Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Umweltinformationssystem BW
Baden-Württemberg
BW-Standardkarte
Anregungen oder Fragen?
Suche
Suche in …
Umweltportal

Landschaftswandel

Vorherige Seite Nächste Seite
 

Forbacher Holzbrücke - Wahrzeichen an der Murg

 
Bild: Forbacher Holzbrücke im Murgtal, Ldkr. Rastatt
Forbacher Holzbrücke über die Murg (Aufn. 1915)
(© GLA Karlsruhe, Autor: W. Kratt)

Die Aufnahme aus dem Jahr 1915 zeigt die Originalbrücke aus dem Jahre 1778. Der Fotograf blickt von der heutigen Eckstraße in Richtung Nordwesten. Im Ortskern sind die noch unbefestigte Hauptstraße mit dem historischen "Gasthaus Zum Löwen" erkennbar.

Vor 1778 überspannte an gleicher Stelle eine Hängebrücke die Murg.

 
Bild: Holzbrücke Forbach (Ldkr. Rastatt)
Forbacher Holzbrücke im Murgtal (Aufn. 2009)
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

Die ca. 40 m lange Holzbrücke in Forbach ist eine Nachbildung des Originals aus dem Jahre 1778.

Im Jahr 1775 wurde damit begonnen, vorort ein solides Brückenbauwerk aus Holz zu bauen. Für die Konstruktion waren 2.714 laufende Festmeter starker Eichenbohlen erfoderlich. Die Holzbrücke erwies sich als extrem belastbar. Schwere Fuhrwerke und Kutschen sowie Reitpferde polterten 160 Jahre täglich über die Bohlen. 1796 marschierten französische Soldaten und 1814 ritten die Kosaken über das Bauwerk. Im April 1945 fuhren französische Panzer darüber. Diese außerordentliche Belastung hinterließ in der Konstruktion starke Verformungen und eine Absenkung um ca. 50 cm. Damit war nach Kriegsende ein Neubau notwendig. Die jetzige Holzbrücke wurde in den Jahren 1954/55 originalgetreu nachgebaut.

 

 

 
Bild: Forbacher Holzbrücke, Murgtal, Ldkr. Rastatt
Forbacher Holzbrücke, Außenansicht (Aufn. 2009)
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Forbach, im Landkreis Rastatt, besitzt das größte Gemeindegebiet im Nordschwarzwald. Im Westen grenzt es an den Grindenschwarzwald mit der Stufenfläche des Mittleren Buntsandsteins. Im Osten reicht es bis auf die Hochflächen der Enzhöhen. Das Zentrum der Gemarkung ist durch die Murg ausgeräumt und mehrfach zertalt. Hier steht Grundgebirge (Granit) an.

Das Dorf Forbach wird 1386 erstmals erwähnt. Sein Name leitet sich u.a. vom mittelhochdeutschen Begriff Forhe = Forelle, Forellenbach, ab. Das Wahrzeichen der Gemeinde ist die überdachte historische Holzbrücke an der Murg, die größte ihrer Art in Europa. Die heutige Brücke ist eine Nachbildung des Originals aus dem Jahre 1778 (Bautyp: Kastenbrücke). Zuvor überspannte an gleicher Stelle eine Hängebrücke die Murg. Sie wird 1471 erstmals urkundlich erwähnt.

Nach mehreren Fehlversuchen, eine durch Pfeiler gestützte solide Brücke zu errichten, beginnt man im Jahr 1775 mit der Planung einer sich selbstragenden Holzkonstruktion, die nicht ständig durch die Hochwässer der damals ungezügelten Murg fortgerissen werden konnte. Für den Bau waren ca. 2.700 laufende Festmeter speziell gefertigter Eichenbohlen erforderlich. Diese wurden vorort miteinander so verspannt, dass durch ihre Verbundwirkung keine Stützpfeiler im Bett der Murg erforderlich waren - eine handwerkliche Meisterleistung dieser Zeit.

Die 1778 fertiggestellte Brücke erweist sich nicht nur als hochwassersicher sondern auch als extrem belastbar. Unzählige schwere Fuhrwerke und Kutschen sowie Reitpferde poltern 160 Jahre lang täglich über die Eichenbohlen. 1796 marschieren französische Soldaten und 1814 reiten Kosaken über das einzigartige Bauwerk. Im April 1945 befahren sogar französische Panzer die Brücke. Diese außerordentliche Belastung allerdings hinterlässt in der Holzkonstruktion starke Verformungen und bewirkt eine Absenkung des Niveaus um ca. 50 cm. Damit wird nach Kriegsende ein Neubau notwendig.

1954 wird die marode Brücke Balken für Balken demontiert und anschließend originalgetreu wieder aufgebaut. Am 11. Mai 1955 erfolgt die Freigabe für den öffentlichen Verkehr. 1976 muss nochmals generalsaniert werden. Heute beträgt das Eigengewicht der gesamten Konstruktion, einschließlich der Schindeldeckung, 129 Tonnen, die Nutzlast liegt bei ca. 64 Tonnen.

Der markante Brückenbau prägt nun seit über 230 Jahren das Forbacher Ortsbild. Dies wird wohl noch lange so bleiben, da zahlreiche Wehre und Staubecken im Oberlauf die Hochwässer der Murg inzwischen weitgehend bändigen. Gemeinde- und Landschaftsbild aber haben sich seither deutlich verändert.