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Quellen für Treibhausgase (2/2)
Quellen für Treibhausgase
Kohlekraftwerk
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Bild: Kohlekraftwerk
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Woher die Treibhausgase stammen

Neben den natürlichen Quellen, wie Vulkane oder Waldbrände, setzt vor allem der Mensch durch die Verbrennung fossiler Energieträger und die Viehzucht Treibhausgase frei. Fossile Energieträger, wie z.B. Kohle oder Erdöl, speichern Kohlenstoff, der vor vielen Millionen Jahren durch Pflanzen aus dem natürlichem Kreislauf entnommen und in der Erde eingelagert wurde. Diese werden seit Beginn der Industrialisierung in vergleichsweise kurzer Zeit wieder in den Kreislauf eingebracht.

 

Klimawandel in Zeiten der Industrialisierung

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Ein hausgemachtes Problem?

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts prognostizierte der schwedische Chemiker Svante Arrhenius einen durch den Menschen verursachten Klimawandel. Auf Basis der Erkenntnisse von Joseph Fourier, der 1824 den Treibhauseffekt entdeckte, berechnete Arrhenius erstmals einen Temperaturanstieg, der durch die Verbrennung fossiler Energieträger zu erwarten ist. Die Folgen interpretierte er jedoch im Gegensatz zu heutigen Klimaforschern sehr positiv und notierte im Jahre 1907: „(...) Durch Einwirkung des erhöhten Kohlensäuregehaltes der Luft hoffen wir uns allmählich Zeiten mit gleichmäßigeren und besseren klimatischen Verhältnissen zu nähern, besonders in den kälteren Teilen der Erde; Zeiten, da die Erde um das Vielfache erhöhte Ernten zu tragen vermag zum Nutzen des rasch anwachsenden Menschengeschlechtes."

Den neuzeitlichen Klimawandel tatsächlich nachzuweisen, gelang erst Jahrzehnte später, als ein weltweites Netzwerk von meteorologischen Messstationen zur Verfügung stand. Beflügelt durch den Eintritt in das Raumfahrtzeitalter begann im Jahre 1957 zusätzlich eine systematische Erfassung klimarelevanter Daten mit Fernerkundungsmethoden. Durch die Auswertung verschiedener Messreihen konnten sich die Forscher zunehmend ein besseres Bild von der Klimaentwicklung machen. Im Laufe der Jahre wurden die Erkenntnisse zum Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperaturen immer mehr erhärtet. 1970 veröffentlichte das Massachussetts Institute of Technology die Studie "Study of Man's Impact on Climate" (Untersuchung des menschlichen Einflusses auf das Klima), in der der Ausstoß von Klimagasen wie CO2 als Ursache für einen Klimawandel genannt wird. Die Vereinten Nationen und die Weltorganisation für Meteorologie riefen 1988 einen Zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderungen (engl. IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change) ins Leben. Hier arbeiten weltweit hunderte von Wissenschaftlern zusammen und sammeln Forschungsergebnisse zum Klimawandel.

Trotz anfänglicher Skepsis erhärten sich bis heute die Hinweise, dass der aktuelle Klimawandel hausgemacht ist. Untersuchungen zeigen, dass der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre seit der Industrialisierung stark zugenommen hat und Kohlendioxid neben anderen anthropogenen Treibhausgasen Hauptverursacher des aktuellen Temperaturanstiegs ist.

IPCC - Der „Weltklimarat"

Zu den Hauptaufgaben des IPCC gehört die Abschätzung von Gefahren, die durch den Klimawandel entstehen können. IPCC  steht für Intergovernmental Panel on Climate Change, was übersetzt soviel bedeutet wie Zwischenstaatlicher Ausschuss für Klimaänderungen. Der IPCC wird auch als Weltklimarat bezeichnet, da er weltweit tätig ist. Gegründet wurde der Ausschuss 1988 vom Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO). Als Sitz wurde Genf ausgewählt. Seit 2002 ist der indische Ökonom Rajendra Kumar Pachauri Vorsitzender.

Der IPCC betreibt keine eigenen Forschungen, sondern führt bestehende Forschungsarbeiten zusammen, beurteilt diese und gibt Empfehlungen ab.

Im Turnus von 5 - 10 Jahren werden von drei Arbeitsgruppen Sachstandsberichte erarbeitet. Arbeitsgruppe I befasst sich mit den wissenschaftlichen Aspekten des Klimasystems und der Klimaänderung. Mit der Verwundbarkeit von sozioökonomischen und ökologischen Systemen beschäftigt sich Arbeitsgruppe II. Arbeitsgruppe III erarbeitet Maßnahmenvorschläge zur Eindämmung des Klimawandels. An den Arbeitsgruppen sind zahlreiche Forscher verschiedener Disziplinen beteiligt, die Vorschläge, Kritik und Kommentare einbringen können. Vor Herausgabe eines Berichts, überwachen unabhängige Review-Editors, ob alle Themen angemessene Berücksichtigung finden und die Ergebnisse plausibel sind. Schließlich werden die Ergebnisse vom Plenum akzeptiert.

Seit seiner Gründung ist der IPCC einer harten kritischen Diskussion ausgesetzt. Seine Empfehlungen haben ein großes politisches Gewicht.

Bild: Temperaturentwicklung
Temperaturentwicklung 1850-2012 (Bezugszeitraum 1961-1990)
(© verändert nach IPCC 2013)