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Naturerlebnis Huzenbacher See
Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
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Bild: Gelbe Teichrose (Nuphar lutea)
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Die Gelbe Teichrose (Nuphar lutea, Syn.: Nuphar luteum) wird auch Gelbe Teichmummel, Mummel oder Gelbe Nixenblume genannt.  Im Juli beginnt am Huzenbacher See die Blütezeit  (Aufn. Juli 2009)

Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt):
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Übersicht

Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt)

 

Karsee bei Huzenbach im Nationalpark Schwarzwald

 
Bild: Huzenbacher See (Bild 2)
Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt) - Blick von der Karwand (2006)
(© GNU FDL, Autor: Hans-Joerg Groß)

Der Huzenbacher See ist als sog. Karsee in der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) entstanden. Das ca. 8 m tiefe Gewässer wurde über einen längeren Zeitraum von der Murgschifferschaft (= Handelsgesellschaft: Holzfäller, Flößer, Sägewerksbesitzer) als Schwallgewässer für die Flößerei genutzt . Das vorort aufgestaute Wasser wurde je nach Bedarf in den Seebach eingeleitet, um geschlagenenes Holz (meist Stämme) in das Murgtal zu transportieren. Von dort aus gelangten die zu Flößen zusammengebundenen Baumstämme über die Murg in den Rhein bis nach Mannheim. Die Flößerei verlor erst nach dem Bau der Murgtaleisenbahn um 1900 ihre Bedeutung.

(Aufnahme: 30.6.2006).

 
Bild: Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt)
Schwingrasen mit Moorbirken
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Schwimmende Schwingraseninsel mit Moorbirken (Betula pubescens). Das Betreten des Schwingrasens ist untersagt.

 
Bild: Huzenbacher See (Ldkr. Freudenstadt)
Ufergürtel mit GelbenTeichrosen
(© LUBW, Autor: C. Ritter)

Der Begriff Karsee stammt vom althochdeutschen Wort „Kar" für Gefäß ab. Kare sind große Mulden, die von Hängegletschern an den Talflanken nahezu kreisförmig ausgehobelt wurden. Im Fall des Huzenbacher See bildete sich dabei ein Eisblock von über 60 m Dicke. Die in mehreren tausend Jahren freigehobelte Mulde füllte sich nach dem Ende der letzten Eiszeit (vor ca. 10.000 Jahren) und nach dem Abtauen der Gletscher mit Wasser.

Der Huzenbacher See, auf den Anhöhen des mittleren Murgtal, erhielt seinen Namen von der früheren forstlichen Gemarkung (Abteilung). Der Klosterwald von Reichenbach (Klosterreichenbach) besaß hier seine Grenz-Hut (= Revier). Somit liegt der See in der "Hut zum Bach", kurz Hutzenbach oder auch Huzenbach.

Das Huzenbacher Kar, eingebettet im Nationalpark Schwarzwald, wird normalerweise durch zwei Zuflüsse gespeist, die in der steilen Buntsandstein-Karwand entspringen. Ein dritter Zufluss führt nur temporär bei Starkregen oder bei Schneeschmelze Wasser. Die heutige Gestalt des Sees bildet sich erst nach dem Bau einer dauerhaften Staumauer durch die Forstverwaltung im Jahr 1895. Zuvor wurde das Gewässer, wie viele Seen im Nordschwarzwald, durch die Murgschifferschaft, einer Handelsgesellschaft aus Holzfällern, Flößern und Sägewerksbesitzern, zum Zwecke des Holzflößens als Schwallgewässer (Stausee) intensiv genutzt. Durch den Bau der Murgtalbahn (1868-1894) kommt die Flößerei nach und nach zum Erliegen. Im Jahr 1896 treibt das letzte Floß der Handelsgesellschaft die Murg hinunter.

Durch den Bau der Stauvorrichtung wurde der Wasserspiegel um ca. zwei Meter künstlich angehoben. Damit lösten sich die Verlandungsflächen (Schwingrasen: dichtes Geflecht aus Laub- und Torfmoosen) vom Ufer ab und trieben in die Seemitte, wo sie bis heute eine schwimmende Insel bilden, die sich im Laufe der Zeit in ihrer Fläche immer mehr ausdehnt. Je nach Witterung und Jahreszeit verändert der Schwingrasen auf dem Wasser seine Position. Im Winter driftet er unter längerem Einfluss nordöstlicher Winde in Richtung Südufer. Im Sommer nähert er sich unter vorherrschenden Westwinden mehr dem Nordufer. Aufgrund der Höhenlage ist das Klima im Bereich des Karsees feucht und kühl. So liegt die mittlere Jahrestemperatur bei 4,6 °C und die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 1.900 mm.

Als Dokument nacheiszeitlicher Entwicklungsabläufe beherbergen die verschiedenen Lebensräume des Karsees zahlreiche seltene Tier- und Pflanzenarten. Am Nordostufer befindet sich ein ausgedehnter ca. 15 m breiter Teichrosengürtel (Nuphar lutea), der zur Blütezeit im Juli viele Wanderer anlockt. Zudem ist der See ein beliebter Brutplatz für Zwergtaucher und Stockenten. Im Frühjahr setzen hier unzählige Erdkröten ihre Laichschnüre ab.

Die große Zahl der Sagen weist auch auf die Bedeutung des Huzenbacher Sees im Volksglauben hin. Bevor der See als Stausee für die Flößerei genutzt wurde, vermutete man in dem tiefen Kar einen Eingang in die Unterwelt der See- und Wassergeister.

Hinweise für Besucher: Das kreisförmige Gewässer kann gut auf einem Rundwanderweg begangen werden. In schneereichen Wintermonaten ist der See allerdings nur schwer zugänglich. Ein Großteil der Fläche des Nationalparks ist auch NATURA 2000 Schutzgebiet.