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Landschaftswandel

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Dossenheim, Quartier am Rebgarten (Rhein-Neckar-Kreis)

 
Bild: Gmeinder-Lok, Dossenheim, Sporenberg
Gmeinder-Lok aus dem Steinbruch R. Vatter
(© privat, Autor: M. Linnenbach)

Das Fahrzeug wurde gebraucht an das Steinbruchunternehmen R. Vatter über die Feldbahnhandlung Koy (Frankfurt/Main) nach Dossenheim verkauft. Auf der Rückseite der Lokomotive befindet sich noch das Firmenschild des Feldbahnhändlers. Ungewöhnlich sind die Führerhausglasscheiben mit Holzrahmen. Vermutlich handelt es sich hierbei um eine Improvisation aus der Nachkriegszeit als geeignete Ersatzteile nicht zur Verfügung standen.

Die Gmeinder-Lokomotive (Bj. 1937) besitzt noch ihren Originalmotor, einen Kaelble-Zweizylinder-Dieselmotor. Die Lokomotive ist noch in einem verhältnismäßig gutem Zustand und wird nun schrittweise restauriert. Angedacht ist eine betriebsbereite und betriebssichere Aufarbeitung die den Originalzustand weitgehend erhält. Das Führerhaus der Lok wurde mit der Nr. 1 versehen.

 
Bild: Feldbahnlore
Feldbahnlore auf Gleisanlage
(© privat, Autor: Linnenbach)

Feldbahnlore auf Gleisanlage (Spurweite 600 mm)

 
Bild: Verladestation, Porphyrwerk bei Dossenheim
Abgeräumtes Gelände der Verladestation an der B3 (Aufnahme Okt. 2009)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Abgeräumtes Gelände im Bereich an der ehemaligen Verladestation im Oktober 2009.

Ein umwelttechnisches Gutachten vor Ort führte zu dem Ergebnis, dass sich auf dem Gelände Altlasten befinden, u.a. geogen bedingtes Arsen im Quarzprorhyr sowie Benzolverbindungen, Blei, Teer und Bitumen von den ehemaligen technischen Anlagen. Das Gelände wurde daraufhin um ca. 1,5 Meter abgegraben. Teile der noch vorhandenen Porphyrhalden wurden zur Errichtung von Lärmschutzwällen verwendet.

 
Bild: Feldbahnlore, Dossenheim, B3, Bergstrasse
Feldbahnlore auf dem Verkehrskreisel an der B3 (Aufn. 2009)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Mit Quarzporhyr beladene Kipplore auf der Verkehrsinsel am nördlichen Ortsausgang von Dossenheim (B3 in Richtung Schriesheim). Nur wenige Meter von diesem Platz wurde früher das geschotterte Gestein auf Waggons der Oberrheinischen Eisenbahn-Gesellschaft AG (OEG) zum Weitertransport nach Heidelberg verladen.

Landschaftswandel durch Nutzungsänderung.

Die stillgelegten Steinbruchflächen, unterhalb der Schauenburg bei Dossenheim, gehören zum Steinbruch am Sporenberg, der von 1908 bis 1918 durch das Großherzogtum Baden, ab 1919 bis 1926 durch den Freistaat Baden betrieben wurde. Von 1927 bis 2002 übernahm das Privatunternehmen R. Vatter die Flächen sowohl am Sporenberg als auch am Kirchberg. Zeitweise waren über 400 Einwohner Dossenheims in den Steinbrüchen beschäftigt. Die Gemeinde an der Bergstraße erfuhr durch den Abbau von Quarzporphyr einen bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung.

Ab den 1960er Jahren verlor der Gesteinsabbau an der Bergstraße zunehmend an Bedeutung, nachdem durch Rationalisierung viele Arbeitsplätze wegfielen und neue Arbeitsfelder im Zuge des wirtschaftlichen Aufschwungs hinzugekommen waren. Nach der Schließung des Steinbruchs Leferenz 1985, erfolgte 2002 die Stillegung des Steinbruchs R. Vatter. Im Jahr 2005 wurden die Gleisanlagen des Porphyrwerks, die Talstation der Seilbahn sowie die Verladestation an der B3 abgerissen.

Nach Beseitigung von Altlasten wird das geräumte Betriebsgelände an der B3 ab 2008 im Zuge des Bebauungsplans "Bergstraße Nord II" durch die Gemeinde Dossenheim überbaut und als verkehrsberuhigte Siedlungsfläche (Quartier "Am Rebgarten") genutzt.

Porphyverladestation
Ehemalige Verladestation, Porphyrwerk R. Vatter, an der B3 (Aufn. 1964)
(© pro MESSAGE Verlag; Autor: Helmut Röth)

Dossenheim 2010 "Am Rebgarten"
Ab 2008 entsteht hier die neue Wohnanlage "Am Rebgarten" mit Lärmschutzwall.
(© LUBW; Autor: Clemens Ritter)

Dem Quarzporphyr ein Denkmal gesetzt
Skulpturen aus Quarzporphyr am Lärmschutzwall "Am Rebgarten" -
Werke des Bildhauers Knut Hüneke.
(Aufn. Mai 2010) - (© LUBW; Autor: Clemens Ritter)

Wohnhäuser "Am Rebgarten"
Hinter der Lärmschutzwand fertiggestellte und begrünte Wohneinheiten, -
nichts erinnert mehr an die ehemalige Nutzung als Steinbruchgelände (Aufn. 2010).
(© LUBW; Autor: Clemens Ritter)