflächen vom Wind ausgeblasen und über viele Kilometer verfrachtet wurde. Je nach Windgeschwindigkeit wurde auch Sand und Sandlöss verfrachtet und sedimentiert. Ausgedehnte Flugsandfelder und Dünenlandschaften sind erst in der Nördlichen Oberrheinischen Tiefebene zu finden.

Nördlich des Kaiserstuhls scheint sich die bis dahin großflächig zusammenhängende Niederterrassenplatte des Südlichen Oberrheingebiets aufzulösen. Dreisam, Elz, Schutter, Kinzig, Rench, Oos und zahlreiche kleinere Zuflüsse aus dem Schwarzwald bilden breite, verzweigte Auen und fließen, nach Norden abgeleitet, mit geringem Gefälle in den Rhein. In diesem Bereich des Oberrheingrabens hat sich der Rhein nacheiszeitlich nicht so stark in seine Niederterrasse einschneiden können. Die dadurch bewirkte geringere Fließgeschwindigkeit des Rheins und höher gelegene Erosionsbasis für die Zuflüsse lassen das Grundwasser um einige Meter höher anstehen.

Der mittlere Grundwasserspiegel liegt ca. 2 m u. Fl. und die Gefahr von Vernässung der Anbauflächen ist groß. Der sanfte, oft kaum erkennbare Wechsel zwischen den ebenen Niederungen und den flachen, inselartigen Terrassenresten ist charakteristisch für die Landschaft.

Die Vorberge sind geologisch gesehen unterschiedlich stark abgesunkene Randschollen. Die Buntsandstein-Scholle der Lahr-Emmendinger-Vorberge bildet einen 50 bis 100 m hohen Steilrand zur Ebene. Die Ortenau-Bühler-Vorberge mit Gesteinen kristalliner Herkunft gehen dagegen allmählich und ohne große Sprunghöhe in die Ebene über. Die gesamte Vorbergzone in der Mittleren Oberrheinischen Tiefebene ist insbesondere in den tieferen Lagen großflächig mit Löss bedeckt.

Diesem geologischen Muster folgt die Verteilung der Böden. Die Bodenlandschaft wird weiter durch die unterschiedliche Körnung der Sedimente und vor allem durch den wechselnden Grundwasserspiegel variiert.