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NSG Elsenzaue-Hollmuthang
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NSG Elsenzaue-Hollmuthang
Pflegemaßnahme mit Schafen im Naturschutzgebiet Elsenzaue-Hollmuthang
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Bild: NSG Elsenzaue-Hollmuthang, Rhein-Neckar-Kreis
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Beweidung mit Hausschafen (Ovis orientalis aries), s. You Tube Video: http://youtu.be/z_gg18Gzx5c

NSG Elsenzaue-Hollmuthang:
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Übersicht

NSG Elsenzaue-Hollmuthang

 

Naturschutzgebiet Elsenzaue-Hollmuthang - einst vom Neckar geprägt

 
Bild: Elsenz zwischen Wiesenbach und Neckargemünd
Die Elsenz zwischen Wiesenbach und Neckargemünd
(© M. Linnenbach)

Naturnaher Lauf der Elsenz mit Prall- und Gleithängen. Die Ufer begleiten Silberweiden und Erlen.

 
Bild: Elsenzaue-Hollmuthang Walkmühle, Rhein-Neckar-Kreis
Blick vom Hollmuthang auf die Walkmühle
(© privat, Autor: B. Grießmann)

Früher speiste die Elsenz zahlreiche Wassermühlen. Gebäude der Walkmühle nahe Neckargemünd sind bis heute erhalten geblieben. Sie befinden sich inmitten des Naturschutzgebiets Elsenzaue-Hollmuthang.

In Walkmühlen wurden seit dem Hochmittelalter Stoffe veredelt. Dazu wurden zuvor am Webstuhl hergestellte Wollgewebe mit wasserangetriebenen Holzhämmern weich geklopft, gestaucht und verdichtet. Walkmühlen arbeiteten sehr effizient und konnten bis zu 40 Fußwalker ersetzen. Die Folge waren jedoch soziale Probleme.

 
Bild: NSG Elsenzaue-Hollmuthang, Weide
Hollmutrücken
(© LUBW, Autor: M. Linnenbach)

NSG Elsenzaue-Hollmuthang, beweidete Hangwiese am Hollmut.

Die Elsenz ist ein kleines, ruhig dahinfließendes Flüsschen, das beim gleichnamigen Elsenz (Ortsteil von Eppingen) in 235 m Höhe entspringt und bei Neckargemünd in den Neckar mündet. Doch die Ruhe trügt: Insbesondere im unteren Flussabschnitt ab Bammental führt die Elsenz nach stärkeren Regenfällen regelmäßig Hochwasser. Bei gravierenden Hochwasserereignissen 1990 und 1994 wurden Aue, Wiesen und Felder weiträumig überflutet. Seitdem sind viele Ackerflächen im Elsenztal extensiviert.

1996 werden zwischen Wiesenbach und Neckargemünd insgesamt 61 ha unter Schutz gestellt, mit dem Ziel, die Funktion der Aue zu fördern und den naturnahen Lauf der Elsenz weitgehend zu bewahren. Eingeschlossen in die Schutzgebietsfläche sind die angrenzenden Hang- und Obstwiesen am Hollmut, die ebenfalls wertvolle Lebensräume darstellen und Teil eines ausgedehnten landschaftlichen Netzwerkes im Naturpark Neckartal-Odenwald sind.

Geologisch betrachtet fließt die Elsenz in diesem Bereich durch die Buntsandsteinformationen des Kleinen Odenwalds. Geformt wurde die hiesige Landschaft vom Urneckar, der vor ca. 750.000 Jahren das Gebiet als reißender Fluss unter Bildung einer großen Schlinge durchfloss. Mit der Anhebung des Hollmut-Höhenrückens nahe Neckargemünds, wird der Neckar durch Bewegungen der Erdkruste gegen Ende des Tertiär nach Süden abgedrängt. Nach einer weiteren Anhebung des Odenwaldes und gleichzeitigem Absinken des Kraichgaus im Quartär verlängert sich der Neckarlauf von Wiesenbach bis nach Mauer. In dem weiten Talbogen langsamfließend lagert der Fluß dort Kiese und vor allem Sande ab. Mit dem in der „Sandgrube am Grafenrain“ zu Tage geförderten Homo heidelbergensis und den weiteren zahlreichen Fossilfunden, läßt sich die warmzeitliche Tierwelt dieses Gebietes vor ca. 600.000 Jahren inzwischen gut rekonstruieren. Aber auch am Hollmut werden in den Neckarschwemmsanden Fossilien geborgen. Auf Höhe der heutigen Bammentaler Kläranlage, am Wolfsbuckel, befand sich um 1900 die Sandgrube Völker, in der zahlreiche Knochen freigelegt wurden. Menschliche Überreste fanden sich nicht darunter.

Während der kontinuierlichen Ablage mächtiger Sandschichten (bis zu 45 m) bei Mauer und Bammental erfolgt der entscheidende Durchbruch des Neckars im Norden zwischen Klein- und Neckargemünd am Einlauf- und Auslaufbogen. Dort hat der Fluss über lange Zeiträume die Prallhänge von Neckarriedkopf und Felsenberg angenagt und schließlich durchbohrt. Nach dem Durchbruch verkürzt der Urneckar seinen Lauf um ca. 16 km und verläßt die Maueremer und Bammentaler Talaue für immer. Zurück bleiben ausgedehnte Sumpf- und Wasserflächen, die im Laufe der Zeit verlanden und trockenfallen.