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Eruption des Tambora 1815 (4/4)
Vulkanismus
Vulkanschlot Tambora
Bild: Größenvergleich Tambora - Vesuv
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Der Tambora auf der Halbinsel Sanggar. Rechts oben der Vesuv bei Neapel im Größenvergleich.

Eruption des Tambora und die Folgen

Im April 1815 ereigneten sich auf der Sunda-Insel Sumbava mehrere Vulkaneruptionen mit schweren Auswirkungen auf das Weltklima. Der Vulkan Tambora schleuderte mehr als 100 Kubikkilometer Asche und Schwefelgase bis zu 70 Kilometer hoch, weltweit gab es einen Staubschleier um die Erde. Drei Tage lang verdunkelte die Asche 600 Kilometer weit den Himmel vollständig. Die gewaltigen Eruptionen bewirken eine klimatische Abkühlung und ein Ausbleiben des Sommers. Etwa 10.000 Menschen starben unmittelbar, weitere 80.000 später durch Hungersnöte und Krankheiten. Mittels Radiokohlenstoffdatierung wurde nachgewiesen, dass es bereits vor 1815 drei Eruptionen des Tambora gab, deren Stärke jedoch unbekannt ist.

Der Vulkanausbruch des Tambora hatte langfristige Auswirkungen auf das Klima auch in Europa. Vulkanische Gase sowie feine Tröpfchen aus schwefeligen Säuren, die bis in die Stratosphäre gerieten, bremsten das Sonnenlicht ab. Selbst im heutigen Baden-Württemberg sorgte die weit entfernte Eruption für eine deutliche Klimaveränderung mit schlimmen Folgen. Der Sommer 1816 war der kälteste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Nachtfröste, Schnee und Dauerregen im Juli verursachten Missernten und Hungersnöte. Unter der Bevölkerung gab es viele Tote, begleitet vom Massensterben der Nutztiere.

 
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Exkursionsziele Wetter und Klima erleben

 
Bild: Wetterwarte Feldberg
Wetterwarte des DWD am Feldberg
(© Deutscher Wetterdienst DWD)
 
Bild: Naturkundemuseum Karlsruhe
Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe
(© LUBW, Autor: V. Hahn)

Das 1919 in den Räumen des Karlsruher Schlosses eröffnete Museum Badische Landessammlungen für Naturkunde basiert auf den gesammelten wissenschaftlichen Exponaten der badisch-markgräflichen Herrscherlinien Baden-Durlach und Baden-Baden und umfasst heute rund 250.000 Objekte von der Steinzeit bis in die Gegenwart. In 1990er Jahren wurde die Einrichtung als Staatliches Museum für Naturkunde Karlsruhe umbenannt

In zwei Abteilungen wird die frühe Kulturgeschichte des Oberrheins durch archäologische Funde der Ur- und Frühgeschichte und der Römerzeit vorgestellt. Ein besonderes Glanzlicht ist die bedeutende Antikensammlung. Weitere Abteilungen zeigen spätmittelalterliche Sakralkunst, die Kunst- und Wunderkammer der Markgrafen mit der berühmten Türkenbeute und die Geschichte des Schlosses.

Die jüngsten Abteilungen „Absolutismus und Aufklärung“ und „Baden in Europa“ laden zu weiteren geschichtlichen Streifzügen ein. Zum Landesmuseum gehören zwei Außenstellen mit Kunst- und Keramikobjekten nach 1900 und vier Zweigmuseen. Die Sammlungsausstellungen werden ergänzt durch Sonderausstellungen. Führungen, Vorträge, zahlreiche museumspädagogische Aktionen, Publikationen, Feste und Kulturveranstaltungen bereichern das Angebot.

 
Bild: Modell Treibhauseffekt
Modell zur Veranschaulichung des Treibhauseffekts (Museum am Löwentor Stuttgart)
(© privat, Autor: B. Grießmann)
 
Bild: Windkraftanlage bei Lahr, Ortenaukreis
Windkraftanlage auf dem Schlossbühl (Schwarzwald)
(© IFEU-Institut, Autor: B. Grießmann)

Im Jahr 2005 wurden auf dem Schlossbühl/Kempfenbühl drei Windkraftanlagen errichtet. Die Windräder befinden sich auf dem Höhenzug des Langenhards im Wald. Zwei der Anlagen werden von der Ökostromgruppe Freiburg betrieben. Die produzierte Strommenge reicht aus, um rund 2.000 Haushalte zu versorgen.

