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Atomkeller-Museum
Blick in das Atomkeller-Museum Haigerloch (Aufn. 2010)
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Bild: Blick in den Atomkeller Haigerloch (Zollernalbkreis)
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Das 1944 zum Forschungslabor ausgebaute Kellergewölbe, diente zuvor als Bier- und Kartoffelkeller. Seit 1980 beherbergt der Felsenkeller das Atomkeller-Museum.

Atomkeller-Museum Haigerloch:
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Atomkeller-Museum Haigerloch

 

Kernspaltung im Felsenkeller

 
Bild: Atomkeller-Museum Haigerloch (Zollernalbkreis)
Das Atomkeller-Museum in Haigerloch (Zollernalbkreis)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Der Felsenkeller Haigerloch unterhalb der Schloßkirche, liegt verborgen unter einen mächtigen Muschelkalkbank.

Das Kellergewölbe beherbergte kurz vor Ende des 2. Weltkriegs den Forschungsreaktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin. Anfang 1945 wurde hier eine nukleare Kettenreaktion durch Neutronenbeschuss von Uran in schwerem Wasser herbeigeführt. Der Reaktor war aber zu klein dimensioniert, um damit atomaren Sprengstoff für die deutsche Wehrmacht herzustellen. Nach der Entdeckung und Demontage durch US-Streitkräfte im April 1945 wurde die Anlage zerstört.

Das hier im Jahre 1980 installierte Atomkeller-Museum vermittelt dem Besucher eindrucksvolle Einblicke in die geschichtliche und technische Entwicklung der Kernphysik in Deutschland.

 

 
Bild: Schloßkirche Haigerloch
Schloßkirche Haigerloch über dem Felsenkeller (Aufn. 1950)
(© LUBW, Autor: H. Schwenkel)

Schweres Wasser statt kühles Bier, - die Stadt Haigerloch im Zollernalbkreis schreibt gegen Ende des 2. Weltkriegs Wissenschaftsgeschichte. Aufgrund der zunehmenden Bombardierung Berlins durch die Alliierten verlegten die Kernphysiker Werner Heisenberg und Carl Friedrich von Weizsäcker 1944 ihren Forschungsreaktor von Berlin in das abgelegene württembergische Städtchen Haigerloch. Wer damals das Versteck im ehemaligen Bierkeller unterhalb der Schloßkirche Haigerloch ausgewählt hat, ist unklar.

W. Heisenberg und C.-F. von Weizäcker arbeiteten seit 1938 interdisziplinär an der Entwicklung eines Kernreaktors, um eine selbsterhaltende nukleare Kettenreaktion mit Hilfe von Uran und schwerem Wasser (Deuteriumoxid D2O) zu erzeugen. Neben dem rein wissenschaflichen Interesse an der Kernenergie war ein weiteres Ziel die Entwicklung von atomaren Waffen, die damals noch als Uranbomben bezeichnet wurden.

Anfang 1945 gelang es den Wissenschaftlern in Haigerloch eine nukleare Kettenreaktion durch Neutronenbeschuss von Uran in schwerem Wasser experimentell erfolgreich herbeizuführen. Der Reaktor war aber zu klein dimensioniert, um damit atomaren Sprengstoff für die deutsche Wehrmacht herzustellen. Nach der Entdeckung des Felsenkellers und der Demontage des Reaktors durch eine Spezialeinheit der US-Streitkräfte im April 1945, wurde die übrige Einrichtung gesprengt. Der mächtige Muschelkalkfelsen überstand die Sprengung und bewahrte die Schloßkirche vor dem Einsturz. Die beteiligten Wissenschaftler wurden wenig später im nahegelegenen Hechingen durch Amerikaner und Engländer gefasst und inhaftiert.

Das hier im Jahr 1980 installierte Atomkeller-Museum vermittelt dem Besucher eindrucksvolle Einblicke in die geschichtliche und technische Entwicklung der Kernphysik in Deutschland (Öffnungszeiten und Eintritt s. weiterführender Link zur Stadt Haigerloch).

Zwei Original-Uranwürfel aus dem Kernforschungsprogramm in Haigerloch sind noch erhalten. Sie sind im Museum als Dauerleihgabe der LUBW ausgestellt (s. Bildergalerie).