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Zeitzeugenbericht aus der kleinen Eiszeit (2/4)
Kleine Eiszeit
Eisgang auf dem Neckar bei Stuttgart (März 1929)
Bild: Eisgang auf dem Neckar
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In den Jahren 1880, 1929, 1941, 1956 und 1963 war der Neckar fast vollständig zugefroren.

Zeitzeugenbericht aus der kleinen Eiszeit

"Die Früchten verstöckten under dem Schnee"

Johann Ginschopf, Schulmeister aus Untertürckheim, notiert für den Winter 1607/08: „Es hat verschienen Winter sehr viel Schnee gelegt / und war so grimm kalt / daß nicht allein die Weingarten / sondern auch die Bäum inn warmen Thälern erfroren / und das Wasser also geschwellt / daß im gantzen Neckerthal von einem Berg zum andren Eiß ward / die Früchten in Bayern / auff den Alben und Wälden verstöckten under dem Schnee / daß man Sommerfrüchten an deren statt säen müssen / umb S. Johanns gab es kalt Regenwetter / daher Wein und Korn ubel geblühet / daß die Kämb und den Stöcken gefallen / und wenig Wein worden / auch die Früchten auffgeschlagen. Der Scheffel galt vor der Erndt 6. darnach 7. fl." (aus: Die Quellen der ältern wirtembergischen Geschichte und die älteste Periode der wirtembergischen Historiographie von Karl Pfaff, 1831).

 
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Das Klima - Eine kurze Einführung

 
Bild: Thermometer
Temperatur - Wichtige Messgröße zur Beschreibung des Wetters
(© privat, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Wetterstation
Wetterstation
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Das Wetter hat die Menschen seit jeher interessiert. Wetterereignisse prägen unser tägliches Leben. Regen, Schnee, Wind und Sonnenschein bestimmen darüber, mit welcher Kleidung wir aus dem Haus gehen und welches Verkehrsmittel wir wählen. Sonnenscheindauer und Regenmengen im Frühjahr und Sommer haben großen Einfluss auf die Ernteerträge im Herbst. Eine große Errungenschaft ist die Wettervorhersage, die es uns erlaubt, gute und schlechte Wetterlagen im Voraus zu erkennen. Um das Wetter zu beschreiben, nehmen Meteorologen Messgrößen wie beispielsweise Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit oder Windgeschwindigkeit und -richtung auf. So können wir uns auf das Wetter einstellen und bei ungünstigen Entwicklungen meistens noch rechtzeitig Maßnahmen ergreifen. Leider ist es auch heutzutage, selbst mit modernsten technischen Hilfsmitteln, nicht möglich, das Wetter für mehr als ein paar Tage vorherzusagen. Allenfalls können Tendenzen für die Witterung über längere Zeiträume hinweg angegeben werden.

So schlimm Unwetter sein können, für die langfristige Zukunft der Menschheit ist die Entwicklung des Klimas viel entscheidender als vorübergehende Wetterkapriolen. Im Gegensatz zur Wetterlage, die einen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt beschreibt, ist das Klima die Gesamtheit aller an einem Ort der Atmosphäre möglichen Wetterzustände („Durchschnittswetter") über einen längeren Zeitraum hinweg. Von der World Meteorological Organization (WMO) wurde dafür eine Periode von 30 Jahren festgelegt.

Woher stammt der Begriff "Klima"?

Der Zusammenhang zwischen der ursprünglichen Bedeutung des Wortes Klima und seinem modernen Gebrauch erschließt sich nicht automatisch. Der Begriff leitet sich vom altgriechischen Wort τ κλίμα (to Klima) ab und bedeutet Krümmung / Neigung. Gemeint ist die Erdkrümmung. Die Begrifflichkeit geht auf die Erfahrung zurück, dass Klimaphänomene durch eine Nord-Süd-Bewegung des Beobachters erfasst werden können.

Das Klima ist viel schwerer zu erfassen als das Wetter. Über lange Zeiträume müssen Daten aufgenommen, gemittelt und bewertet werden.

Häufig werden die Begriffe Wetter und Klima verwechselt. Wenn eine Jahreszeit ungewöhnlich kalt oder warm ausfällt, werden diese kurzfristigen Effekte sehr schnell auf die klimatische Entwicklung bezogen. Klimaveränderungen können jedoch nicht über einen solch kurzen Zeitraum beurteilt werden. Vielmehr müssen langjährige Mittelwerte betrachtet werden, um verlässliche Aussagen treffen zu können.