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LSG Max-Eyth-See
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Max-Eyth-See
Max-Eyth-See, Blick nach Südwesten (Aufn. 2010)
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Bild: Max-Eyth-See (Stadt Stuttgart)
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Im Großraum Stuttgart ist der Max-Eyth-See mit rund 600 m Länge und 300 m Breite das einzige größere Stillgewässer.

Der See ist benannt nach Eduard Friedrich Max Eyth, der 1836 in Kirchheim/Teck geboren wurde und 1906 in Ulm starb. Max Eyth schloss in Stuttgart ein Maschinenbaustudium ab und übernahm 1861 die Auslandsvertretung für Dampfpflüge einer englischen Firma. Auf seinen vielen Reisen warb er für diese damals moderne landwirtschaftliche Technik.

LSG Max-Eyth-See:
Weitere Informationen
 
Übersicht
 

Landschaftsschutzgebiet Max-Eyth-See, Stuttgart-Hofen

 
Bild: Max-Eyth-See (Stadtkreis Stuttgart)
Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen - einst Baggersee, heute Landschaftsschutzgebiet
(© M. Linnenbach)

Am nordöstlichen Rande der Landeshauptstadt Stuttgart kurz bevor der Neckar die Stadtgrenze verlässt, liegt der Max-Eyth-See. Der Talgrund wird von einer 200 bis 500 m breiten Schottersohle gebildet, die zwischen 1920 und 1930 tief ausgebaggert wurde. Damit entstand der heutige See.

Im Jahr 1935 ließ die Stadt Stuttgart einen Teil der Kiesgrube zu einem 1,8 ha großen Badesee mit Wassersportanlage, Bootshafen und Landungsstegen ausbauen. Der See entwickelte sich zu einem naturnahen, insbesondere für die Vogelwelt bedeutenden Lebensraum, den die Stadt Stuttgart mit seiner Umgebung 1961 als Landschaftsschutzgebiet (125 ha) auswies.

 
Bild: Max-Eyth-See (Stadt Stuttgart), Neckar
Max-Eyth-See, Steganlage und Liegeplätze
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Steganlage mit Segelbooten des Akademischen Segelvereins Stuttgart 1899 e.V.,  (Aufn. 2010)

 
Bild: Max-Eyth-See in Stuttgart, Neckar
Prallhang des Neckars am Max-Eyth-See in Stuttgart-Hofen (Aufn. 2010)
(© privat, Autor: M. Linnenbach)

Blick auf den ehemaligen, stufenförmigen Muschelkalk-Prallhang des Neckars (der Freiberg, syn. auch Freienstein genannt), dessen südexponierten Hänge heute für den Anbau von Wein genutzt werden. Bis ins Jahr 1809 waren die am Freiberg gewonnenen Güter steuerfrei - daher der Name.

Unten am Ufer liegt das 1971 erbaute, reetgedeckte Bootshaus, das der Kinder- und Jugendarbeit am Max-Eyth-See dient.

Am nordöstlichen Rand der Landeshauptstadt Stuttgart, kurz bevor der Neckar die Stadtgrenze verlässt, liegt der Max-Eyth-See. Hier schneidet sich der Neckar nach seinem Überschreiten der nördlichen Filder-Hauptrandverwerfung in den anstehenden Muschelkalk ein. Der Talgrund wird von einer 200 bis 500 m breiten Schottersohle gebildet, die zwischen 1920 und 1930 tief ausgebaggert wurde. Der See entstand somit durch Abbau von Kies und Sand für die Bauvorhaben der expandierenden Stadt Stuttgart.

Bereits 1933 beschließt die Stadt einen Teil der riesigen Kiesgrube zu einem 1,8 ha großen Badesee mit Wassersportanlagen, Bootshafen und Landungsstegen auszubauen. Die Wasserqualität des Neckars war damals noch so gut, dass man darin baden konnte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Seefläche gegen den Neckar hin abgedämmt, eine vorbereitende Maßnahme für die Schiffbarmachung des Neckars von Heilbronn nach Stuttgart. Leider sollte das Bade- und Freizeitvergnügen nur wenige Jahre anhalten. Mit Beginn der Luftangriffe 1943/44 wurde der See ausgepumpt, um die Orientierung der anfliegenden Bomber der Alliierten zu erschweren.

1949 durchbrach ein kräftiges Neckarhochwasser den Damm und überflutete die trockengelegten Seeflächen. In den 1950er-Jahren stellte die Stadt den Damm wieder her und baute ein verschließbares Einfahrtsbauwerk, damit Schifffahrten vom Neckar zum See und umgekehrt möglich wurden. 1957 wurde vorort sogar eine Anlegestelle für Frachtschiffe in Erwägung gezogen. Die Qualität des Neckarwassers verschlechterte sich aber in den 1960er Jahren zunehmend, so dass die Durchfahrt geschlossen werden musste. Gleichzeitig entstand eine 14 m lange, verschließbare Filteranlage mit sechs Einlassrohren, die den Schlamm zurückhält, aber dennoch einen Wasseraustausch zwischen See und Neckar gestattet.

Der See entwickelte sich zu einem naturnahen, insbesondere für die Vogelwelt bedeutenden Lebensraum, so dass die Stadt Stuttgart die Wasserflächen und Umgebung 1961 als Landschaftsschutzgebiet (125 ha) im Naturraum Neckarbecken auswies.

Da der Stuttgarter Norden arm an Erholungsanlagen ist, wurde das Gelände 1970/71 in das Erholungsgebiet umgestaltet, wie wir es heute kennen: Mit Spiel- und Liegewiesen, Bootsverleih, Gastronomie und einem neu gestalteten See mit einer um 2,4 auf 17,3 ha erweiterten Wasserfläche. Die Naturschutzbelange wurden auf Drängen des Naturschutzverbandes NABU mit einer so genannten „Biologischen Schutzzone“ (2,4 ha) berücksichtigt: Ein Drittel des Sees – im Wesentlichen die Bucht zwischen Neckardamm und Halbinsel, wurden landseitig eingezäunt und vom übrigen See durch ein Stahlseil abgetrennt. In dieser Schutzzone sind alle Erholungsaktivitäten untersagt. Innerhalb dieses Areals wurden vier Vogelschutzinseln geschaffen.

Die Stadt Stuttgart ist bemüht, im Gebiet weitere Schutzmaßnahmen durchzuführen und gleichzeitig eine bessere Besucherlenkung zu erreichen, um eine ökologische Aufwertung und die Erholungsvorsorge harmonisieren zu können. Im Rahmen der Initiative "Der Max-Eyth-See Stuttgart soll sauberer werden", investiert auch das Land Baden-Württemberg in diesen bedeutenden Lebensraum (s.u.).