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Landschaftswandel

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Der Feldberg im Schwarzwald, subalpine Insel im Mittelgebirge

Bild: Feldberg, Luftbild (Breisgau-Hochschwarzwald)
Gipfelregion des Feldbergs im Hochschwarzwald (1962)
(© LMZ, LUBW, Autor: A. Brugger)

Erstes Naturschutzgebiet Badens - ab dem 08. August 1936 als einstweilige Sicherstellung, ab dem 24. Februar 1937 dann offiziell als Schutzgebiet per Verordnung ausgewiesen. Die damalige Fläche des geschützten Areals betrug ca. 4.226 ha. Das Luftbild von 1962 vermittelt den Feldberg noch als abgeschiedene, touristisch wenig genutzte Bergregion. Das hat sich mittlerweile deutlich geändert.

Vor 75 Jahren, am 24. Februar 1937, wurde der Feldberggipfel (1.493 m) und seine nähere Umgebung zum Naturschutzgebiet (NSG) erklärt. Zuständig für gesetzliche Verordnung im Rahmen des damaligen Reichsnaturschutzgesetz war das Badische Kultusministerium in Karsruhe. Damit war der Feldberg das erste NSG nicht nur innerhalb Badens sondern auch des heutigen Bundeslands Baden-Württemberg. Das neue Gesetz erlaubte es, bestimmte Flächen aufgrund ihrer naturkundlichen Bedeutung vor nachteiligen Veränderungen zu bewahren.

Maßgeblich an der Unterschutzstellung mitgewirkt, hatte der bekannte Botaniker und Professor am Botanischen Institut der Technischen Hochschule Karlsruhe Ludwig Klein. Ihm und den nachfolgenden Fachkollegen lag die außergewöhnliche, subalpine Pflanzenwelt der Gipfelregion besonders am Herzen. Aber auch viel erdgeschichtliches hat der Berg zu bieten. Vor allem die verschiedenen Eiszeitperioden und ihre Folgen haben das Feldberggebiet besonders geprägt. Insbesondere die glazialmorphologischen Erscheinungen wie Kare, Endmöränen und Gletscherschliff sind Zeugen des immerwährenden Klimawandels auf unserer Erde. Ab 1937 spielen auch der Schwarzwaldverein, die Bergwacht und der Landesverein für Naturkunde und Naturschutz eine wesentliche Rolle für die Bewahrung und Förderung des Schutzgebiets.

Ab den 1960er Jahren bildet das Feldbergmassiv mit seiner reizvollen, abwechslungsreichen Umgebung und seinen speziellen klimatischen Bedingungen eines der wichtigsten und attraktivsten touristischen Ziele des Schwarzwaldes. Immer mehr Menschen suchen das authentische Naturerlebnis, oft auch verbunden mit einer sportlichen Betätigung. Sowohl im Sommer als auch im Winter steht damit die sensible Landschaft ganzjährig unter erheblichem Freizeitdruck. Neue Konzepte für ein konstruktives Miteinander von Tourismus und Naturschutz zu finden, stellt damit eine der wichtigsten Aufgaben für den künftigen Erhalt des Schutzgebiets dar.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums im Jahr 2012, ist eine eine ausführliche Monografie über den Feldberg, mit zahlreichen Beiträgen namhafter Gebietskenner, erschienen. Das Buchprojekt wurde von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg finanziell unterstützt.