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Mittleres Oberrheinisches Tiefland
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Landschaften Mittleres Oberrheinisches Tiefland
Altrheinarm in den Rastatter Rheinauen
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Bild: Altarm in den Rastatter Rheinauen, Ldkr. Rastatt
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland:
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Mittleres Oberrheinisches Tiefland

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Reiche Kulturlandschaft im tektonischen Graben

Bild: Taubergießen, Luftbild
Naturschutzgebiet Taubergießen (Ldkrs. Emmendingen/ Ortenaukreis)
(© LUBW, Autor: Steinmetz)

Das Schutzgebiet wird im Süden durch den Leopoldskanal begrenzt. Im Westen folgt die Grenze des Naturschutzgebietes bis zu Rheinkilometer 259 der deutsch - französischen Staatsgrenze, danach der deutschen Uferlinie und im Anschluß an die Straße zur Rheinfähre Kappel - Rhinau dem Rheinuferweg, der außerhalb des Schutzgebietes liegt. Die Nordgrenze wird von der nördlichen Böschungsoberkante des Gewässers gebildet, die entlang der Gemeindegrenze Kappel - Grafenhausen/ Schwanau verläuft.

 

Das Mittlere Oberrheinische Tiefland umfasst ein Gebiet, das nördlich des Kaiserstuhls und der Freiburger Bucht beginnt und auf einer Höhe westlich von Baden-Baden endet. Es deckt sich in seiner Flächenausdehnung ziemlich genau mit der Ortenau und dem Hanauer Land. Dabei bildet der Rhein auf einer Strecke von 80 km die westliche Grenze. Das Höhenniveau fällt flussabwärts von 170 m auf 120 m NN sanft ab. Die östliche Grenze bilden in 10 bis 20 km Entfernung zum Rhein die steil ansteigenden Vorberge. Die sich über insgesamt 300 km erstreckende Oberrheinebene ist schon in geschichtlicher Zeit ein Durchgangsraum gewesen. Entlang der großen Verkehrswege zu Land und zu Wasser entstand eine der wichtigsten Entwicklungsachsen des Landes. Wo die Ebene an die Vorbergzone reicht, meist im Bereich der Mündung von Schwarzwaldtälern in die Oberrheinebene, reihen sich die größeren Orte wie Ettenheim, Lahr, Offenburg, Achern und Bühl aneinander, die durch ein großflächiges Verkehrsnetz mit den Ortschaften in der Ebene und am Rhein vernetzt sind. Das städtische Zentrum der Region ist Offenburg. In Zukunft soll im gesamten Oberrheingebiet über Grenzen hinweg eine internationale Metropolregion entstehen.

Wegen der klimatisch begünstigten Beckenlage und dem allgemein niedrigen Höhenniveau in der Oberrheinebene wird in der Vorbergzone verbreitet Weinbau betrieben. Daneben haben sich dort auch Anbauzentren für Obst und Beeren gebildet, wie im Gebiet um Bühl. Im städtischen Umland nehmen Gemüsebau und Sonderkulturen große Flächen ein. Auf der Niederterrasse wird hauptsächlich Ackerbau betrieben, vor allem Körnermais wird im großen Stil angebaut. In den feuchteren Niederungen geht die Nutzung in Grünland über.

Landschaftlich gliedert sich das Tiefland in die Offenburger Rheinebene und die Vorbergzone. Zur Rheinebene gehören die Weisweiler-Waldaue des Rheins, die Forchheimer Niederterrassenplatte und die durch zahlreiche Auen stark aufgelöste Schutter-Elz-Niederterrasse. In der bewaldeten und von Altwasserschlingen durchzogenen Waldaue liegt auch das Taubergießengebiet, ein bedeutendes Naturschutzgebiet mit einer einzigartigen, ursprünglichen Rheinauenlandschaft. Die Vorbergzone lässt sich geologisch in die Lahr-Emmendinger-Vorberge und die Ortenau-Bühler-Vorberge gliedern.

Der geringe Höhenunterschied zwischen den Fluss- und Bachniederungen und den Niederterrassenflächen führt zu einer latenten Hochwassergefahr und macht Maßnahmen zum Hochwasserschutz auch außerhalb der Rheinauen dringend erforderlich. Der Bau von Dämmen, Entlastungskanälen und Retentionsbecken wurde deshalb schon in historischer Zeit betrieben.