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Mittleres Oberrheinisches Tiefland
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Semiterrestrische Böden der Rheinaue
Auengley-Brauner Auenboden aus Auenlehm über Terrassenkies
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Bild: Auengley-Brauner Auenboden_7313.201
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Grundwasserbeeinflusster Auenboden auf den älteren Rheinterrassen zwischen Bodersweier und Diersheim. In den grundwassernäheren flachen Mulden und Randlagen kommen auch Auengleye vor. Der nicht ganz ein Meter mächtige Auenlehm hat nur eine mittlere nutzbare Feldkapazität.

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Mittleres Oberrheinisches Tiefland

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Rheinaue - Wenige Zeugen der alten Amphibienlandschaft sind geblieben

Bild: Kiesabbau in den Rheinauen bei Schwanau
Kiesabbau in den Rheinauen bei Schwanau (Ortenaukreis)
(© solum, Autor: G. Glomb)

Nutzungskonflikt zwischen Natur- und Grundwasserschutz, Rohstoffgewinnung und Freizeitkultur.

In der Mittleren Oberrheinischen Tiefebene fehlt das Hochgestade, welches im Südlichen Oberrheingebiet eine deutliche Geländestufe zwischen den Talauen und der Niederterrasse bildet. In Folge können sich sich Auensedimenten des Rheins und dessen Zuflüsse in größeren Bereichen vermischen.

Die unmittelbar am Rhein liegenden Auenböden sind durch einen einheitlichen Grundwasserstand von oberhalb 2 m u. Fl. und dem jährlichen Wechsel zwischen Hoch- und Niedrigwasser geprägt. Sie sind deshalb in ihrer räumlichen Abfolge im gesamten Gebiet sehr einheitlich. Bis zum Bau der Hochwasserdämme wurden die Vorlande noch regelmäßig überflutet. Mit dem jährlichen Hochwasser wurden kalkreiche, oft humusfreie sandig-schluffige Sedimente abgelagert. Kalkreiche Böden vom Typ Auenpararendzina (Kalkpaternia) und seltener Auenkarbonatrohboden (Rambla) sind aus diesen, oft rohen Gesteinszerreibsel entstanden. Dazwischen bildete sich ein Netz von ständig durchflossenen Flussarmen und nur periodisch nassen Hochwasserabflussrinnen, die heute überwiegend trocken gefallen sind. Hier ist der hydromorphe, also vom Grundwasser bestimmte Charakter der Böden, noch deutlich erhalten geblieben, obwohl die aktuellen Wasserverhältnisse deutlich trockener sind. Die blaugraue Farbe des reduzierten Eisens zeigt den ehemaligen tiefsten Grundwasserstand an. Die Merkmale einmal abgelaufener Bodenbildungsprozesse können zwar durch veränderte Bedingungen überprägt, aber nicht ausgelöscht werden. So können reliktische Auenböden zur Klärung früherer Umweltverhältnisse in den Auenbereichen beitragen. In grundwassernahen Senken sind Kalkhaltiger Auengley, Anmoorgley und Nassgley zu finden. Niedermoor konnte sich nur da bilden und erhalten, wo es bei Hochwasser nicht weggerissen wurde. Weiter entfernt vom Hauptstrom  werden die Auensedimente bei geringeren Fließgeschwindigkeiten lehmiger, also feinkörniger. Auf den nach Osten höher gelegenen Rheinterrassen sind verbreitet kalkhaltige Braune Auenböden zu finden. Wo die Entkalkung der Auensedimente weiter fortgeschritten ist, konnten lokal terrestrische Böden, wie Auenbraunerde und Auenparabraunerde mit bereits deutlicher Gefügebildung, entstehen.