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Mittleres Oberrheinisches Tiefland
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Terrestrische Böden der Niederterrasse
Podsolige lessivierte Pseudogley-Gley-Braunerde aus Niederterrassenschotter mit sandig-schluffiger Deckschicht
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Bild: Podsolige lessivierte Pseudogley-Gley-Braunerde_7513.214
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Die gleichermaßen von Staunässe und Grundwasser beeinflussten Böden sind auf sehr flachen Erhebungen und Verebnungen nasser Niederterrassenplatten zu finden. Sie sind vergesellschaftet mit podsoliger Gley-Braunerde; in höheren Bereichen mit mäßig tiefer Braunerde mit Vergleyung im nahen Untergrund.

Mittleres Oberrheinisches Tiefland:
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland

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Niederterrasse - Flaches Land im Süden

Bild: Flachwellige Niederterrasse bei Scherzheim
Flachwellige Niederterrasse bei Scherzheim
(© LGRB, Autor: R. Busch)

Sandlössrücken auf der Niederterrasse.

Die nach Osten angrenzende Niederterrasse ist stärker gegliedert als die Rheinaue. Bei einer mächtigen Bedeckung von Löss, wie auf der Forchheimer Niederterrassenplatte und zwischen Offenburg und Bühl, bildeten sich mäßig tief entwickelte Parabraunerden. Der kalkhaltige Rohlöss tritt bereits in einer Tiefe um einen Meter auf. Es haben sich fruchtbare Parabraunerden entwickelt, die in Lagen mit trägem Wasserabfluss auch mal Staunässe zeigen können. Bei starker Erosion kommt stellenweise der Rohlöss bis an die Oberfläche und bildet eine kalkhaltige Pararendzina. Das verlagerte Oberbodenmaterial sammelt sich in flachen Mulden. Bei größerer Mächtigkeit entwickelt sich aus diesen humosen Abschwemmmassen der Bodentyp Kolluvium. Die flachwellige Landschaft ist altes Kulturland, deshalb sind die Böden örtlich durch Meliorationsmaßnahmen, wie z. B. Rigolen, bis in eine Tiefe von 60 cm humos. Es entsteht Parabraunerde-Rigosol.

Daneben bedeckt lokal Flugsand die Niederterrasse und bildet ebene Anwehungen und Dünen. Flugsand tritt das erste Mal großflächig westlich von Baden-Baden auf und wird im Nördlichen Oberrhein-Tiefland große Gebiete einnehmen. Selbst im Flugsand konnte eine leichte Tonverlagerung stattfinden, die zur Bildung von Bänderbraunerde und Bänderparabraunerde geführt hat. Dabei lassen die geringen Tonmengen nur eine Anreicherung in schmalen Bändchen zu. Durch fortschreitende Versauerung im Oberboden sind die Böden unter Wald meist podsoliert.

Eine größere Verbreitung als die äolischen Sedimente haben auf der Niederterrasse die fluviatilen Terrassensande und Hochflutlehme und -sande. Auch sie brachten Parabraunerde und Braunerde hervor. Zur Staunässe neigen diese Böden, da der lehmig-tonige Tonanreicherungshorizont mächtig ist und stark verdichten kann.

Westlich von Ettenheim und Lahr fand die Bodenbildung direkt in den Niederterrassenschottern statt. Es bildeten sich Parabraunerden im Kieskörper, z. T. mit Kalkausfällungen im stark verfestigten Kiesuntergrund, analog zu den im Südlichen Oberrheingebiet verbreitet auftretenden rubefizierten Parabraunerden.