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Landschaftswandel

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Nordgipfel des Hohenstoffeln im Hegau (Ldkr. Konstanz)

 
Bild: Vulkanschlot Hohenstoffeln (Ldkr. Konstanz)
Vulkanschlot Hohenstoffeln im Hegau (2001)
(© RP Freiburg, Autor: solum)

Der zweigipflige Basaltkegelberg Hohenstoffeln besitzt an der Basis einen Durchmesser von 4 bis 5 km. Mit insgesamt 844 Metern ist er der zweithöchste Hegauvulkan. Der am Hohenstoffeln anstehende Basalt, ein Olivin-Nephelin-Melilithit, hat ein Alter von ca. 12 Mio. Jahren.

 
Bild: Lorenbahn am Hohenstoffeln
Lorenbahn am Hohenstoffeln (1939)
(© LUBW, Autor: H. Schwenkel *)

Mehrgleisige Lorenbahn am Hohenstoffeln auf der oberen Abbauebene. An der Abbruchkante Im Hintergrund ist ein dichtes Basaltpacket horizontal angeordneter Basaltsäulen quer angeschnitten, erkennbar (Aufnahme von 1939 - Foto: H. Schwenkel*).


* Dr. phil., Prof. Hans Schwenkel, Leiter der ehemaligen Württembergischen Landesstelle für Naturschutz bis 1956.

Gemeinsam mit dem Arzt und Schriftsteller Ludwig Finckh aus Gaienhofen setzte sich Hans Schwenkel vehement für die Einstellung des Basaltabbaus am Hohenstoffeln ein. Erst kurz vor dem drohenden Einsturz des Nordgipfels konnte 1940 nach 26-jährigem Gesteinsabbau die Stillegung des Steinbruchs erreicht werden. Die Auseinandersetzung um den Hegauvulkan fand seinerzeit landesweite Beachtung.

 
Bild: Hohenstoffeln, Berme
Hohenstoffeln, ehemalige Lorenbahntrasse (1980)
(© Autor: LUBW)

Ehemalige Lorenbahntrasse im stillgelegten Basalt-Steinbruch

Landschaftswandel durch Nutzungsaufgabe.

An der Wende des Oligozän/ Miozän kommt es im heutigen Süddeutschland zu einer Wiederbelebung der seit dem Rotliegenden ruhenden vulkanischen Aktivität. Bekannte Zeugen dieses Vulkanismus sind die Basaltschlote am Hohenstoffeln, am Wartenberg und am Hohenhewen sowie die vor ca. 10 Millionen Jahren entstandenen Phonolith-Berge Hohentwiel, Hohenkrähen und Mägdeberg. Der Vorstoß der Magma mit Temperaturen von ca. 1.300°C und Drücken von 30 kbar (entspricht einem Druck von 30.000 Atmosphären) erfolgte mit relativ hoher Geschwindigkeit.

Als einziger Hegauvulkan besitzt der Hohenstoffeln einen Doppelgipfel (844 und 832 m). Ursprünglich besaß der Berg drei Gipfel, die nördlichste Erhebung wurde durch intensiven Gesteinsabbau (1924 bis 1939) nahezu abgetragen. Erst kurz vor dem drohenden Einsturz des Nordgipfels konnte 1940 nach 26-jährigem Gesteinsabbau die Stillegung des Steinbruchs erreicht werden. Die umweltpolitischen Auseinandersetzungen um den Erhalt des Hegauvulkans fanden seinerzeit landesweite Beachtung.

Seit 1941steht der Hohenstoffeln unter Naturschutz. In den ehemaligen Basaltsteinbruch ist die Natur zurückgekehrt. Auf den Felsen und Geröllhalden des Hohenstoffeln leben heute seltene, wärmeliebende Tiere und Pflanzen. Auf den lockeren Tuffböden wachsen Buche, Linde, Ahorn und Esche.

Vulkanschlot Hohenstoffeln, Basaltsteinbruch 1939 Vulkanschlot Hohenstoffeln, ehemaliger Basaltsteinbruch 1985

Basaltsteinbruch am Hohenstoffeln 1939 im Vergleich zu 1980.

(Fotos: H Schwenkel und LUBW, © LUBW, LMZ)