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NSG Häslachwald
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Naturschutzgebiet Häslachwald
Nördliche Randzone des Schutzgebiets an der L 1016
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Bild: Naturschutzgebiet Häslachwald (Stadt Stuttgart)
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Nach Norden trennt die Mittlere Filderstraße (L 1016) das Naturschutzgebiet vom Gelände der Universität Hohenheim ab.

NSG Häslachwald:
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Übersicht
 

Naturschutzgebiet Häslachwald (Stadtkreis Stuttgart)

 
Bild: NSG Häslachwald
Naturschutzgebiet Häslachwald (Stadt Stuttgart)
(© LUBW, Autor: B. Winkler)

Das ca. 54 ha große Naturschutzgebiet Häslachwald liegt auf der Filderebene in der Nähe von Stuttgart. Richtung Süden und Westen wird es durch den Stadtteil Plieningen begrenzt. Im Norden trennt die Mittlere Filderstraße (L 1016) die Schutzgebietsflächen vom Gelände der Universität Hohenheim.

 
Bild: Häslachwald, Körsch, Stuttgart
Naturnaher Abschnitt der Körsch im Naturschutzgebiet Häslachwald (Stadt Stuttgart)
(© LUBW, Autor: B. Winkler)

Die Körsch wird heute zu 90% wird aus gereinigten Abwässern von Kläranlagen der Umgebung gespeist. Noch in den 1990er Jahren war das Gewässer durch Nitrat und Rückstände aus Medikamenten stark belastet. Durch die Fortschritte in der Klärwerktechnik hat sich die Gewässergüte deutlich gebessert. Inzwischen haben sich Bachforelle und Wasseramsel den Lebensraum wieder zurückerobert.

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Die Filderebene südlich von Stuttgart ist überwiegend eine waldarme Gegend. Die Ausnahme bilden die Talhänge der Körsch und ihrer Nebenbäche Ramsbach und Mühlbach. Hier befindet sich das ca. 54 ha große Naturschutzgebiet Häslachwald. Es wird in Richtung Süden und Westen durch den Stadtteil Plieningen begrenzt. Im Norden trennt die Mittlere Filderstraße (L 1016) die Schutzgebietsflächen vom Gelände der Universität Hohenheim.

Das hügelige Landschaftsrelief vorort ist einerseits durch den Einschnitt der Körsch durch die Löß- und Schwarzjuraschicht bis in die Keuperschicht und andererseits durch Solifluktion (=  Fließbewegungen von Böden) während der letzten Eiszeit entstanden. Dabei taut der Oberboden an warmen Sommertagen auf und rutscht auf dem gefrorenen Unterboden talwärts. So entstand das typische Landschaftsbild dieser Gegend mit sanft abfallenden Südhängen und steilen Nordhängen.

Im nördlichen Bereich des Schutzgebietes konnte sich der Boden ungestört entwickeln, da es sich um den früheren Bannwald eines adligen Landherren handelte, der die Flächen ausschließlich zur Jagd nutzte. Das Institut für Bodenkunde und Standortslehre der Uni Hohenheim hat hier an mehreren Stellen Bodenprofile  zu Lehrzwecken freigelegt Es finden sich die landschaftstypischen Parabraunerden aus Löss sowie Auenbraunerde aus Lehm (Vega).

Anhand der anstehenden Geologie  wird erkennbar, dass die Ausläufer der Schwäbische Alb früher einmal bis hierher reichten. Das Juragestein der Alb wurde im Tertiär durch den nahegelegenen „Scharnhäuser-Vulkan" konserviert und konnte nicht durch die stets fortschreitende Erosion des Albtraufs abgetragen werden.

Der steilere Hang südlich der Körsch ist komplett bewaldet. Vielfach finden sich Eichen und Buchen aber auch einzelne Fichten und Birken. Ältere, hohe Bäume wechseln sich mit Jungaufwuchs (v.a. aus Eichen, Buchen und Fichten bestehend) ab. Entlang der Körsch bilden vor allem Schwarz-Erlen, Eschen und Weiden ein durchgehendes Ufergehölz. Besonders malerisch sind der Seemühlensee und die zahlreichen Kopfweiden am alten Mühlkanal. Der Artenreichtum des wertvollen Inselbiotops, inmitten der intensiv genutzten Landschaft Stuttgarts, sorgt für ökologischen Ausgleich und für den Austausch von Arten.

Der Häslachwald ist Teilfläche der FFH-Gebietskulisse Filder (Gebietsnr.: 7321341) und stellt ein ideales Naherholungsgebiet für die angrenzenden Stadteile von Stuttgart dar. Es gibt mehrere ausgeschilderte Wege innerhalb des Waldes und entlang der Auenwiesen. Viele Menschen aus der Umgebung nutzen den Flecken Natur zu jeder Jahreszeit. Mehrere Ruhebänke sowie ein kleiner Holzpavilion laden auch zum Verweilen ein. Zwei kleine Holzbrücken über die Körsch am West- sowie Ostende des Naturschutzgebietes verbinden die beiden Teilbereiche.