Süddeutsches Klimabüro: Klimastandpunkte in Karlsruhe

In der Broschüre "Dein Standpunkt zum Klima" sowie in der App "Dein Klima" (iOS/Android) des Süddeutschen Klimabüros werden Orte in Karlsruhe vorgestellt, die für das Klima in der Stadt eine Rolle spielen.

Süddeutsches Klimabüro: Dein Standpunkt zum Klima

Lothar-Pfad

Am Lotharpfad können sich interessierte Besucher darüber informieren, welche Auswirkungen Unwetter haben können. Innerhalb von 2 Stunden warf das Sturmtief „Lothar" 30 Millionen Kubikmeter Holz zu Boden. Die Folgen und die Entwicklung der Natur nach einem solchen Katastrophenereignis werden veranschaulicht.

Der Lotharpfad (Ldkr. Freudenstadt)

Besuch einer Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD)

Um Wetterdaten sammeln und Vorhersagen erstellen zu können, betreibt der Deutsche Wetterdienst zahlreiche Beobachtungsstationen. Allein in Baden-Württemberg befinden sich 9 Wetterwarten und eine Klimareferenzstation (Konstanz). Klimareferenzstationen sind mit Personal besetzte Messstandorte, die jahrzehntelange und ununterbrochene Klimabeobachtungen vorweisen können. Interessenten können sich an die regionale Messnetzgruppe in Baden-Württemberg unter der E-Mail rmg.stuttgart@dwd.de wenden.

Weitere Informationen zum Besuch von Wetterwarten des DWD

Ausstellung „Klima und Lebensräume" im Vivarium des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe (SMNK)

Unter dem Thema „Klima und Lebensräume" entstand 2007 eine Ausstellung mit Multimedia-Installationen in Verbindung mit lebenden Tieren wie Korallenriff-Bewohnern. Anhand von Videos wird die Entwicklungsgeschichte des Klimas anschaulich präsentiert. Schautafeln erklären die Klimazonen der Erde und bringen Beispiele für Anpassungsleistungen der Lebewesen.

Internet-Seite des Staatlichen Museums für Naturkunde Karlsruhe

Klimatron der Universität Hohenheim

In Deutschlands einzigem Klimatron und hochtechnisierten Klimakammern der Universität Hohenheim wird das Klima der Zukunft simuliert. Besucher können das Klima der Zukunft erleben und sehen, wie Mittelmeerfrüchte bald schon bei uns wachsen könnten. Sie erhalten außerdem Einblick in Erkenntnisse, wie die Landwirtschaft für die Zukunft fit gemacht werden kann. Beste Besuchszeit ist für das Klimatron im April und für die Klimakammern im Mai.

Kontakt Klimakammern: Prof. Dr. rer. nat. Andreas Fangmeier, E-Mail: afangm@uni-hohenheim.de
Kontakt Klimatron: Dipl.-Biol. Martin Erbs, E-Mail: erbs@uni-hohenheim.de

Klimahaus Bremerhaven 8° Ost

Nicht in Baden-Württemberg, aber das einzige seiner Art in Deutschland. Das Klimahaus nimmt kleine und große Besucher auf eine Reise durch die Klimazonen der Erde mit. Spielerisch können die Zusammenhänge von Klima und Wetter entdeckt werden. Die aktuelle Klimaforschung wird verständlich erklärt und Wege aus der Klimakrise werden aufgezeigt. Das Klimahaus ist ein Projekt von Petri & Tiemann in Zusammenarbeit mit der Deutschen Klimastiftung.

Internet-Seite des Klimahauses Bremerhaven 8° Ost

Science-Center „Le Vaisseau"

Ebenfalls nicht in Baden-Württemberg, aber nicht weit entfernt. Im Straßburger Science-Center finden regelmäßig (auch deutschsprachige) Workshops zum Thema Klima für Schulkinder statt. Bei der Ausgestaltung der Angebote wird der Bildungsplan von Baden-Württemberg berücksichtigt.

Internet-Seite des Science-Center „Le Vaisseau"

Exkursionsziele zu erneuerbaren und nachhaltigen Energien finden Sie im KlimaNet Baden Württemberg: http://www4.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/47629/

Die Stadt Lahr hat einen Exkursionsführer „Energie und Wasser" zu Zielen in der Umgebung herausgegeben, die Beispiele konkreter Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen darstellen. Die Broschüre kann in mehreren Kapiteln als PDF-Datei heruntergeladen werden.